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Test Sony Ericsson P1i

Von Johannes Michel. Publiziert am 8. September 2007

Noch vor einigen Jahren wiesen Smartphones einen Lebenszyklus von einigen Jahren auf. Heute allerdings werden sie genauso schnell vom Nachfolger abgelöst wie Standardhandys. Das P990i ist ein gutes Beispiel: Erst Mitte 2006 gestartet, ist nun schon der Nachfolger P1i auf dem Markt. Wir haben das neue Smartphone auf Herz und Nieren geprüft.

Konsequente Weiterentwicklung mit Schwächen
Zu einem perfekten Smartphone fehlt dem P1i nur – die Klappe

Ein gutes Smartphone ist das P1i ohne Frage, insgesamt gefiel es uns sogar leicht besser als der Vorgänger. Dennoch kann es in unserem Wertungssystem nur 92 Punkte holen – ebenso wie sein Vorgänger P990i. Gründe: fehlende Funktionen, keine Klappe. Dafür überzeugt es bei Speicherausbau und Formfaktor.

Fotostrecke zum P1i

Lieferumfang und Verpackung

Wie für die Smartphone-Reihe üblich legt Sony Ericsson neben dem Gerät selbst eine ganze Reihe an Zubehörteilen mit ins Paket. Standard sind Akku, Ladegerät, CD-Rom mit Software, Bedienungsanleitung und Headset. Das P1i bringt zusätzlich noch ein USB-Kabel, eine Speicherkarte vom Typ Memory Stick M2 Micro mit 512 MByte, eine Tischlade- und -synchronisierungsstation sowie einen Ersatzstift mit. Damit positioniert sich das Gerät beim Lieferumfang deutlich vor seinen Konkurrenten, da Sony Ericsson noch einen drauflegt und sogar eine Handschlaufe und ein kleines Samttäschchen zugibt.
Die Verpackung des P1i ähnelt der von M600i und W950i: Während das Zubehör im unteren Teil sicher verstaut ist, fällt das Gerät beim Auspacken regelrecht dem Käufer entgegen.

Design und Verarbeitung

Das P1i macht den Eindruck, als habe Sony Ericsson ein Modell der P-Reihe ins Gehäuse des M600i gesteckt und etwas Veredelung walten lassen. Auf der Frontseite befindet sich neben Display und Kamera für Videotelefonate auch eine vollwertige QWERTZ-Tastatur. An der Oberseite hat Sony Ericsson den An-/Aus-Schalter und den Infrarotanschluss angebracht. Unten am Gehäuse ist der Fastport angebracht, der als Anschlussleiste für Ladegerät, Datenkabel und Headset dient.
Mit 124 Gramm und Maßen von 106 x 55 x 17 Millimetern fällt das Smartphone angenehm leicht und klein aus, auch wenn die Dicke im Vergleich zum M600i etwas zugenommen hat. Insgesamt ist das in schwarz-silber gehaltene P1i sehr gut verarbeitet. Auch der Akkudeckel, gerne ein Problem bei Sony Ericsson, sitzt fest in der Verankerung und knarzt nicht.
Etwas gestört und unterbrochen wird das lineare Design des P1i durch die silberne Öse für Trageschlaufe oder Handyschmuck an der linken Seite. Hier wäre eine versenkte Öse wie beim K800i die bessere Lösung gewesen.


Wie immer auf der Oberseite: Der An-/Ausschalter.
Links: Garage für den Stift zur Bedienung des Touchscreens.

Hardware und Ausstattung

Display
Im P1i kommt das gleiche Display zum Einsatz wie im M600i. Es stellt 262.000 Farben mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixel dar. Unter direkter Sonneneinstrahlung oder bei großer Helligkeit leidet die Ablesbarkeit allerdings deutlich. Gegenüber M600i und P990i ist sie aber subjektiv verbessert worden. Die Größe des Displays ist auch zum längeren Lesen von E-Mails absolut ausreichend. Dennoch sollte Sony Ericsson beim Nachfolger auf eine höhere Displayauflösung setzen und auch über den Einbau eines 16,7 Millionen Farbmoduls nachdenken. Damit wären dann einzelne Pixelpunkte, die beim P1i noch zu erkennen sind, endgültig unsichtbar.

