splash
Willkommen
Herzlich Willkommen bei Vieraugen Handy.
Bei uns finden Sie Tests, Kaufberatung, News und mehr zu Handys und Smartphones.

Aktuell bei Vieraugen Handy

Sie werden immer seltener: Die besten Handys ohne Kamera

Test: Multimedia-Smartphone Sony Ericsson Xperia Arc S mit Android

Vergleichstest: Android-Smartphone HTC One X gegen Windows-Phone HTC Titan

 

Test Sony Ericsson W890i

Von Johannes Michel. Publiziert am 6. Mai 2008

Mit dem W890i versucht Sony Ericsson, den Erfolg des flachen Walkman-Handys W880i zu wiederholen. Das könnte dem schwedisch-japanischen Joint-Ventures auch gelingen, bietet das W890i doch von allem etwas. Wirklich gut ist es allerdings nur in Sachen Musik.

Auf Musik getrimmt
Das Sony Ericsson W890i ist ein Alleskönner, begeistert aber vor allem bei den Musikfunktionen

Die Walkman-Handys nehmen im Produkt-Portfolio von Sony Ericsson mittlerweile einen großen Platz ein. Längst sind sie zu einem wichtigen Produkt geworden. Daher geht Sony Ericsson beim W890i auf Nummer sicher – vor allem keine Experimente lautet die Devise.


Fotostrecke zum Sony Ericsson W890i

Lieferumfang und Verpackung

Das W890i kommt in einer stylischen Verpackung zum Kunden. Auf der Oberseite thront das Handy, darunter finden sich die mitgelieferten (Zubehör-)Teile. Da wären der Akku (950 mAh), das Ladegerät, eine Speicherkarte Memory Stick Micro M2 mit einer Kapazität von zwei GByte, ein USB-Datenkabel, ein Stereo-Kopfhörer (HPM-70), die CD mit Synchronisationsprogramm und einigem mehr sowie die Bedienungsanleitung und eine Musikbroschüre.

Design und Verarbeitung

Hosentaschen-Träger werden sich beim W890i vor allem über die Maße freuen. Mit einer Dicke von gerade einmal einem Zentimeter knüpft es nahtlos ans W880i an. Mit 10,4 Zentimetern in der Höhe und 4,7 Zentimeter in der Breite fällt es auch ansonsten sehr kompakt aus. Auch das Gewicht liegt mit 78 Gramm sehr niedrig.
Auf der Oberseite hat Sony Ericsson nur den Ein-/Aus-Schalter untergebracht, eine Infrarot-Schnittstelle bietet das W890i ohnehin nicht mehr. Links finden sich dann die Walkman-Taste sowie der Fastport-Systemanschluss. An ihn können Sie auch das mitgelieferte Headset anschließen. Eine Klinkenbuchse sitzt nicht im Handy selbst, sondern am Stecker. Daher nimmt das W890i mit angeschlossenen Kopfhörern in der Breite deutlich zu, da der Stecker nicht gerade klein konstruiert ist. Auf der rechten Seite befinden sich die Lautstärke-Tasten und der Auslöser für die Kamera.
Aktuell ist das W890i in zwei Farben lieferbar: Silber und Mocha-braun. Bei den Netzbetreibern sind auch weitere Editionen, allerdings mit Branding, erhältlich. Über die Verarbeitung gibt es nichts Negatives zu berichten – das W890i überzeugt hier auf ganzer Linie. Gut gefallen hat uns vor allem der Akkudeckel, der fast die gesamte Rückseite einnimmt und über Schiebetasten an der Seite geöffnet werden kann. Eine ähnliche Konstruktion kennen wir bereits vom K600i. Dies hat allerdings zum Nachteil, dass sich auch der Einschub für die Speicherkarte unter dem Akkudeckel befindet – allerdings nicht unter dem Akku. Das Handy muss also nicht zum Wechseln der Karte ausgeschaltet werden.

