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Vergleichstest: Android-Smartphone HTC One X gegen Windows-Phone HTC Titan

 

Vergleichstest: HTC One X vs. HTC Titan

Von Johannes Michel. Publiziert am 26. April 2012

Android gegen Windows Phone? Macht das Sinn? Selbstverständlich. Beide Riesen-Smartphones von HTC zeigen, dass verschiedene Konzepte erfolgreich sein können: Flexibilität und Einfachheit – Android gegen Windows Phone. Dabei macht das Titan einiges besser als das One X, muss aber in wichtigen Disziplinen zurückstecken. Das One X ist zudem das deutlich modernere Smartphone. Dafür liegt es preislich auch fast 200 Euro höher.

Mega-Smartphones im Duell

HTC spielt auf allen Hochzeiten. Neben Android und Windows Phone hat der Smartphone-Bauer auch Geräte mit einem eigenen Betriebssystem auf dem Markt, die in Deutschland allerdings wenig erfolgreich sind. Vom Fokus auf Businesskunden hat sich HTC längst verabschiedet: Für die QWERTZ-Modelle Desire Z (Android) und 7 Pro (Windows Phone) sind momentan keine Nachfolger in Sicht.

Wir schicken die beiden Riesen-Smartphones One X und Titan ins Duell. Dabei zählen nicht nur die absoluten Zahlen, sondern auch die Benutzerfreundlichkeit.

Übersicht: Die technischen Daten

Zunächst einmal die technischen Daten der beiden Smartphones – der Übersichtlichkeit halber in Tabellenform dargestellt…

  HTC One X HTC Titan
Typ Full-Touch-Barren Full-Touch-Barren
Tastatur keine keine
Maße 135 x 70 x 9 mm 132 x 71 x 10 mm
Gewicht 130 g 160 g
Betriebssystem Android 4.0 Windows Phone 7.5
Display 4,7 Zoll, 1280 x 720 Pixel 4,7 Zoll, 800 x 600 Pixel
Prozessor 1,5 GHz, Quad-Core 1,5 GHz, Single-Core
Bedienung Touchscreen Touchscreen
Datenfunk UMTS, HSPA, WLAN, NFC UMTS, HSPA, WLAN
Kamera 8 Megapixel, Videos in Full-HD mit LED
Front: 1,3 Megapixel
8 Megapixel, Videos in 720p mit LED
Front: 1,3 Megapixel
Interner Speicher 32 GByte 16 GByte
Speicherslot keiner keiner
SIM-Karten-Standard Micro-SIM Standard-SIM
Preis (Dezember 2010) ab 520 Euro ab 380 Euro

Die Videos zum Test

Lieferumfang

HTC One X (Preisempfehlung 599 Euro) und HTC Titan (ebenfalls 599 Euro) liegen im Portfolio des Herstellers auf einer Ebene und rangieren als Topmodelle ihrer Betriebssysteme. Dennoch spart HTC beim Lieferumfang. Über Ladegerät, USB-Kabel und Headset kommt keines der Smartphones hinaus. Enttäuschend ist vor allem, dass keine Schutzhülle beiliegt, die bei derart großen Geräten durchaus Sinn machen würde. Das kostet bereits zum Start ordentlich Punkte.

Design und Verarbeitung

Auf den ersten Blick wirken beide Smartphones sehr ähnlich, was sich auch beim genaueren Hinschauen bestätigt. Das Titan hat lediglich eine weniger runde Formgebung. Die Unterschiede, die vor allem auf der Rückseite auffallen, sind der Gesamtkonstruktion geschuldet. Denn während sich beim Titan der Akkudeckel abnehmen lässt, hat HTC beim One X den Akku fest verbaut, die Micro-SIM-Karte wird an der Oberseite des Gehäuses eingesteckt. Das Titan kommt noch mit gewöhnlichem SIM-Karten-Slot unter dem Akku.

Mit Tasten geizt HTC. Neben Ein- und Ausschalter an der Oberseite und Lautstärken-Wippe an der rechten Seite verfügen One X und Titan über keine echten Tasten. Unter dem Display sitzen drei Softkeys mit folgenden Belegungen: HTC One X: Zurück, Startbildschirm, Multitasking – HTC Titan: Zurück, Startbildschirm (Windows-Taste), Suchen. Einen manuellen Kameraauslöser hat keines der Geräte an Bord. Oben findet sich noch der 3,5mm-Anschluss für Kopfhörer, links die USB-Buchse zum Aufladen. Beim One X können über den USB-Anschluss per Adapterkabel auch HDMI-Signale an einen Fernseher ausgegeben werden.

Nicht nur optisch, sondern auch in Sachen Verarbeitung liegen die beiden Smartphones sehr nahe beieinander. Insgesamt wirkt das One X einen Tick schicker, was vor allem dem Gehäuse ohne Spaltmaße zu verdanken ist. Dafür lässt sich der Akku nicht austauschen. Aber auch das Titan bewegt sich auf einem hohen Verarbeitungs-Niveau.

