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Test Sony Ericsson W760i

Von Johannes Michel. Publiziert am 24. Juli 2008

Im Laufe weniger Wochen haben wir, nach dem C702, das zweite GPS-Handy von Sony Ericsson einem Volltest unterzogen. Das Walkman-Handy W760i überrascht durchaus, zeigt aber auch Schwächen. Ob Sie mit ihm ordentlich navigieren können und was sonst noch in ihm steckt, erfahren Sie bei uns.

Walkman mit GPS
Auf den ersten Blick unscheinbar, aber dennoch so einiges unter der Haube

Sony Ericsson wird aktuell gerne vorgeworfen, immer das gleiche Handy in immer neue Hüllen zu stecken und nichts wirklich Neues zu entwickeln. Dieser Vorwurf ist begründet, denn auch dem W760i fehlen die Innovationen. Nutzer kritisieren, dass GPS in einem Handy ohne erweiterbares Betriebssystem wenig Sinn macht. Ist das wirklich so? Wir haben uns das W760i genau angesehen.



Fotostrecke zum Sony Ericsson W760i

Lieferumfang und Verpackung

Farbenfroh zeigt sich Sony Ericsson bereits bei der Verpackung des W760i. Je nach Farbe des Geräts – das W760i ist in „Fancy Red“, „Intense Black“ und „Rocky Silver“ erhältlich, wechselt auch die Verpackung das Aussehen. Unser Testgerät mit der Farbe „Intense Black“ hat auf der Gehäuse-Rückseite einen gelben Streifen, daher findet dieser sich auch auf der Verpackung.
Beim Lieferumfang zeigt Sony Ericsson absoluten Standard und damit keinerlei Überraschung. Neben dem Handy, dem Akku, einem Ladegerät, den Bedienungsanleitungen, einer CD-Rom mit Software sowie dem USB-Datenkabel liegt auch ein Walkman-Headset mit In-Ear-Kopfhörern in der Schachtel. Damit es auch gleich los gehen kann, steckt im Handy eine Speicherkarte mit einem GByte Platz. Hier hätte sich Sony Ericsson, wie beispielsweise beim W890i mit zwei GByte, etwas großzügiger zeigen können.

Design und Verarbeitung

Mit einer Dicke von 15 Millimetern ist das W760i gerade noch Hosentaschen-tauglich. Gegen ein flaches Gerät wie das W890i wirkt es allerdings äußerst klobig. Dennoch ist es Sony Ericsson nach dem W910i zum zweiten Mal gelungen, einen ordentlichen Slider auf die Beine zu stellen. Die Front wirkt mit den hinter den Tasten eingebauten Lautsprechern offen und modern. Auch die Noppen im unteren Bereich, die sich auch auf der Rückseite wieder finden, unterstreichen diesen Anspruch.
Beim Blick auf die Oberseite fällt sofort auf, dass das W760i nicht mehr über einen dort angebrachten An- und Ausschalter verfügt. Diese Funktion übernimmt nun die Auflegen-Taste. Links befinden sich der Fastport-Systemanschluss für Ladegerät und Headset sowie eine Sondertaste zum Aktivieren des Walkman-Musikplayers. Eine Klinkenbuchse für eigene Kopfhörer hat das Handy nicht zu bieten, allerdings legt Sony Ericsson einen Adapter bei. Auf der rechten Seite wurde die Taste zur Regelung der Lautstärke angebracht.
Da die Kamera nicht auf der Rückseite, sondern unter dem Slidermechanismus montiert ist, muss das Handy zum Fotografieren aufgeschoben werden. Aus diesem Grund gibt es keinen eigenen Auslöser für die Kamera, diese Funktion übernimmt die zentrale Navigationstaste. Ein kleiner Kritikpunkt dürfte vielen auf der Vorderseite sofort ins Auge stechen: Der Schriftzug „Sony Ericsson“ über dem Display ist lediglich aufgedruckt und nicht eingeprägt. Dies wirkt etwas schlampig und nicht gerade edel, vor allem, da die Schrift minimal verschwimmt.
In Sachen Verarbeitung fanden wir keinen Grund zur Klage. Alles sitzt bombenfest, wirkt aber aufgrund des hohen Plastikanteils etwas billig. Lobenswert: Der Speicherkarten-Einschub ist auf der Oberseite des Handys angebracht und nicht, wie bei vielen anderen Geräten, unter dem Akkudeckel. Die positive Folge: Ein Verschleißteil weniger.


