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Test Sony Ericsson W800i

Von Johannes Michel. Publiziert am 29. September 2005

Mit dem Kameramodell S700i gelang es Sony Ericsson im vergangenen Jahr, eine Symbiose aus Kamera und Handy einzugehen. Das neue Walkman-Handy W800i dagegen soll laut Sony Ericsson sowohl die einfache Digitalkamera als auch den MP3-Player ersetzen können. Ob diese Zusammenführung gelungen ist, zeigt unser „Test W800i“.

Die Hosentaschen werden leerer
MP3-Player, Digicam, Telefon, Organizer – das W800i auf dem Prüfstand

Lieferumfang und Verpackung

Bisherige Geräte von Sony Ericsson erreichten die Redaktion in einer grün/weißen Verpackung – anders das W800i. Es kommt in einer transparenten Plastikröhre, so dass schon ohne Öffnen der Verpackung das Gerät und sein Lieferumfang zu erkennen sind.


Neue Verpackung: Das W800i setzt Akzente.

Dieser ist (fast) komplett. Neben dem Gerät selbst hat Sony Ericsson ein Standardladegerät, die Bedienungsanleitungen, ein USB-Datenkabel, ein Musikheadset sowie einen Memory Stick Pro Duo mit 512 MB Speicher beigelegt. Eine CD-Rom mit Synchronisationssoftware ist ebenfalls dabei. Für ein Gerät dieser Preisklasse geht der Lieferumfang voll in Ordnung, wünschenswert wären aber – gerade für ein Musikhandy – eine Tischstation sowie eine Gürteltasche.

Design und Verarbeitung

Von den Maßen ist das W800i exakt baugleich zum Schwestermodell K750i. Einzig das Design des Geräts wurde verändert. Das Walkman-Orange passt sehr gut zu einem Musikhandy und wird sicherlich dafür sorgen, dass sie im Bus oder in der U-Bahn demnächst öfter als zuvor auffallen werden.


Knarzende Rückseite: Papier unterlegen erwünscht.

Im Gegensatz zum K750i ist das W800i sehr gut verarbeitet, ein großes Manko zeigte sich bei unserem Gerät aber doch: die gesamte Rückseite knarzte bei geringstem Druck. Mit einem Stückchen Papier lässt sich hier leicht Abhilfe schaffen, dennoch darf hier Sony Ericsson Schlamperei vorgeworfen werden. Die sonst robust wirkende Konstruktion müsste frei von derartigen Schwächen sein.

Hardware und Ausstattung

Display
Der Bildschirm des W800i stellt auf 176×220 Pixel 262.144 Farben dar. Damit spielt er in der aktuellen Oberliga der Mobiltelefone auf dem europäischen Markt. Zwar gefällt uns das große Display eines S700i subjektiv besser, für ein Handy dieser Größe geht die Anzeige des Walkman-Handys aber in Ordnung. Die Farben werden klar und unverfälscht wiedergegeben, nur im Menü selbst lassen sich die einzelnen Pixel bei genauerem Betrachten erkennen.

Tastatur
Das Tastenfeld wurde gegenüber dem K750i verändert. Die Tasten sind anders geformt und die Softkeys wurden vergrößert. Über dem Joystick wurde eine Taste angebracht, die direkt ins Walkman-Menü führt und erlaubt, den Media-Player während der Wiedergabe zu minimieren, um zum Beispiel eine SMS zu schreiben oder ein Spiel zu starten. An der linken Seite befindet sich zusätzlich noch eine Start-/Stopp-Taste, die den MP3-Player komplett abschaltet. Wird er wieder aktiviert, setzt die Wiedergabe an der zuletzt gespielten Stelle fort. Wie schon bei den Modellen der T-Reihe hat Sony Ericsson den Ein-/Ausschaltknopf auf der Oberseite des Geräts angebracht. Er ist tief im Gehäuse versenkt, um Feldbedienungen auszuschließen. Die Wipptaste an der rechten Seite des W800i kann sowohl während Gesprächen als auch beim Musikhören zum Verändern der Lautstärke genutzt werden. Auch bei aktiver Tastensperre bleibt sie bei laufender Musik aktiv. Ingesamt ist die Tastatur des W800i gut gelungen, einzig die untere Tastenreihe sitzt sehr knapp am Ende des Gehäuses, was die Bedienung etwas erschwert.

