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Test Sony Ericsson V800

Von Johannes Michel. Publiziert am 21. April 2005

Waren die ersten UMTS-Handys noch sehr groß und designtechnisch nicht gerade herausstechend, nehmen sich die Entwickler jetzt immer mehr das Design zu Herzen. Ein gelungenes Exemplar dieser Entwicklung ist das V800 (bald auch als freies Z800 erhältlich), welches uns Sony Ericsson für einen einmonatigen Test zur Verfügung stellte.

UMTS, verpackt in gutem Design
Vieraugen Handy testet das Sony Ericsson V800

Lieferumfang und Verpackung

In der typischen silber-grau-roten Schachtel von Vodafone kommt das V800 zum Kunden. Zum Lieferumfang gehört das Gerät selbst, ein Li-Polymer-Akku mit 900mAh, das Handbuch, ein Quick-Start-Guide zur ersten Orientierung, eine CD mit reichlich Software, das Ladegerät, ein Headset, ein 32 MB Memory-Stick-Duo mit Adapter, ein USB-Kabel zum Anschluss an den Rechner und ein Poliertuch mit Sony Ericsson-Aufdruck.

Design und Verarbeitung

Keine Frage: Sony Ericsson ist mit dem V800 ein schönes Designhandy gelungen. Auch die schwarze Farbgebung von Vodafone fügt sich gut in das Konzept ein. Sowohl vorne als auch hinten prangt ein Vodafone-Logo, ebenso innen unter dem Display. Leider ist das Gerät nicht ganz perfekt verarbeitet. Zum ersten Mal bei einem Handy des schwedisch-japanischen Herstellers hatten wir einen wackelnden und knarzenden Akkudeckel zu beklagen, der, da der Slot für die Speicherkarte unter ihm liegt, jedesmal beim Wechsel dieser entfernt werden muss, was ihn zu einem Verschleißteil erster Klasse werden lässt. Ansonsten ist das V800 top verarbeitet und hinterließ, auch durch sein geringes Gewicht von 128 Gramm, einen sehr guten Eindruck. Diskutieren könnte man noch über die Mini-USB-Buchse, die durch eine Gummilasche geschützt wird, die schon nach kürzester Zeit zum Opfer der Hosentasche werden und abreißen könnte. Gefreut haben wir uns über eine LED unter dem Außendisplay, die grün blinkend anzeigt, ob das V800 Empfang hat – ein Feature aus den guten alten Ericsson-Zeiten, welches sich aktuell leider nur noch bei den Geräten der P-Reihe findet.

Display

Das Display des V800 stellt 262.144 Farben auf einer Fläche von 176×220 Pixeln dar. Möglich gewesen wären aber noch einige mehr, hätte Sony Ericsson die Fläche besser ausgenutzt, welche die „große Klappe“ bietet. Im Vergleich zu anderen UMTS-Handys (unsere Display-Refernz hier ist das Sharp V902) kann das Display des V800 nicht vollständig überzeugen. Einzelne Pixel sind oftmals deutlich zu erkennen. Auch das hauseigene Modell S700i bietet hier einiges mehr. Dennoch lassen sich Fotos recht ordentlich betrachten, unter Sonneneinstrahlung konnten wir es ebenfalls gut ablesen.
Zusätzlich bietet das Gerät noch ein Außendisplay mit 65.536 Farben, das allerdings etwas blass wirkt. Es zeigt nur die notwendigsten Informationen wie Akkustand, Netzempfang, eingegangene SMS und Anrufe an. Zudem kann ein Hintergrundbild ausgewählt werden.

Tastatur

Bedient wird das V800 über eine 5-Wege-Navigationstaste, die zuverlässig auf alle Eingaben reagiert. Dank Klappdesign hatte Sony Ericsson viel Platz für die Tasten und hat diesen gut ausgenutzt. Neben den obligatorischen Zifferntasten und dem Ein-/Ausschalter befindet sich über dem Ziffernblock eine bislang unbekannte Tastenreihe. Diese dienen (von links nach rechts) zur Videotelefonie, zum Aufrufen des Hauptmenüs und zum Öffnen des Media-Players. Leider sind die beiden Softkeys links und rechts unter dem Display etwas klein geraten. Nachts leuchtet die Tastatur in einem angenehmen Blau.
An den Seiten befinden sich noch Laut- und Leisertaste (links) und jeweils eine Taste zum Aktivieren der Kamera und des Kameralichts (rechts).