Schlicht und modern: Die Rückseite des W760i.

Hardware und Ausstattung

Display
Bereits Bekanntes begegnet uns beim Display des W760i. Die Anzeige mit einer Diagonale von 2,2 Zoll kann 262.000 Farben mit einer Auflösung von 240×320 Pixel anzeigen. Damit hat Sony Ericsson die Front des Geräts ausgenutzt, wenn auch nicht optimal. Wir dürfen gespannt sein, wann Sony Ericsson endlich ein den Rand mitnehmendes Display verbaut, wie es Nokia zum Beispiel beim kommenden N96 tun wird.
Features wie die Standby-Uhr hat Sony Ericsson auch beim W760i weggelassen. Das verwundert sicher die wenigsten Nutzer, mit diesem Manko müssen auch K850i- oder C902-Besitzer leben. Auf der anderen Seite kann das W760i aber bei der Ablesbarkeit unter Sonnenlicht wieder Punkte sammeln. Über einen Helligkeitssensor verfügt das Gerät ebenfalls, allerdings hat Sony Ericsson ihn nicht wie üblich über, sondern unter dem Display verbaut. Dadurch bedecken desöfteren die Finger beim Navigieren durch die Menüs den Sensor, so dass die Displayhelligkeit gesenkt wird.

Tastatur
Mancher Handybesitzer klagt über die Unzulänglichkeiten seines Slider-Handys. Denn die Geräte mit Schieber haben oft den Nachteil, dass die Tasten zwar groß ausfallen, das Gerät aber im geöffneten Zustand den Schwerpunkt zu weit oben hat und daher beim Tippen Übergewicht bekommt. Dieses Problem ist beim W760i nicht vorhanden. Insgesamt ist uns in den vergangenen Monaten kein Sony-Ericsson-Handy begegnet, dass sich besser hätte bedienen lassen. Vor allem die großen Softkeys unter dem Display begeistern. Einzige Hürde für Vieltipper: Unterhalb der Tastatur könnte der Sliderrahmen stören, vor allem beim Drücken der Tasten „*“, „0“ und „#“. Da heißt es: Ausprobieren.

Speicher
Beim Speicherausbau hat Sony Ericsson erneut gespart. Intern hat das W760i gerade einmal 40 MByte Platz. Davon ist schon mehr als die Hälfte im Auslieferungszustand durch vorinstallierte Anwendungen belegt. Fotos, Videos und Musik wandern daher auf den ein GByte großen Memory Stick M2 Micro, der im Lieferumfang liegt. Auf Dauer wird der Speicherplatz aber zu klein sein, vor allem dann, wenn viel Musik auf das Handy geladen werden soll. Musikfreunde sollten daher über die Anschaffung eines großen M2-Sticks nachdenken. Aktuell sind Varianten mit bis zu acht GByte Speicher erhältlich.

Telefonbuch
1.000 Kontakte mit insgesamt bis zu 7.000 Untereinträgen können Sie im W760i ablegen. Das sollte im Regelfall ausreichen. Auch die Telefonbuchoptionen sind ordentlich und sinnvoll: Die Kontakte können sowohl auf dem heimischen Computer (mit Outlook oder der PC-Suite) als auch auf dem Memory Stick gesichert werden. So geht auch dann nichts verloren, falls das Handy einmal zum Service muss.


Großes Angebot: Vorinstallierte Programme auf dem W760i.

PIM-Funktionen
Gleiches gilt für die Kalender- und Aufgaben-Datenbank. Auch sie können über Outlook oder die PC-Suite mit dem Rechner zu Hause abgeglichen werden. Dennoch sind die Möglichkeiten hier deutlich geringer als bei vergleichbaren Geräten aus dem Hause Nokia. Diese erlauben unter anderem die Termin- und Aufgabenanzeige direkt im Standby. W760i-Nutzer steht diese Funktion nicht zur Verfügung, sie können nur Notizen im Standby ablegen.