Tastatur
Die Tastatur des P1i ist nahezu identisch mit der des M600i. Statt Einzeltasten für die Buchstaben verbaut Sony Ericsson Wipptasten, die sich nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ähnlich gut bedienen lassen wie eine kleine vollwertige Schreibmaschinen-Tastatur. Die mittleren Tasten dienen zusätzlich als Ziffernblock, über die ALT-Taste können sie auch unter anderem beim SMS-Tippen genutzt werden. Unverständlich ist nur, dass die Zifferntasten rot eingefärbt sind, während die ALT-Taste, die die Zahlenfunktion aktiviert, weiß geblieben ist.
Gesteuert wird das P1i vollständig über den Touchscreen. Kürzere Eingaben sowie das Wählen von Nummern funktionieren gut mit den Fingern, für mehr wird aber der kleine Stift benötigt, der oben im Gerät verstaut wird.
Auf der linken Seite hat Sony Ericsson das so genannte Jogdial angebracht, das zum Blättern in Menüs oder Kontakten dient. Darunter befindet sich eine Zurück-Taste. Auf der rechten Seite sind Internet- und Kamerataste sowie der Speicherkarten-Slot untergebracht. Am besten bedienen lässt sich das Gerät mit zwei Händen. Die Einhand-Bedienung ist nur kurzzeitig über Scrollrad (Jogdial) und die Zurück-Taste möglich. Auf eine Sondertaste für den Musikplayer sowie auf Lautstärke-Tasten hat der Hersteller verzichtet, was das P1i als Multimedia-Handy leicht abwertet.
Ein Tipp zur Tastensperre: Sie wird über die Tasten Stern und Softkey (im Display rechts unten) aktiviert. Ebenso ist dies aber durch langen Druck auf die Zurück-Taste an der Seite möglich – ein echter Komfortgewinn.

Speicher
Beim Speicherausbau hat Sony Ericsson hinzugelernt. Knapp 160 MByte stehen dem Nutzer intern zur Verfügung. Die mitgelieferte Speicherkarte schafft zusätzliche 512 MByte Platz. Das sollte dem Standardanwender erst einmal ausreichen. Wer sein Handy als MP3-Player-Ersatz verwendet, wird allerdings schnell an seine Grenzen stoßen und sollte über die Anschaffung einer größeren Speicherkarte (aktuell bis vier GByte) nachdenken.
Ebenfalls verbessert wurde der Arbeitsspeicher. Statt 64 MByte kommen nun 128 MByte zum Einsatz. Das optimiert die Performance des Smartphones deutlich, da einmal geladene Anwendungen im Hintergrund geöffnet bleiben und schneller geladen werden.

Telefonbuch
Ein Smartphone sollte eine ordentliche Kontaktverwaltung mitbringen. Damit hatten die UIQ-Geräte nie ein Problem, dennoch fiel das P1i in ersten Forendiskussionen negativ auf. Zum einen ist es nicht mehr möglich, nach Kontaktdetails zu suchen. Bisher konnte (beim P990i) zum Beispiel eine Stadt eingegeben werden und das Smartphone zeigte alle Kontakte in dieser Stadt an. Das P1i erlaubt nur noch die Suche nach Namen. Zum anderen wurde über eine mögliche Beschränkung der Kontaktanzahl diskutiert, die bei 1.000 Kontakten liegen soll. Eine Bestätigung war hierfür bisher nicht zu bekommen, Tests zeigten keine derartige.

PIM-Funktionen
Kalender- und Aufgabenlisten sind kein Problem fürs P1i. Die Einträge können zudem, genauso wie die Kontakte, mit Microsoft Outlook abgeglichen werden. Dafür steht die Sony Ericsson PC Suite bereit, die sich auf der dem Gerät beiliegenden CD befindet. Wir empfehlen aber dringend, auf der Internetseite von Sony Ericsson (www.sonyericsson.de) zu prüfen, ob eine neuere Version zum Herunterladen bereit steht. Meist enthalten die CDs eine ältere Version.
Termine und Aufgaben sowie eingehende Nachrichten kann das P1i übersichtlich im Standby anzeigen. Der so genannte Heute-Bildschirm kann auf Wunsch ein- und ausgeblendet werden. Eine Uhr gibt es, nachdem der Bildschirm sich verdunkelt hat, aber erneut nicht.

