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Test Sharp V902

Von Johannes Michel. Publiziert am 21. April 2005

Wie schon beim ersten Megapixel-Handy Sharp GX30 übernahm Vodafone bei der Einführung der nächst höheren Kameraklasse die Pionierarbeit und hat als erster deutscher Netzbetreiber ein Gerät mit Zwei-Megapixeln auf den Markt gebracht, das zudem noch in UMTS-Netzen funkt. Vieraugen Handy hat von Vodafone ein Testgerät erhalten und konnte dieses zwei Wochen lang einem Praxistest unterziehen.

Zwei Megapixel sind nicht alles
Vieraugen Handy testet das Sharp V902SH

Lieferumfang und Verpackung

Wie wir es von Vodafone gewohnt sind, kommt das V902 in einer typischen silber/roten Verpackung. Mitgeliefert werden das Gerät inklusive einem 870mAh-Akku, eine SD-Karte mit 32 MB Speicher, Bedienungsanleitung, CD-Rom, Headset, Ladegerät und ein Videokabel zum Anschluss des V902 an den Fernseher. Vermisst haben wir ein USB-Kabel zum Anschluss an den heimischen Rechner.

Design und Verarbeitung

Das V902 könnte als Klapphandy mit drehbarem Display definiert werden. Gerade beim Fotografieren erfüllt dieses seinen Zweck. Dennoch ist das Gerät etwas sehr klobig geraten, auch wenn das Gewicht von 149 Gramm gerade noch in Ordnung geht. Die Kameralinse hat Sharp durch eine Kunststoffscheibe geschützt, die allerdings selbst nicht gerade resistent gegen Kratzer ist. Vielleicht wäre hier ein Schiebemechanismus besser gewesen, wie es Sony Ericsson mit dem S700i vorgemacht hat.
Unverkennbar kommt das V902 von Vodafone. Insgesamt drei Logos prangen auf der Außenseite (eines eingraviert in den Akkudeckel, zwei auf der Rückseite), die Innenseite wurde mit weiteren zwei Logos gekennzeichnet (eines unter dem Display, das andere unter der Tastatur).
Die Verarbeitung unseres Testgerätes war hervorragend, nichts wackelte. Der Akkudeckel schließt sehr gut, lobenswert ist die Abdeckung des SD-Karten-Slots. Hier wurde kein Gummi, sondern Hartplastik verwendet, was dafür sorgt, dass der Slot sehr robust daherkommt. Etwas problematisch ist der Klappmechanismus. Er könnte etwas griffiger sein und fester schließen.

Display

Mit einer Darstellung von 262.144 Farben auf 320 x 240 Pixeln gehört das Display des Sharp V902 zur aktuellen Referenz. Farben werden brillant dargestellt, Texte erscheinen gestochen scharf. Auch unter direkter Sonneneinstrahlung lässt es sich noch gut ablesen.
Etwas diskutabel erscheint das Außendisplay. Monochrom zeigt es auf einer sehr kleinen Fläche (60 x 10 Pixel) Empfangsstärke, Uhrzeit und Akkustand an und informiert auch über eingegangene Nachrichten oder Anrufe. Seinen Zweck erfüllt es damit, trotz der unterdurchschnittlichen Größe.

Tastatur

Gesteuert wird das V902 über eine Fünf-Wege-Taste in der Mitte, über zwei Softkeys links und rechts sowie über die Gesprächsannahme- und Gesprächsende-Tasten. Leider liegen die Navigationstasten (sprich Steuerkreuz und Softkeys) sehr weit oben, so dass während des Abfassens einer SMS weite Wege in Anspruch genommen werden müssen, was die Tippgeschwindigkeit leider negativ beeinflusst.
Ebenfalls nicht gerade gelungen sind Druckpunkt und Tastenbeleuchtung. Alle Tasten sind etwas schwergängig, auf eine Beleuchtung der beiden Softkeys hat Sharp wie auch schon beim GX30 verzichtet. Da kommt in einem dunklen Raum (Kneipe, Disco usw.) nicht gerade Freude auf. Die Beleuchtung der restlichen Tasten ist in einem sehr dunklen Orange gehalten, welches die Tasten aber nicht gleichmäßig erleuchtet. Insgesamt ist die Tastatur des Gerätes daher eine Enttäuschung.
Auf der rechten Seite befinden sich noch eine Wippe zum Regeln der Lautstärke während eines Telefonats sowie zwei Kameratasten, auf die noch einzugehen sein wird.