Menüführung
Ohne Frage hat sich die Menüführung von Sony Ericsson über die Jahre mit zu den besten im Handymarkt gemausert. Daher ist auch keiner der Entwickler versucht, hier gravierend etwas zu verändern. Das Hauptmenü verteilt sich auf zwölf Punkte, statt dem Eintrag „Alarme“ (wie zum Beispiel beim K850i) wurden die „Ortsbezogenen Dienste“ ins Menü aufgenommen.
Die vier Richtungen der Navigationstaste können Sie frei belegen, dafür ist die Belegung der Shortcuts (mit „Medien“ und „Kontakte“) nicht veränderbar. Über die Display-Designs können Sie außerdem den Menüs einen eigenen Look verleihen. Voll personalisierbar ist auch das Aktivitätenmenü, das über eine eigene Taste angesteuert wird. Hier können Sie weitere wichtige Verknüpfungen anlegen, vor allem zu Programmen und Menüpunkten, die Sie häufig nutzen, beispielsweise Bluetooth oder den Dateimanager.

Profile
Auch das W760i verfügt über sieben Profile, die vollständig personalisierbar sind. Allerdings hat Sony Ericsson die Profilfunktion stark beschnitten. Schon seit einigen Jahren kritisieren wird die globale Klingeltonauswahl. Bei früheren Geräten konnte jedem Profil ein eigener Klingelton zugeordnet werden. Da das W760i nicht über eine separate An- und Aus-Taste verfügt, sollten die Profile beispielsweise als Schnellzugriff abgelegt werden.

Nachrichten

Neben dem Telefon spielen auch die Nachrichten-Funktionen eine immer größere Rolle. Nachdem sich die MMS nicht durchgesetzt hat, versenden mehr und mehr Nutzer ihre E-Mails vom Handy aus. Mit dem W760i ist das kein Problem, auch wenn zur gleichen Zeit immer nur ein Mailkonto aktiv sein darf. Wer zwei Konten abrufen möchte, muss umständlich im Optionen-Menü das Konto wechseln. Dieses Problem schleppt Sony Ericsson schon seit einigen Jahren mit sich herum – bei kommenden Geräten sollte hier unbedingt nachgebessert werden.
In Sachen SMS, MMS und RSS-Feeds allerdings ist der Komfort beim W760i sehr hoch. So kann beispielsweise eine SMS direkt in eine MMS umgewandelt werden, falls sich im Nachhinein zeigt, dass der Text für eine SMS zu lang ist. Auch das versehentliche Verwerfen einer halbfertigen Nachricht ist nahezu unmöglich, da das W760i in jeder Situation nachfragt, was der Nutzer von ihm möchte.
Interessant sind auch die RSS-Feeds. Diese können auch im Standby als eine Art Nachrichtenticker angezeigt werden. So werden Neugierige immer mit den neuesten Nachrichten versorgt. Sowohl für die Feeds als auch für die E-Mail-Nutzung gilt allerdings: Eine Datentarif ist absolut Pflicht, sonst kann’s ganz schnell teuer werden.


Zum Fotografieren muss das Handy aufgeschoben werden.

Kamera

Sony Ericsson pflegt trotz Kritik seine Trennung von Walkman- und Kamera-Handys weiter. Daher verfügt das W760i zwar über eine 3,2-Megapixel-Kamera, allerdings ohne Fotolicht und ohne Autofokus. Folglich muss das W760i mit einem Fixfokus auskommen und kann im Dunkeln keine Bilder schießen. Die Aufnahmen im Freien liegen etwa auf dem Niveau des W890i, das allem Anschein nach über die gleiche Kamera verfügt – subjektiv gefielen uns die Bilder aber etwas besser. Einige Testbilder finden Sie auch in unserer Fotostrecke.
Videos kann das W760i mit 320×240 Pixel aufnehmen. Die Qualität ist trotz der geringen Auflösung akzeptabel – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Multimedia- und Walkman-Player

Eine der beiden wirklichen Stärken des W760i ist ganz klar die Musikfunktionalität. Der Walkman-Player findet sich an zwei Orten wieder: im Medienmenü und als eigenständige Anwendung. Optionen wie Cover- und ID3-Tag-Anzeige, Equalizer mit Mega-Bass, Abspiellisten und Genre- oder Jahr-Sortierung sind kein Problem fürs W760i. Auch Walkman-Funktionen wie Sense-Me und TrackID hat Sony Ericsson eingebaut.