Speicher
Insgesamt stehen dem Nutzer bei eingelegter Speicherkarte etwa 500 MB Speicher zur Verfügung. Knapp 30 MB, die hierbei schon mitgerechnet wurden, sind im Gerät auch ohne Speicherkarte vorhanden. Damit schlägt das W800i jedes bisher verfügbare Handy um Längen und wird sicher erst vom Nokia N91 abgelöst werden, das Anfang 2006 auf den Markt kommen soll und das erste europäische Handy mit Festplatte sein wird.

Telefonbuch
500 Kontakte können im Telefonbuch des W800i erfasst werden. Fünf Telefonnummern, E-Mail- und Homepageadresse, Bild, persönlicher Rufton und die vollständige Adresse können eingefügt werden. Zusätzlich steht ein Feld für Geburtstag und Notizen zur Verfügung. Die Bedienung des Telefonbuchs ist sehr komfortal, einen Negativpunkt haben wir aber gefunden: wenn Sie die Post- oder Mailadresse eines Kontakts anzeigen lassen wollen, müssen Sie immer zuerst den Kontakt auswählen und dann über Mehr-Taste „Kontakt bearbeiten“ auswählen. Das könnte Sony Ericsson sicher einfacher lösen.


Von Sony Ericsson bekannt: das übersichtliche Hauptmenü.

Menüführung
Typisch für Sony Ericsson: das Hauptmenü besteht aus zwölf Symbolen, die grafisch animiert dem Nutzer zeigen, was hinter ihnen verborgen ist. Die Untermenüs werden als Liste angezeigt, bei großen Menüs wie „Einstellungen“ setzt Sony Ericsson, wie schon beim K700i und S700i, auf Reiter, die durch Links- bzw. Rechtsdruck auf den Joystick aufgerufen werden können. Der Joystick selbst kann frei mit Funktionen belegt werden, wir haben uns für folgende Kombination entschieden.

  • Joystick nach links: Profil wechseln
  • Joystick nach unten: Telefonbuch aufrufen
  • Joystick nach rechts: neue Nachricht verfassen
  • Joystick nach oben: Verknüpfungsmenü aufrufen

Das Verknüpfungsmenü ist eine weitere Besonderheit. Darin können Sie die meist genutzten Funktionen ablegen und so schnell und unkompliziert aufrufen.

Profile
Sieben Profile bietet das W800i. Alle sind vollständig personalisierbar. So können Sie ganz einfach zwischen verschiedensten Situationen umschalten – ob sie gerade die laute Innenstadt durchqueren oder im Büro nur leise angeklingelt werden wollen, kein Problem. Einen Rückschritt macht das W800i aber gegenüber den älteren Geräten des schwedisch-japanischen Joint-Ventures: den einzelnen Profilen lassen sich keine separaten Klingeltöne mehr zuweisen. Es gibt nur einen globalen, der für alle Profile eingesetzt wird. Zwar lassen sich den Kontakten nach wie vor persönliche Klingeltöne zuordnen, die fehlende Klingeltoneinstellung bei den Profilen ist aber unverständlich. Möchte man doch in lauter Umgebung, beispielsweise im Fußballstadion, viel lieber einen wirklich lauten Klingelton haben, um das Telefon überhaupt Klingeln zu hören.

Nachrichten

SMS, MMS und E-Mails. Das W800i beherrscht alle uns bekannten Möglichkeiten der schriftlichen elektronischen Kommunikation. Mit T9 lassen sich einfach und schnell auch längere Nachrichten tippen. MMS-Nachrichten können aus mehreren Seiten bestehen. Wie groß die MMS-Nachrichten sein dürfen, wird in diversen Handy-Foren noch immer diskutiert. Mit unserem Gerät konnten wir keine Nachricht größer als 100 KB erstellen. Einige Nutzer haben aber wohl auch Nachrichten mit knapp 300 KB versenden können. E-Mails dagegen sind in Länge und Größe unbeschränkt. Da das W800i aber kein UMTS-Handy ist, sind natürlich auch hier durch GPRS Grenzen gesetzt. Der Mailclient erlaubt es, die Nachrichten von verschiedenen Konten ganz oder nur den Betreff herunterzuladen. So schonen Sie ihren Geldbeutel, wenn Bekannte wieder einmal beschließen, Ihnen ihre halbe Digitalfoto-Sammlung zu schicken.