Ausstattung: Telefonie/Daten

Über die Datenausstattung eines Smartphones gibt es heute kaum zu diskutieren. Quadband, HSPA, WLAN und Bluetooth sind Standard. Die nächste Mobilfunk-Version LTE hat noch keines der beiden Geräte verbaut. Das HTC One X verfügt zudem über NFC, womit es zum Beispiel fürs drahtlose Bezahlen vorbereitet ist. Ebenso selbstverständlich ist eine GPS-Schnittstelle.


Das One X ist HTCs erstes Smartphone mit einem Vierkern-Prozessor.

Ausstattung: Hardware

Auf sehr hohem Niveau liegen die Displays der beiden Geräte. HTC beweist, dass es nicht immer AMOLED sein muss, Super-LCD heißt das Zauberwort. Mit einer Diagonalen von 4,7 Zoll (ca. 11,5 Zentimeter) sind die Touchscreens riesig, was die Smartphone aber (fast) zu groß für die Hosentasche macht. Beim One X mit Android-Betriebssystem kann HTC ein Panel mit einer hohen Auflösung verbauen (1.280 x 720 Pixel), das aktuell zu den besten Displays auf dem Smartphone-Markt gehört. Das Titan hingegen muss mit deutlich geringerer Auflösung auskommen (800 x 480 Pixel), da Windows Phone momentan keine höheren Auflösungen unterstützt. Hier wird erst die nächste Version des Betriebssystems Ende 2012 für Abhilfe sorgen, was für die Titan-Käufer aber zu spät kommt – Hardware lässt sich nun einmal nicht updaten.

Die technischen Unterschiede zwischen Titan und One X zeigen sich auch bei der Prozessor-Ausstattung. Das gerade auf den Markt gekommene One X verfügt über einen Quad-Core-Prozessor, der vier Kerne a 1,5 GHz beinhaltet. Zusätzlich hat HTC einen 500-MHz-Prozessor eingebaut, der im Standby für einen geringen Energieverbrauch sorgen soll. Damit kann das Titan nicht aufwarten. 1,5 GHz hat es zwar auch, allerdings nur in einfacher Ausführung. Auch hier ist Microsoft Schuld: Windows Phone unterstützt aktuell keine Dual- oder Quad-Core-Prozessoren. Daher ist das HTC One X die optimale Spielemaschine für grafikhungrige Titel. Über die App „Nvidia Tegra Zone“ aus dem Google Play Store (früher Android Market) können extra für die von HTC verbaute Tegra-Plattform optimierte Spiele heruntergeladen werden.

In Sachen Speicher sind Besitzer der beiden Smartphones verwöhnt: Das Titan bietet 16 GByte, das One X 32 GByte Speicherplatz. Dafür fehlt ein Speicherkartenslot zur Erweiterung. Füllen lässt sich der Platz dennoch schnell: Manch aktuelles Spiel aus den App-Stores lädt beim ersten Start Daten nach, ein von uns getestetes Golfspiel kam auf satte 750 MByte.

Fotos und Videos können beide Smartphones aufzeichnen. HTC hat jeweils eine 8-Megapixel-Kamera spendiert, die sich allerdings qualitativ allerdings stark unterscheidet. Während Fotos und Videos beim One X gut aussehen (das One X filmt in voller HD-Auflösung), tendieren Fotos der Titan-Kamera zur Unschärfe. Auch beim Filmen (beim Titan in kleiner HD-Auflösung) sind die Unschärfe-Effekte zu erkennen. Probleme hat die One-X-Kamera allerdings mit dem Scharfstellen von nahen Motiven. Oft wird das erste Foto unscharf (siehe auch Fotostrecke am Ende des Artikels).

Software und App-Stores

Im Werkszustand sind beide Smartphones nicht sehr üppig mit Programmen bestückt. HTC installiert auf dem One X immerhin einen PDF-Viewer und eine Vollversion von Polaris Office zum anzeigen und bearbeiten von Office-Dokumenten. Beim Titan ist dank Microsoft Office ein vollwertiges Office-Programm mit dabei.

Über den Play Store und den Marketplace lassen sich auf den Geräten beliebig Apps installieren. Für jeden Bedarf finden sich sowohl fürs One X als auch fürs Titan die passenden Programme. Der Play Store von Google ist allerdings bei der Anzahl der verfügbaren Apps besser und vielfältiger als der Microsoft Marketplace.


Titan heißt HTCs größtes Windows Phone.

Praxis

Das Wichtigste, gerade für Smartphone-Neulinge, ist eine logische Bedienbarkeit, die sich in Teilbereichen auch den eigenen Gewohnheiten anpassen lässt. Während Android hier auf Vielfältigkeit setzt, beeindruckt Windows Phone durch die Einfachheit.