Ausstattung

Mit gerade einmal 8,2 MB integriertem Speicher wartet das V902 auf – hier hat Sharp eindeutig an der falschen Stelle gespart. Zum Glück lässt sich das Handy mit SD-Karten erweitern, was der Nutzer auch schnell zu schätzen weiß. Im Lieferumfang befindet sich eine 32 MB-Karte, die allerdings auch nicht lange ausreichen wird (ein Foto in höchster Auflösung belegt etwa 800 KB!).
Die Kommunikationsmöglichkeiten mit anderen Geräten sind relativ komplett. Das V902 lässt sich per zusätzlich erhältlichem USB-Kabel mit einem Rechner verbinden, die Infrarotschnittstelle ermöglicht gleiches. Per Bluetooth lassen sich Telefonate über ein Headset führen und Daten mit anderen Handys austauschen. Leider unterstützt das Gerät keinen Bluetooth-Datentransfer zum heimischen Rechner, da ihm hierfür eine Schnittstelle innerhalb der Bluetooth-Technologie fehlt. Spiele, Videos und Bilder des V902 lassen sich über die Videoschnittstelle an einen Fernseher senden. Das dafür benötigte Kabel liefert Sharp gleich mit.
Das dynamische Telefonbuch bietet alles, was es bieten sollte. Zu Kontakten lassen sich Adresse, E-Mail-Adresse und mehrere Telefonnummern speichern.
Problemlos lässt sich das V902 als MP3-Player nutzen. Die Soundwiedergabe ist gut, über das Headset dürfte sie jeden Nutzer zufrieden stellen. Als etwas problematisch erweist sich aber die Tatsache, dass das Gerät nicht multitaskingfähig ist. Das meint: Der Player muss geschlossen werden, wenn Sie zum Beispiel eine SMS schreiben wollen. Schade.
Die Nachrichtenfunktionen des V902 sind komplett. Neben dem Versand von SMS und MMS unterstützt es auch Emails. Dafür sorgt ein eingebauter Email-Client, der von Vodafone bereits vorkonfiguriert ist. Er ermöglicht aber auch, Mails aus eigenen POP-fähigen Konten abzurufen. Leider ist die Nachrichtengröße auf 300 KB beschränkt, was den Versand von Megapixel-Fotos schon einmal aussschließt.
Businessnutzer werden mit dem Sharp V902 allerdings nicht glücklich werden. Dem eingebauten Kalender fehlt eine Wochenansicht, Sprachwahl wird nicht unterstützt (was schon einmal die Verwendung im Auto ausschließt). Mit dem Rechner lässt sich das Gerät zwar synchronisieren, allerdings ergaben sich hierbei Schwierigkeiten, da die Infrarotschnittstelle in unserem Test leider nicht ansprach.
Eher als Funanwendung kann man den integrierten Scanner betrachten. Mit ihm lassen sich kurze Texte über die Kamera einscannen und zur Weiterbearbeitung umwandeln. Dies funktionierte bei mehreren Versuchen (gedruckter Text) problemlos.
Spielen lässt sich mit dem V902 nahezu perfekt. Die Grafikengine liefert eine gute Leistung, die Spiele laufen daher sehr flüssig. Vodafone möchte natürlich, dass Käufer über die Plattform „Load-a-Game“ Spiele herunterladen und auch nutzen. Dafür eignet sich das Sharp-Handy natürlich optimal – auch aufgrund des Videoausgangs.
Ein Hinweis noch zu den Klingeltönen: aufgrund des Vodafone-Brandings lassen sich nur Dateien als Klingelton verwenden, die einen DRM-Schlüssel aufweisen, sprich: eigene MP3s scheiden aus, einzig aus dem mobilen Internet geladene sind möglich. Genauso lassen sich herunter geladene Klingeltöne nicht an andere Geräte weiter versenden.