Kamera

Im W800i hat Sony Ericsson die gleiche Kamera verbaut wie im K750i. Der Sensor wurde zwar in den Internet-Foren schon heftig gescholten, da ein CMOS-Sensor eingebaut wurde, während das S700i noch mit einem qualtitativ höherwertigeren CCD-Sensor auf den Markt gekommen war. Dennoch kann die Qualität der Kamera überzeugen. Wir haben einige Bilder zusammengestellt, die in den unterschiedlichsten Situationen aufgenommen wurden. Bessere Fotos liefert aktuell kein Kamerahandy.


Mit der silbernen Taste lösen Sie die Kamera des W800i aus.

Außenaufnahme: München Karlsplatz Stachus bei gutem Wetter
Außenaufnahme: Oktoberfest Aufbau Olympia-Looping
Außenaufnahme: München Innenstadt

Innenaufnahme: Oktoberfest Löwenbräu-Festhalle
Innenaufnahme: Schreibtisch

Makroaufnahme: Text

Datentransfer

Sony Ericsson-typisch ist auch das W800i in Sachen Connectivity optimal ausgestattet. UMTS fehlt zwar, alle anderen Möglichkeiten der Datenübertragung sind aber möglich. Einzig der Bluetooth-Schnittstelle fehlt ein Profil für die drahtlose Musikwiedergabe über ein kabelloses Stereo-Headset. Mit der Kopplung zwischen Handy und Rechner hatten wir sowohl über Infrarot als auch über Bluetooth keinerlei Probleme. Für die Datenübertragung müssen Sie allerdings Zeit mitbringen. Das ist aber nicht nur beim W800i, sondern bei allen drahtlosen Geräten der Fall. Zum Füttern des Memory Sticks mit Musik sollten Sie daher auf das beiliegende USB-Kabel zurückgreifen. Dank USB 2.0 sind hohe Datenraten möglich und Ihre Musiksammlung wandert schnell auf das W800i. Für den täglichen Gebrauch empfiehlt sich daher eine Tischstation. Sony Ericsson bietet mit der CDS-60 eine brauchbare Lösung an. Es können sowohl das Datenkabel als auch das Ladegerät an die Station angeschlossen werden. Kabelsalat entsteht somit nicht mehr.

Akustik

Kommen wir zu einer der wirklichen Schwachstellen des W800i. Wie auch schon bei den Vorgängermodellen K700i und T610/T630 ist die Lautstärke des Gesprächspartners selbst bei höchster Stufe viel zu leise. In lauter Umgebung haben Sie daher garantiert Schwierigkeiten, Ihr Gegenüber zu verstehen. Die Gesprächsqualität dagegen ist sehr gut. Eventuell wird Sony Ericsson die Lautstärke durch ein Firmware-Update erhöhen. Das geschah beim Schwestermodell K750i schon vor einigen Wochen, daher sind die Aussichten für das W800i in diesem Punkt sehr gut.


Zu leise: der „Hörer“ des W800i

Standby- und Gesprächszeit

Das W800i ist mit einem 900mAh-starken Lithium-Ionen-Akku ausgestattet. Dieser hält im Standbymodus bei Nichtnutzung etwa eine Woche. Verwendet man das Gerät täglich für kurze Telefonate, einige SMS und etwa eine Stunde MP3, sollte nach spätestens drei Tagen eine Steckdose aufgesucht werden. Für ein Multimedia-Gerät dieser Klasse gehen Standby- und Nutzungszeit aber voll in Ordnung. Im Akkutest hielt das W800i laut Xonio 3 Stunden 49 Minuten bei maximaler Sendeleistung durch, ebenfalls ein sehr guter Wert.

Fazit

Das W800i ist aktuell das beste Mobiltelefon der Marke Sony Ericsson. Im Gesamtmarkt trifft es auf wenige echte Konkurrenten. Das Nokia N90 bietet zwar eine vergleichbare Kamera, spielt aber als Smartphone nicht nur größenmäßig in einer anderen Liga. Samsung muss mit dem bald erscheinenden D600 zeigen, ob die Hausaufgaben gemacht wurden.
Wer ein Kamera- und Musikhandy sucht, ist mit dem W800i daher bestens bedient.

Information: So testet Vieraugen Handy.

Johannes Michel, 29. September 2005
Disziplin Prozentpunkte
Lieferumfang / Verpackung 85
Design / Verarbeitung 81
Ausstattung 91
Nachrichtenfunktionen 93
Kamera 89
Datentransfer 95
Akustik 80
Standby- / Gesprachszeit 100
GESAMTERGEBNIS 90

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