Hardware und Ausstattung

Display
Beim Display verbaut Sony Ericsson Standardware. Die Anzeige kann 262.000 Farben mit einer Auflösung von 240×320 Pixel darstellen. Die aktive Fläche liegt bei 2,0 Zoll, wobei das Display keineswegs die vorhandene Fläche ausnutzt – auf der Front wäre durchaus Platz für mehr gewesen. Über den Helligkeitssensor (angebracht neben dem Walkman-Logo) passt sich das Display der aktuellen Umgebung an. Unter direkter Sonneneinstrahlung leuchtet es also heller als in einem dunklen Zimmer, wobei es nicht hundertprozentig Outdoor-tauglich ist: Unter direktem Sonnenlicht fällt das Lesen einer Kurznachricht doch schwer. Über das Display-Design können Sie allerdings für Verbesserung sorgen: Stellen Sie einfach im Sommer ein Design mit hellen Farben und Hintergründen ein. Dies sorgt für bessere Ablesbarkeit.
Im Standby zeigt das Display, wie bei den meisten aktuellen Sony Ericssons, weder Uhrzeit noch sonstige Informationen an. Zum Ablesen des Status müssen Sie eine der beiden Lautstärke-Tasten auf der rechten Seite drücken, dann wird für einige Sekunden die Uhrzeit eingeblendet, ebenso eingegangene Nachrichten und Ereignisse wie verpasste Anrufe. Wie auch viele Fans und Nutzer in den Handyforen würden wir uns eine vollwertige Standby-Uhr wünschen, wie Sie zuletzt beim K800i verbaut wurde, auch wenn dies möglicherweise einige Stunden Akkulaufzeit kosten mag.

Tastatur
Sony Ericsson hat die Klagen der W880i-Besitzer erhört und dem Nachfolger eine bessere Tastatur verpasst. Beim W880i beschwerten sich viele Käufer über die gerade einmal Reiskorn-großen Tasten, die für viele das Nachrichten-Tippen erschwerten. Das W890i bietet nun ein ausreichend dimensioniertes Tastenfeld mit gutem Druckpunkt. Einzig die zentrale Navigationstaste könnte größer ausfallen. Gerade bei schneller Bedienung, zum Beispiel in Spielen, sind die Tasten nur schwer zu treffen.
Wenig begeistert zeigen sich viele Sony-Ericsson-Stammkunden zudem über die Abheben- und Auflegen-Tasten an der Front, die sie als nicht notwendig erachten. Laut Sony Ericsson sollen Sie aber vom Massenmarkt gewünscht worden sein – man kann es nun einmal niemanden zu hundert Prozent recht machen.

Speicher
Im Auslieferungszustand sind auf dem W890i gerade einmal 21 MByte Speicherplatz frei – zu wenig für ein Multimedia-Handy. Immerhin liefert Sony Ericsson eine Speicherkarte mit, so dass auf den verfügbaren zwei GByte alle wichtigen Daten wie MP3s und Bilder abgelegt werden können. Auch Speicherkarten mit einer Kapazität von acht GByte laufen problemlos im W890i, allerdings steigen dann die Zugriffszeiten, z.B. bei der Sortierung von Musikdateien. Um die Karte zu wechseln, müssen Sie den Akkudeckel entfernen.

Telefonbuch
Im Telefonbuch des W890i können Sie bis zu 1.000 Kontakte mit 7.000 Einträgen verwalten. Das sollte für die meisten Nutzer vollkommen ausreichen. Die Sortierung des Telefonbuchs ist ebenso einstellbar wie die Sicherung der Daten: Muss das Handy einmal zum Service, können Sie die Kontakte auf der Speicherkarte sichern und anschließend wieder rückübertragen. Am komfortabelsten verwalten Sie das Telefonbuch am PC. Hier stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung – entweder Sie verwenden die mitgelieferte PC-Suite in Kombination mit Microsoft Outlook oder Sie greifen auf den im Internet kostenlos verfügbaren My Phone Explorer zurück.


Das Organizer-Menü des W890i.

PIM-Funktionen
Für Geschäftsleute dürfte sich das W890i aufgrund einer gravierenden Lücke eher weniger eignen: Nach wie vor können Sie bei Sony Ericsson, abgesehen von den Smartphones, Termine und Aufgaben nicht im Standby anzeigen lassen – ein gravierender Nachteil zu Nokias Series60-Geräten. In allen anderen Bereichen lässt auch das W890i keine Wünsche offen. Sie können Termine erstellen, bearbeiten und mit Erinnerung versehen. Auch Serientermine werden unterstützt. Gleiches gilt für die Aufgaben. Kalender und Aufgabenliste können ebenfalls mit Outlook synchronisiert werden, eine Bearbeitung ist auch beispielsweise mit dem My Phone Explorer möglich. Ein kleiner Trost für den fehlenden Desktop sind die Notizen, die ebenfalls am PC editierbar sind. Kleines Highlight hierbei: Notizen können Sie über „Optionen“ im Standby anzeigen lassen. Weitere Office-Features bietet das W890i nicht.