Ausstattung

Beim internen Speicher hat Sony Ericsson ganz klar gespart. Nur sieben Megabyte stehen dem Nutzer zur Verfügung. Zum Glück bietet es einen Slot für Speicherkarten, die sich mit Memory-Stick-Duos bis zu einem Gigabyte erweitern lassen (Memory-Stick-Pro-Duo).
Für die Kommunikation mit anderen Geräten ist das V800 vollständig ausgestattet. Es bringt eine USB-Buchse sowie Infrarot und Bluetooth mit. Mit Hilfe dieser Möglichkeiten konnten wir es schnell und unkompliziert mit diversen Geräten verbinden/koppeln und Daten völlig kostenlos austauschen.
Das Telefonbuch bietet Platz für 500 Kontakte. Zum ersten Mal definiert Sony Ericsson als Kontakt nicht jede einzelne Nummer. Es lassen sich somit 500 Einträge mit bis zu fünf Telefonnummern, Mailadresse und so weiter abspeichern.
Auch als MP3-Player macht das V800 eine gute Figur. Der eingebaute Player erlaubt das Erstellen von Playlisten und lässt sich auch minimieren, d.h. das V800 ist multitaskingfähig. Somit können Sie, während Sie Musik hören, bequem eine Mail schreiben oder im WAP surfen.
Wie die meisten Sony Ericsson-Mobiltelefone ist auch das V800 bei den Nachrichtenfunktionen vollständig ausgestattet. Es unterstützt den Versand von SMS- und MMS-Nachrichten und bietet einen E-Mail-Clienten, mit dem sich mehrere Konten verwalten lassen.
Businessnutzer werden sich über die vollständige Outlook-Synchronisierung freuen, ebenso über die Aufgabenverwaltung und den Notizblock. Auch die Code-Memo mit Passwortschutz lernt jeder Besitzer schnell zu schätzen. Bei der Sprachwahl hat Sony Ericsson sich allerdings nicht rückbesonnen, es muss nach wie vor für jede Nummer ein eigener Befehl aufgenommen werden, die alte Unterscheidung nach privat/geschäftlich/mobil gibt es nicht mehr.
Wer gerne unterwegs ab und zu ein Spiel einlegt, wird sich über die ordentliche 3D-Engine des V800 freuen. Sie liefert gute Leistungen, steht aber derjenigen des K700i leicht nach.

Ein Hinweis noch zu den Klingeltönen: aufgrund des Vodafone-Brandings lassen sich nur Dateien als Klingelton verwenden, die einen DRM-Schlüssel aufweisen, sprich: eigene MP3s scheiden aus, einzig aus dem mobilen Internet geladene sind möglich. Genauso lassen sich herunter geladene Klingeltöne nicht an andere Geräte weiter versenden.

Menüführung und Bedienung

Das V800, exklusiv für Vodafone entwickelt, erinnert nur in den unteren Menüebenen an ein Sony Ericsson-Gerät. Das Hauptmenü wurde vollständig vom Netzbetreiber durchzogen. Leider fehlt den Symbolen etwas die Brillanz. Dennoch lässt sich das Handy sehr gut bedienen. Etwas störend: wie bei den meisten Vodafone-Geräten lässt sich im Standby der rechte Softkey nicht umbelegen. Er verweist immer direkt (nach einem Druck ohne Sicherheitsabfrage) ins Vodafone-Live-Portal.

Kamera

Im Gegensatz zur Kamera unserer Referenz Sony Ericsson S700i schießt das V800 die deutlich schlechteren Bilder. Grund dafür ist, dass der Hersteller den billigeren und qualitativ schwächeren CMOS-Sensor verbaut hat. Im S700i steckt dagegen ein CCD-Sensor.
Gut ist, dass sich die Kamera in drehen lässt. Somit dient sie zugleich als Foto- und auch als Videokamera, zum Beispiel für Videotelefonate. Für diese Anwendungen ist die Qualität ordentlich, das Kameralicht verstärkt die Bilder zudem in der Dunkelheit.

Empfang und Sprachqualität

Um die Empfangs- und Sendeeigenschaften des V800 zu testen, führten wir sowohl Testgespräche ins Fest- als auch ins Mobilfunknetz. Dabei kam es zu keinerlei Störungen oder Unterbrechungen, auch nicht beim Wechsel vom UMTS- ins GSM-Netz. Sony Ericsson hat folglich bezüglich der Empfangs- und Sendeeinheit eine hochwertige und ausgereifte Komponente verbaut. Einziges Manko: das Gerät sucht sich, wenn vorhanden, immer ein UMTS-Netz. Manueller Wechsel zwischen UMTS und GSM ist daher nicht möglich.

Akkuausdauer

Mit unserem Testgerät konnten wir knapp dreieinhalb Stunden ohne Unterbrechung telefonieren. Das ist Durchschnitt, für ein UMTS-Handy aber in Ordnung. Ließen wir das Mobiltelefon ruhen und nutzten es nur sporadisch, kamen wir auf eine Standbyzeit von knapp fünf Tagen.

Fazit

Das Sony Ericsson V800, das bald auch als freies Z800 erhältlich sein wird, ist ein ausgereiftes UMTS-Gerät. Leider störte das Vodafone-Branding (u.a. keine MP3-Klingeltöne, außer Downloads aus dem Vodafone-Live-Portal, langweilige Menüführung) etwas, diesem Problem kann aber durch das Z800 bald ausgewichen werden. Einzig die Kamera konnte uns nicht überzeugen. Für gelegentliche Schnappschüsse eignet sie sich gerade noch.

Johannes Michel, 21. April 2005

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