Office
Ein Programm zum Lesen, Erstellen und Bearbeiten von Dokumenten sollte jedes Smartphone an Bord haben. Beim P1i ist das Quick Office. Wir kennen das Programm bereits von anderen Smartphones, auch Nokia setzt es für seine Business-Geräte ein. Die Software lässt sich recht einfach bedienen, für pdfs steht allerdings ein separates Programm zur Verfügung, das nur Lesen ermöglicht. Kurze Notizen können mit dem gleichnamigen Programm erfasst und ebenfalls mit Outlook synchronisiert werden. So haben Sie wichtige „Spicker“ immer dabei. Gut gefallen hat uns zudem der Visitenkarten-Scanner, der auch unkonventionell gestaltete Karten einliest und die Kontaktdetails zumeist richtig in Telefonbuch überträgt – mit der Visitenkarte als Anhang.


Heute-Bildschirm: Die wichtigsten Termine auf einen Blick.

Menüführung
Frei nach ihren Wünschen können Sie das Menü des P1i anpassen. Dafür verantwortlich ist das Betriebssystem Symbian 9.1 UIQ 3.0. Wichtige Einträge lassen sich direkt im Statusfenster unter dem Heute-Bildschirm ablegen. Unlogische Einträge, die sich nicht verändern lassen, existieren allerdings dennoch. Warum zum Beispiel findet sich der Punkt „Aufgaben“ unter „Office“, der „Kalender“ aber im Hauptmenü? Auch das Layout der Bildschirm-Tasten ist nicht immer eingängig. Manche Anwendungen werden mit einem Rückpfeil beendet, andere hingegen mit einem „X“ wie in Windows.
Zum Starten des Betriebssystems benötigt das P1i noch immer recht lange. Etwa eine Minute vergeht, bis nach Moduswahl (Normal oder Flugzeug) und PIN-Eingabe die ersten Nutzeraktionen möglich sind. Das Betriebssystem ist auch der Grund dafür, dass der Wecker im ausgeschalteten Zustand nicht funktioniert.

Profile
Eine Profilverwaltung hat Sony Ericsson seinem P1i nicht spendiert. Warum? Das Betriebssystem UIQ sieht dies, ebenso wie schon bei den Vorgängern, nicht vor. Während die UIQ-Geräte P800, P900 und P190i zumindest mit Zusatzsoftware nachgerüstet werden konnten, gibt es ein vergleichbares Programm für P990i, M600i, W950i und P1i nicht. Somit bleiben nur die Stummschaltung oder der Flugzeugmodus, um das Gerät der jeweiligen Umgebung anzupassen.

Nachrichten

Die Nachrichtenzentrale des P1i hat sich im Vergleich zur ersten Serie der UIQ3-Geräte nicht verändert. Nach wie vor landen SMS und MMS in einem zentralen Posteingang. Hier werden auch empfangene Fotos oder MP3s bis zur endgültigen Speicherung abgelegt. Für E-Mails stehen separate Posteingänge zur Verfügung. Zur besseren Übersicht lassen sich eingegangene Nachrichten in Ordnern sortieren. Die E-Mail-Konfiguration geht einfach vonstatten und sollte vor keine größeren Probleme stellen. Automatiken wie Filterung oder das Aussortieren von Spam-Mails beherrscht das P1i hingegen nur mit Zusatzsoftware wie zum Beispiel „Profi Mail“.


Aufgeräumt: Die Rückseite des P1i präsentiert sich schlicht.