Menüführung
In Sachen Menü hat Sony Ericsson schon seit Jahren ein sehr erfolgreiches Konzept im Angebot, das nur wenige Fragen offen lässt. Das Hauptmenü verteilt sich auf zwölf Punkte, die zudem selbsterklärend sind. Einzig im Optionenmenü und im Dateimanager werden zusätzliche Reiter verwendet, die eine Unterteilung (z.B. in Display- und Verbindungseinstellungen) ermöglichen. Die vier Richtungen der Navigationstaste können Sie frei belegen, dafür ist die Belegung der Shortcuts (mit „Medien“ und „Kontakte“) nicht veränderbar. Über die Display-Designs können Sie außerdem den Menüs einen eigenen Look verleihen. Vorinstalliert sind auch so genannte Flash-Themes, die auch das Aussehen der Symbole im Hauptmenü verändern und, wenn gewünscht, mit Vibrationseffekten unterlegen. Voll personalisierbar ist auch das Aktivitätenmenü, das über eine eigene Taste angesteuert wird. Hier können Sie weitere wichtige Verknüpfungen anlegen, vor allem zu Programmen und Menüpunkten, die Sie häufig nutzen, beispielsweise Bluetooth oder den Dateimanager.

Profile
Sieben Profile stehen beim W890i zur Auswahl, die sich vollständig personalisieren lassen. Die von uns schon beim seit längerem kritisierte globale Klingeltonauswahl (bei früheren Geräten konnte jedem Profil ein eigener Klingelton zugeordnet werden) wurde auch beim W890i beibehalten. Das Profilmenü können Sie durch einen kurzen Druck auf die Ein-/Aus-Taste erreichen.


Nachrichten kann das W890i auch als RSS-Ticker anzeigen.

Nachrichten

Im Nachrichtenmenü hat sich seit K850i und W910i so einiges getan, und auch das W890i profitiert von den Neuerungen. Sie können SMS-Nachrichten nun auch auf der Speicherkarte ablegen, was nahezu unbeschränkten Speicherplatz garantiert. Ein Highlight der aktuellen Sony Ericssons ist zudem der RSS-Reader.
Er ist in der Lage, RSS-Nachrichten auch im Standby anzuzeigen. So werden Sie immer mit den neuesten Nachrichten oder neuen Artikeln Ihrer Lieblings-Homepages versorgt. Zu empfehlen ist diese Funktion allerdings nur dann, wenn Sie über einen ordentlich dimensionierten Datentarif (ab 200 MByte) oder eine Datenflatrate verfügen. Auch mit E-Mails und MMS kommt das W890i zurecht. Neu ist in allen Nachrichtenordnern zudem die Funktion, Nachrichten nach verschiedenen Kategorien zu sortieren. Beispiele wären Datum, Kontakt oder eine von Ihnen eingerichtete Gruppe wie Freunde oder ähnliches.

Kamera

Nach wie vor trennt Sony Ericsson Musik- und Kamera-Handys sehr deutlich voneinander. Das W890i bekommt deshalb eine 3,2-Megapixel-Kamera mit, die aber ohne Fotolicht und ohne Autofokus auskommen muss. Die Folge sind nur durchschnittliche Bilder, die vor allem bei Innen- und Nahaufnahmen deutliche Schwächen und Unschärfe aufweisen.
Videos nimmt das W890i mit 320×240 Pixel auf, die Qualität geht hierbei vollkommen in Ordnung. Pixeleffekte traten in unseren Testvideos kaum auf. Einen kurzen Testfilm können Sie sich hier herunterladen.

Multimedia und Walkman-Player

Im Fokus steht beim W890i ohne Frage der Walkman-Player. Er wurde in das schon von K850i und W910i bekannte Medienmenü eingebettet. Der Player ist in der Lage, ID3-Tags zu verarbeiten und Cover anzuzeigen, wobei das Cover in den ID3-Tag integriert sein muss. Über „Optionen“ stehen Ihnen zudem viele Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dies beginnt bei der Anzeige während des Musikbetriebs und führt bis hin zu einem guten Equalizer mit vordefinierten Profilen und eigenen Einstellungs-Möglichkeiten. Im Musikmenü können Sie zudem Playlisten erstellen und die Titel nach Genre, Interpret oder Jahr ordnen lassen. Interessant ist auch die SenseMe-Funktionalität.