HTC überzieht das Google-Betriebssystem beim One X mit der hauseigenen Oberfläche Sense in der Version 4. Diese erlaubt, auf sieben Startbildschirmen Programmverknüpfungen und Widgets abzulegen. Das Hauptmenü ist über einen Button am unteren Bildschirmrand zu erreichen. Wichtig Funktionen stehen auch in der Statusleiste oben bereit – durch einfaches Herunterziehen kommen wichtige Einstellungen wie Flugzeugmodus und Bluetooth zum Vorschein. In Sachen Multitasking ist Android 4 ein Spezialist. Über die rechte Taste unter dem Display wird der Taskmanager gestartet, der zuletzt verwendete Apps anzeigt. Manuell beenden lassen Sie sich durch einen einfachen Wisch nach oben. Wer sich also nicht auf das Speichermanagement des Systems verlassen möchte, kann hier ohne Zusatzprogramme eingreifen.

Ganz anders sieht es beim Titan aus. Microsoft erlaubt nicht, über Windows Phone eine Hersteller-Oberfläche zu stülpen. Auf dem Startbildschirm liegen so genannte Kacheln, die teilweise auch mit Live-Funktionen bestückt sind und somit den Widgets von Android ähneln. Mit einem Wisch nach links öffnet sich das Hauptmenü, das als alphabetische Liste alle installierten Apps auflistet. Multitasking gibt es auch – dazu muss die Zurück-Taste für zwei Sekunden gedrückt gehalten werden. Das Beenden von Programmen ist allerdings nicht möglich.

Die meisten Smartphones leiden unter einer kurzen Akkulaufzeit. Die macht auch vor One X und Titan nicht Halt. Das One X kam im Test bei Chip auf eine Sprechzeit von sechs Stunden und eine Online-Laufzeit von fünf Stunden. Beim Spielen geht dem One X deutlich früher der Saft aus. Im typischen Alltagsgebrauch sollte das One X alle zwei Tage an die Steckdose. Gleiches gilt fürs Titan, wobei dessen Laufzeiten schlechter ausfallen: viereinhalb Stunden in Sachen Sprechzeit und knapp fünf Stunden beim Dauersurfen.

Zum Telefonieren taugt das One X etwas besser, Gesprächspartner klingen auf beiden Seiten sehr angenehm. Dafür enttäuscht der Freisprecher, der wiederum beim Titan ein absoluter Pluspunkt ist.

Preis

Von der Preisempfehlung von 599 Euro ist beim HTC Titan nicht mehr viel übrig geblieben. Aktuell (Stand: April 2012) findet sich das Gerät in Onlineshops ab 380 Euro, für das One X werden 530 Euro aufgerufen. Sicher werden die Preise noch etwas weiter sinken, über 500 Euro fürs One X sind allerdings kein Pappenstiel. Wobei: Apple-Käufer werden über diese Preis lachen.

Fazit

Ja, HTCs Modelle One X und Titan lassen sich vergleichen, wobei dies ein bisschen unfair ist – schließlich hat das Titan schon ein halbes Jahr auf dem Buckel, während das One X erst seit Kurzem auf dem Markt ist. Ihre Alltagsaufgaben erledigen beide Smartphones gut. Wer sich viel mit Spielen beschäftigt und auf volle Individualisierbarkeit setzt, könnte mit dem One X glücklich werden. Anwender, die ein einfach zu bedienendes Smartphone wünschen, sollten sich eher das Titan anschauen.

Pro HTC One X

  • schnelle Performance
  • hervorragende Verarbeitung
  • erstklassiges Display
  • gute Kamera
  • schicke Oberfläche Sense 4
  • aktuelles Android-System
  • NFC-Schnittstelle

Pro HTC Titan

  • ruckelfreie Bedienbarkeit trotz Single-Core-Prozessors
  • gute Verarbeitung
  • einfache Bedienung
  • schicke Betriebssystem-Optik
  • volle Office-Kompatibilität

Kontra HTC One X

  • nicht mehr Hosentaschen-tauglich
  • schwacher Freisprecher
  • keine Sondertasten für Kamera u.ä.
  • hoher Preis

Kontra HTC Titan

  • nicht mehr Hosentaschen-tauglich
  • kleine Display-Auflösung
  • mäßige Kamera und Sprachqualität
  • keine Sondertasten für Kamera u.ä.
  • geringe Akkulaufzeit

Testnote HTC One X: sehr gut (86,2 Prozent)

Information: So testet Vieraugen Handy

Disziplin Prozentpunkte
Lieferumfang 35
Design / Verarbeitung 91
Ausstattung 84
Multimedia 98
Praxis 86
GESAMTERGEBNIS 86,2

Testnote HTC Titan: sehr gut (84,3 Prozent)

Information: So testet Vieraugen Handy

Disziplin Prozentpunkte
Lieferumfang 35
Design / Verarbeitung 88
Ausstattung 87
Multimedia 91
Praxis 81
GESAMTERGEBNIS 84,3

Bilder von HTC One X und HTC Titan finden Sie in der folgenden Fotostrecke:

Johannes Michel, 26. April 2012.

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