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Test Sony Ericsson Z600

Von Johannes Michel. Publiziert am 28. Februar 2004

Seit Ende 2003 ist das Z600 als Topmodell von Sony Ericsson – sieht man einmal von den Smartphones P800 und P900 ab – auf dem Markt. Die Ausstattung ist bis auf einige kleine Änderungen mit dem T610 und dessen Nachfolger, dem T630, vergleichbar. Nach drei Monaten im Einsatz untersucht Vieraugen Handy nun das Z600 auf seine Praxistauglichkeit.

Erfahrungs- und Testbericht Sony Ericsson Z600
Top ausgestattet, aber leider mit einigen kleinen Schwächen

Menüführung

Die Menüführung ist Sony Ericsson-typisch angelegt. Während in der vorangehenden Modellreihe (T68i) noch neun Symbole im Hauptmenü zu finden waren, sind es jetzt zwölf. Hinzugekommen ist eine direkte Verknüpfung mit der Startseite des eingebauten Wap-Browsers, ein eigener Menüpunkt für die Kamera und die Menügruppe Unterhaltung, wo Anwendungen und Spiele gespeichert werden. Das Menü ist durch die Symbole mit erklärendem Text sehr logisch und einfach aufgebaut, was zeigt, dass Nokia in Sachen einfacher Menüführung längst nicht mehr unangefochten auf Platz eins steht.

Datenfunktionen

Ausgestattet ist das Z600 optimal. GPRS, HSCSD, Infrarotschnittstelle, serielles Modem und Bluetooth machen es zur Datenmaschine. Dem Surfen im WAP sind durch den WAP 2.0-Browser keine Grenzen gesetzt.

Hardware-Ausstattung

Das Display des Z600 stellt 65.536 Farben bei einer Größe von 128 x 160 Pixeln dar – top. Diese Farbanzahl scheint sich mittlerweile in der Oberklasse der Handys immer mehr zu etablieren. Im Gegensatz zum T610 wurde hier kein LCD-, sondern ein TFD-Display verwendet, was zu einer guten Ablesbarkeit auch unter extremen Bedingungen wie zum Beispiel direkter Sonneneinstrahlung führt. Das Außendisplay ist eine der Schwächen des Z600. Die kleine Monochromanzeige eignet sich wirklich nur für die Anzeige der Uhrzeit oder einer eingegangenen SMS. Mehr kann hier nicht erwartet werden. Schade, dass Sony Ericsson hier gespart hat, wo doch Konkurrenten wie Samsung schon auf Außendisplays mit 65.000 Farben setzen.
Die Oberschalen des Z600 sind auswechselbar. So kann jeder Nutzer das Handy seinem individuellen Geschmack anpassen. Erwähnenswert ist, dass eine Oberschale bei einem großen Internet-Auktionshaus schon für unter zehn Euro erstanden werden kann.
Die polyphonen Klingeltöne klingen sehr gut. Gelungen: Dem SMS- Eingang lässt sich jetzt auch ein eigener Ton zuordnen, was beim T68i und beim T300 noch nicht möglich war.
Beim ersten Betrachten schien das Gerät noch als sehr dick. Nach einiger Zeit hat sich der Nutzer aber daran gewöhnt. Dem Tragen in der Hosentasche steht nichts im Wege.

Messaging-Funktionen

Das Z600 unterstützt SMS, MMS und E-Mail. Ein Geschwindigkeitsproblem beim Tippen besteht nicht mehr, was noch bei Vorgängermodellen zu beklagen war. Nachrichten lassen sich komfortabel mit T9 in einer ordentlichen Geschwindigkeit erstellen.
In Sachen MMS muss sich das Z600 nicht verstecken. Mehrere Seiten können definiert werden, das Erstellen einer Multimedia-Nachricht macht auf diese Art und Weise endlich Spaß.
Problematisch zu betrachten ist allerdings der E-Mail-Client des Z600. Während sich im Test keine Probleme beim Empfang von Mails zeigten, kam die Überraschung beim Erstellen einer Mail. Sony Ericsson hat wie auch schon beim T68i eine Zeichenbeschränkung eingebaut, die etwa bei 1.000 Zeichen liegt. Danach ist Schluss und das Z600 verweigert seinen Dienst. Schade. Denn eine derartige Beschränkung führt eine E-Mail-Funktion in einem Handy ad absurdum.

Organizer-Qualitäten

In alter Ericsson-Manier lässt sich das Z600 mit Outlook synchronisieren. Das Mitnehmen des gesamten Terminplaners macht das Mobiltelefon für Geschäftsleute interessant. Im Test zeigten sich keine Probleme mit der Übertragung der Daten aus Outlook.

Kamera

Für Schnappschüsse reicht die eingebaute Kamera des Z600 allemal, für mehr ist sie aber nicht zu gebrauchen. Bei einer Auflösung von nur 352 x 288 Pixeln sehen Fotos am Computerbildschirm recht pixelig aus. Die Qualität ist ebenfalls nicht gerade überzeugend. Ein eindeutiger Schwachpunkt des Z600 – schade.

Akku, Speicher und Bedienung

Bei normaler Nutzung (ab und zu ein Telefonat, täglich Versand einiger SMS) hielt das Z600 im Test etwa eine Woche durch – ein Durchschnittsergebnis. Unverständlich, warum Sony Ericsson in Sachen Akkutechnik einen Rückschritt gemacht hat. Während im T68o noch ein Li-Polymer-Akku verbaut wurde, besitzt das Z600 wieder einen altbackenen Li-Ionen-Akku.
Der Speicher des Z600 ist mit 2 MB sehr knapp bemessen. Das reicht gerade einmal für ein paar Fotos in höchster Auflösung, da Klingeltöne und gespeicherte MMS ebenfalls platzintensiv sind.
Die Bedienung erwies sich mit der 5-Wege-Taste als sehr effektiv. Auf einen Joystick a la T68i und T610 wurde verzichtet.

Fazit

Das Z600 ist ein T610 als Klapphandy. Es spielt durchaus in der obersten Liga der Mobiltelefone, weist aber leider einige gravierende Mängel auf. Die Verarbeitung unseres Testgerätes war top.

Tipp: Wenn sie sich für das Z600 interessieren, kaufen Sie sich kein Z600 bei Vodafone. Die Geräte dieses Netzanbieters sind mit einem Branding versehen, was die effektive Bedienung des Gerätes untergräbt. Auch beim größten Internetauktionshaus sind viele der angebotenen Geräte gebrandet. Also achten Sie auf jeden Fall auf die Angabe: „Original-Gerät ohne Branding“!

positiv

– effektive Bedienung

– große Tasten, gutes Innendisplay

– Menüführung top

– gute Ausstattung

– Klangqualitäten

– Organizer mit Outlook-Abgleich

negativ

– zu geringer Speicherplatz (2 MB)

– veraltetes Außendisplay (monochrom)

– beschränkte E-Mail-Funktion

– schwache Kamera (nur CIF-Auflösung)

Johannes Michel, 28.02.2004

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