Menüführung und Bedienung

Vodafone hat seit dem GX10 und GX20 zusammen mit Sharp die Menüführung stark überarbeitet. Das Hauptmenü wirkt durchdacht und lässt sich intuitiv bedienen. Wandert man allerdings in die tieferen Ebenen des Menüs, stößt man schnell auf Schwierigkeiten. Einige Menüpunkte finden sich nicht dort, wo man sie vermuten würde. Die T9-Software schaltet sich bei Eingaben außerhalb des Nachrichtenmenüs (also Telefonbuch, Internet usw.) selbstständig ab – und das bei jedem Aufrufen neu. Zum Verzweifeln.
Auch das alte und häufig kritisierte versehentliche Einwählen ins Internet quält nach wie vor den Nutzer. Der rechte Softkey dient im Menü zum Zurückgehen, im Hauptmenü zum Schließen desselben, im Standby allerdings führt ein Druck auf die Taste direkt ins mobile Internet. Schnell ist es passiert, dass man einmal zu viel drückt und sich somit ungewollt einwählt. Wer nicht gerade eine WAP-Flatrate oder einen Datentarif mit großem Inklusivvolumen nutzt, muss zahlen. Hier wären noch Verbesserungen drin, Nokia machts mit dem 6630 vor: hier erfolgt nach dem Druck auf die Schnelltaste fürs mobile Internet vor der Einwahl eine Sicherheitsabfrage.

Kamera

Die Kamera des Sharp V902 ist das wirkliche Highlight dieses Geräts. Sie fotografiert mit einer Auflösung von 1632 x 1224 Pixeln (= zwei Megapixel), kleinere Auflösungen werden natürlich ebenfalls unterstützt. Die Bildqualität ist durchaus zufrieden stellend, allerdings nicht unbedingt revolutionär. Es ist zu vermuten, dass Sharp in Wirklichkeit eine Ein-Megapixel-Kamera eingebaut hat, die eine höhere Auflösung nur per Software (Interpolation) erzeugt.
Durch das drehbare Display lässt sich das Gerät wie eine Digitalkamera bedienen, wenn nicht einige gravierende Lücken und Mängel in der Menüintegration zu beklagen wären. Dreht man das Display, klappt es ein und hält das Gerät wie eine Digicam, lassen sich zwar recht einfach Fotos machen. Möchte man allerdings die Bildgröße, -qualität ändern oder die Fotoleuchte einschalten, muss man zurück ins Menü, welches sich über die Tastenwippe und die Auslöse-/Optionentaste an der oberen Seite des Geräts bedienen lässt, aber um 90 Grad gedreht im Display erscheint. Unverständlich, warum sich das Menü nicht (wie zum Beispiel beim S700i von Sony Ericsson) mitdreht.
Einstellmöglichkeiten hat der Benutzer hingegen genug. Der optische Zweifach-Zoom mit Autofokus ermöglicht das Schießen qualitativ ordentlicher Bilder, die Fotoleuchte erhellt nahe gelegene Motive ausreichend.
Eine zweite Kamera an der Innenseite sorgt für Spaß mit der Videotelefonie. Sie hat eine maximale Auflösung von 640 x 480 Pixel, was aber ausreichend ist.
Videos lassen sich mit dem V902 natürlich ebenfalls aufnehmen. Allerdings ist die Qualität – wie bei allen Handys der aktuellen Generation – nicht überzeugend. Die Länge eines Videos kann bis zu zehn Minuten betragen.

Beispielfoto 1
Beispielfoto 2

Empfang und Sprachqualität

Bei diesem Punkt unseres Tests erlebten wir Licht und Schatten des V902. Zwar war unser Gesprächspartner sehr gut zu verstehen, wir kamen ebenfalls laut Aussagen unseres Gegenübers gut bei ihm an. Allerdings hatten wir von unserem Teststandort (maximaler Empfang im UMTS- und auch im GSM-Netz) alle paar Minuten einen kurzen Gesprächaussetzer, sowohl bei Telefonaten ins Fest- als auch ins Mobilfunknetz. Hier konnte uns das Sharp-Gerät nicht überzeugen.

Akkuausdauer

Nach etwa drei Stunden Telefonie war unser voll geladener Akku am Ende. Die Standbyzeit bei sporadischer Nutzung des Geräts lag bei etwa vier Tagen. Während das durchaus akzeptabel ist, werden Vieltelefonierer aufgrund der geringen Gesprächszeit nicht gerade Freude am V902 haben.

Fazit

Das Sharp V902 konnte uns im Gesamtergebnis nicht überzeugen. Es ist zwar durchaus ein ordentliches UMTS-Gerät, zeigt aber zu viele Schwächen, sowohl bei Menüführung, Kamerafunktionen, Akkuausdauer als auch beim Telefonieren selbst. Da sind andere Produkte wie das Nokia 6630 oder das Sony Ericsson V800 deutlich besser.

Johannes Michel, 21. April 2005

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