Nähere Informationen zu SenseMe finden Sie in der Fotostrecke des Artikels „Tipps zum W890i“ bei Xonio.com (externer Link) …

Im Menü „Unterhaltung“ hat sich nichts verändert, hier sind die DJs für Foto, Musik und Video untergebracht. Bei den vorinstallierten Spielen hat sich Sony Ericsson aber mächtig ins Zeug gelegt. Highlight ist „Need For Speed Pro Street“, das sich sogar mit dem Bewegungssensor steuern lässt. Um nach links zu lenken, wird das Handy hier einfach leicht nach links gekippt. Daneben sind fünf weitere Spiele mit dabei.

GPS-Funktion

Mit dem eingebauten GPS-Empfänger kann, in Kombination mit der Anwendung Google Maps, der eigene Standort anzeigt werden. Dafür notwendig ist allerdings eine Internetverbindung, da Google Maps die Karten aus dem Netz lädt. Gleiches gilt für den als Probeversion installierten Wayfinder Navigator. Wer auf Zusatzkosten verzichten möchte, muss daher mit einer stark eingeschränkten Funktionalität leben. Interessant ist noch der Tracker, der zum Beispiel die gelaufene Wegstrecke aufzeichnet – für Jogger oder Radfahrer sicherlich brauchbar.

Datenfunktionen

Außer W-LAN und dem veralteten Infrarot haben es alle Datenfunktionen ins W760i geschafft. Im Internet surft das Handy dank HSDPA sehr flott, in schlechter versorgten Gebieten stehen noch EDGE und GPRS zur Verfügung. Per Bluetooth und USB können Daten ausgetauscht werden. Somit wandert eine ganze Musiksammlung per Hi-Speed-USB in wenigen Minuten auf das Handy bzw. die Speicherkarte.

Akustik

Mit den Akustikwerten des W760i waren wir sehr zufrieden, auch wenn der Gesprächspartner auf beiden Seiten etwas unnatürlich klingt. Probleme bekamen wir nur mit dem Freisprecher. Auf höchster Lautstärke ist dieser nicht unbedingt outdoor-tauglich, zudem scheppert er stark.

Standby- und Gesprächszeit

Als Standbyzeit gibt Sony Ericsson etwa 15 Tage an, die Gesprächszeit im UMTS-Netz soll bei vier Stunden liegen. Im Langzeittest kamen wir auf etwa eine Woche Standby, wobei das Gerät nur wenig genutzt wurde. Wer viel Musik hört oder gerne am Handy herumspielt, wird schon nach zwei bis drei Tagen das Ladegerät anschließen müssen. Die Gesprächszeit von vier Stunden hingegen erscheint realistisch.

Fazit

Zwar schneidet das W760i mit 84 Punkten etwas schlechter ab als das flache W890i. Dennoch würden wir bei der Wahl des Handys das W760i vorziehen. Gründe dafür sind die erweiterte Funktionalität (GPS) sowie die bessere Bedienbarkeit aufgrund größerer Navigationstasten. In Sachen Kamera muss das W760i allerdings Federn lassen. Auch beim Lieferumfang gibt’s aufgrund der geringen Speicherkarten-Größe Abzüge. Und die sorgen im Endeffekt dafür, dass das W760i weniger gut dasteht als sein flaches Schwestermodell, obwohl es mehr fürs Geld zu bieten hat.

Pro:

  • gute Verarbeitung
  • ordentliche Tastatur mit großen Navigationstasten
  • GPS
  • helles Display

Kontra:

  • kleiner interner Speicher, Speicherkarte fasst nur ein GByte
  • Kamera ohne Fotolicht
  • scheppernder Freisprecher
  • keine Videotelefonie möglich (fehlende zweite Kamera)

Fotostrecke zum Sony Ericsson W760i

Information: So testet Vieraugen Handy

Disziplin Prozentpunkte
Lieferumfang 60
Design / Verarbeitung 79
Ausstattung 72
Multimedia 64
Praxis 77
GESAMTERGEBNIS 71,1
Johannes Michel, 24. Juli 2008.

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Rubrik Testberichte

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