Nähere Informationen zu SenseMe finden Sie in der Fotostrecke des Artikels „Tipps zum W890i“ bei Xonio.com (externer Link) …

Neben dem Medienmenü, über das Sie auch Ihre Fotos und Videos verwalten können, finden Sie diverse Programme im Menü „Unterhaltung“. Alt bekannt sind die DJs für Video, Photo und Music zum komponieren von Klingeltönen und zur Foto- und Videobearbeitung. Auch drei vorinstallierte Spiele bietet das W890i. Über den Punkt „TrackID“ rufen Sie eine Musikerkennung auf, die ebenfalls im oben verlinkten Artikel näher erklärt wird. Zuletzt wurden hier noch die „Ortsbezogenen Dienste“ untergebracht, die Sie in Kombination mit einem als Zubehör erhältlichen GPS-Empfänger nutzen können.

Datenfunktionen

Bis auf W-LAN und Infrarot bietet das W890i alle wichtigen Verbindungsmöglichkeiten. In Mobilfunk-Netzen können Sie auf GSM, GPRS, UMTS und HSDPA zugreifen und so auch größere Datenmengen schnell austauschen. Dafür sollten Sie aber über einen Datentarif verfügen, da ansonsten die Kosten intransparent sind. Für den Datenaustausch zu Hause stehen USB und Bluetooth bereit. Über USB wandert Ihre MP3-Musik zudem in rasender Geschwindigkeit ins Handy beziehungsweise auf die Speicherkarte.

Akustik

Die Akustikwerte des W890i konnten uns auf ganzer Linie überzeugen. Einzig der Freisprecher ist zwar auf der einen Seite zu leise, erzeugt auf der anderen Seite aber auf höchster Stufe ein deutliches Scheppern. Erwähnenswert ist außerdem, dass durch Akku- und Handwärme die metallartige Rückseite des Handys beim Telefonieren leicht unangenehm warm wird. Es handelt sich dabei allerdings um kein technisches Problem, vielmehr ist die Materialwahl dafür verantwortlich.

Standby- und Gesprächszeit

Sony Ericsson gibt die Standby-Zeit des W890i mit 13 Tagen im UMTS-Netz an, die maximale Gesprächszeit mit vier Stunden und 30 Minuten. Das Handyportal Xonio hat bei maximaler Sendeleistung die Gesprächszeit getestet und kam auf etwas mehr als drei Stunden. Dieser Wert liegt im Mittelfeld aktueller Handys, könnte sich für Vieltelefonierer aber als K.O.-Kriterium erweisen. In Sachen Standby stellten wir hingegen eine ordentliche Laufzeit fest. Nutzen Sie das Handy täglich für kurze Telefonate und einige SMS-Nachrichten, kommen Sie in der Regel auf eine Nutzungszeit von etwa fünf Tagen.

Fazit

Das Sony Ericsson W890i ist ein tolles Walkman-Handy, das schon aufgrund seiner Bauweise viele Freunde finden wird. Es trägt in der Hostentasche kaum auf und liegt durch die metallische Oberfläche sehr gut in der Hand. Dass es dennoch nicht mehr die Note „sehr gut“ erreicht, liegt an der ohne Fotolicht nur durchschnittlichen Kamera und dem kleinen Navigationspad, das die Bedienung besonders dann erschwert, wenn es einmal schneller gehen muss.

Pro:

  • kompakte und flache Bauweise
  • gutes Display
  • ordentliche Tastatur
  • Speicherkarte mit zwei GByte im Lieferumfang

Kontra:

  • sehr kleiner interner Speicher
  • kein GPS
  • zu kleine Navigationstasten
  • Kamera ohne Fotolicht

Fotostrecke zum Sony Ericsson W890i

Information: So testet Vieraugen Handy

Disziplin Prozentpunkte
Lieferumfang 60
Design / Verarbeitung 95
Ausstattung 68
Multimedia 69
Praxis 77
GESAMTERGEBNIS 72,4
Johannes Michel, 06. Mai 2008.

Stichwörter: , , , , ,

Ähnliche Beiträge
Rubrik Testberichte

Kommentar hinterlassen

Sie müssen sich anmelden, um einen Kommentar zu hinterlassen.