Kamera

Im P1i werkelt eine 3,2 Megapixel-Kamera, die bei Dunkelheit von einem LED-Hilfslicht unterstützt wird. Auch wenn die Daten der Kamera sehr ans Cyber-shot-Handy K800i erinnern, fallen die Aufnahmen des P1i doch schwächer aus. Einzig die Videoauflösung von 320 x 240 Pixel lässt das K800i (176 x 144) hinter sich, auch wenn Sony Ericsson damit der Konkurrenz noch immer nicht Paroli bieten kann: Nokia spendiert seinen Handys mittlerweile VGA-Videomodule.
Einige Testaufnahmen mit der Kamera finden Sie in unserer Fotostrecke.

Multimedia

In Sachen Multimedia hat das P1i einiges zu bieten. Neben Sony Ericsson-typischen Anwendungen wie dem MusicDJ oder einem kleinen Bildbearbeitungs-Programm (verfügbar in der „Bildergalerie“) ist ein Musikplayer an Bord, der einen MP3-Player überflüssig macht. Sogar der Megabass, sonst nur Walkman-Handys vorbehalten, hat den Weg ins P1i gefunden. Der Player selbst erlaubt die Sortierung der Musiksammlung nach Alben, Künstlern und Titeln. Auch Abspiellisten können erstellt werden. Keineswegs selbstverständlich ist zudem, dass er als Anwendung auch im Hintergrund läuft, während Sie zum Beispiel eine SMS schreiben oder im Internet surfen. Für zusätzliche Unterhaltung gibt es noch ein FM-Radio sowie die zwei vorinstallierten Spiele Quadrapop und Golf.


Leider fehlen dem P1i Schnelltasten für Lautstärke und Musikplayer.

Datenfunktionen

Da das P1i im Endeffekt ein P990i in neuem Gewand ist, sind auch die Datenfunktionen identisch. Telefonate führen Sie über GSM (Triband) oder UMTS. Mit der Frontkamera sind auch Videotelefonate kein Problem. Der Datenturbo HSDPA wird wohl erst beim Nachfolger Einzug halten. Surfen ist daher über GPRS, UMTS oder W-LAN möglich. Für den Datenaustausch stehen zusätzlich USB 2.0, Bluetooth und, wohl zum letzten Mal, Infrarot zur Verfügung.

Akustik

Die Akustikwerte des P1i wissen durchaus zu überzeugen, auch wenn die eigene Stimme beim Gesprächspartner am Festnetz teilweise blechern und etwas unnatürlich ankommt. Ebenso klingt der Festnetzpartner etwas anders als gewohnt. Der Freisprecher könnte zwar etwas lauter sein, liefert aber ordentliche Ergebnisse. In Innenräumen sollten keinerlei Verständigungsschwierigkeiten auftreten.

Standby-/Gesprächszeit

Besonders der große Touchscreen zieht den Akku des P1i bei häufiger Nutzung schnell leer. Wenn Sie ihr P1i einen vollen Tag als Office-Maschine, MP3-Player und Telefon verwenden, sollte am Abend oder über Nacht eine Steckdose verfügbar sein. Die Gesprächszeit geht mit knapp über vier Stunden (Messung von Xonio.com) in Ordnung. Wer das Gerät „normal“ nutzt, kommt problemlos auf einige Tage oder eine volle Woche Standby.

Fazit

Das P1i setzt die Smartphone-Serie von Sony Ericsson auf jeden Fall würdig fort. Zwar will es aufgrund der fehlenden Klappe nicht in die P-Reihe passen und wäre wohl besser als Nachfolger des M600i positioniert worden – aber was soll’s. Nicht nur Businessnutzer erhalten mit dem P1i einen guten Alltagsbegleiter und ein nettes Spielzeug.

Pro:

  • schickes Design
  • QWERTZ-Tastatur
  • Touchscreen
  • W-LAN, A2DP-Bluetooth
  • mehr Speicher als P990i & Co.

Kontra:

  • kein HSDPA
  • keine Musik-Taste
  • P-Modell ohne Klappe
  • langsames Betriebssystem
  • geringe Akkulaufzeit

Fotostrecke zum P1i

Information: So testet Vieraugen Handy

Disziplin Prozentpunkte
Lieferumfang 75
Design / Verarbeitung 84
Ausstattung 82
Multimedia 61
Praxis 84
GESAMTERGEBNIS 77
Johannes Michel, 08. September 2007.

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