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Test Nokia 6630

Von Johannes Michel. Publiziert am 21. April 2005

Nokia goes Megapixel, Nokia goes UMTS. Nachdem der Weltmarktführer lange Zeit keine Megapixelhandys und nur spartanisch ausgestattete UMTS-Geräte im Angebot hatte, kam das 6630. Vodafone stellte uns ein Testgerät zur Verfügung. Und das Nokia 6630 bewies uns: auch Nokia-Handys können überzeugen.

UMTS macht Spaß
Vieraugen Handy testet das Nokia 6630

Lieferumfang und Verpackung

Das Nokia 6630 mit Vodafone-Branding wird in einer typischen silber/roten Verpackung geliefert. Im Lieferumfang befinden sich das Gerät selbst, der Akku mit 900mAh, eine Speicherkarte (RS-MMC) mit 32 MB, Bedienungsanleitung, CD-Rom, Headset, Ladegerät und ein USB-Kabel zum Anschließen des 6630 an den heimischen Rechner.

Design und Verarbeitung

Nokia hat beim 6630 designerische Querschläge vermieden und ein solides, aber dennoch gut aussehendes Handy gebaut. Es wirkt nicht klobig und liegt sehr gut in der Hand. Menschen mit etwas kleineren Händen könnten aber bei der Einhandbedienung Schwierigkeiten bekommen, auch alle Tasten zu erreichen.
Die Verarbeitung ist hervorragend, allerdings könnten die Spaltmaße etwas kleiner ausfallen. Die Kameralinse wurde mit einer Plexiglasscheibe geschützt, die allerdings ihrerseits etwas kratz- und staubanfällig ist. Ein Verschlussmechanismus fehlt leider genauso wie eine Verschlussmöglichkeit für die Schnittstellen (Audio bzw. Ladegerät/Datenkabel). Diese liegen offen und dürften daher schnell Opfer des allseits gefürchteten Hausstaubs werden. Der MMC-Kartenslot wurde dagegen mit einer fest sitzenden Klappe verschlossen, die keinerlei Spiel zeigt. Schwierigkeiten hatten wir beim Abnehmen des Akkudeckels. Während er früher bei Nokia-Geräten stark wackelte, sitzt er beim 6630 fast schon zu fest am Gerät.

Vodafone hat sich bei unserem Testgerät auf der Rückseite mit einem Logo verewigt, auf der Vorderseite verweist nur ein dezent grauer Aufdruck unter dem Display bzw. auch der Null-Taste auf den Netzbetreiber.

Display

Auf einer Fläche von 176 x 208 Pixeln stellt das Display des Gerät 65.536 Farben dar. Die Konkurrenz bietet hier teilweise mehr und wir haben auch schon bessere Displays mit gleicher Farbanzahl gesehen (Sony Ericsson P900 oder K700i), dennoch erfüllt das des 6630 seinen Zweck, da die subjektive Darstellung gut erscheint. Leichte Probleme ergaben sich bei direkter Sonneneinstrahlung, da uns das Display nicht vollständig entspiegelt erschien.

Tastatur

Wenn auch die Tasten insgesamt recht klein geraten sind, lässt sich die Tastatur des Nokia 6630 sehr gut bedienen. Die Tasten haben einen ordentlichen Druckpunkt und sind logisch angeordnet. Wie schon eingangs erwähnt, dürften Menschen mit kleineren Händen leichte Schwierigkeiten haben, etwa beim Erreichen der Menü- oder der Abhebentaste auf der linken Seite. Links am Gerät befindet sich zudem noch eine Auslösetaste für die Kamera, rechts der Ein-/Ausschalter, der gleichzeitig zum Aktivieren der Tastensperre oder der verschiedenen Profile dient.

Die Beleuchtung der Tastatur erscheint in einem hellen Weiß. Allerdings ist die Ausleuchtung nicht ganz perfekt, da die unteren beiden Tastenreihen (sprich die Tasten 7, 8, 9, *, 0 und #) nur wenig Licht abbekommen.

Ausstattung

Beim integrierten Speicher hat Nokia etwas gegeizt. Es sind 10 MB eingebaut, 32 MB lagen auf einer kleinen MMC-Karte (RS-MMC) bei. Die mitgelieferte Karte kann auch eine Größe von 64 MB haben, dies ist davon abhängig, ob sie ihr 6630 als freies Gerät oder bei einem der Netzanbieter kaufen. Immer beigelegt ist aber ein MMC-Adapter, damit sich die kleinere Karte des Handys auch zum Beispiel in Speicherkartenleser oder Digitalkameras einsetzen lässt.
Bei den Kommunikationsmöglichkeiten liefert Nokia ein gut ausgestattetes Gerät, dem allerdings eine Infrarotschnittstelle fehlt. Auch wenn viele Tester der Meinung sind, dass das Weglassen der veralteten Infrarottechnik akzeptabel ist, hätte wir doch gerne unsere Kontaktdaten aus einem Laptop per Infrarot mit dem 6630 synchronisiert. Gerade für unterwegs erfüllt Infrarot immer noch seinen Zweck; schade, dass Nokia hier „rückbaut“. Dafür kommt das 6630 mit Bluetooth und USB daher, was den kostenlosen Austausch von Bildern und Videos mit dem Rechner ermöglicht.
Das dynamische Telefonbuch ist vollständig ausgestattet. Es lassen sich mehrere Telefonnummern und auch verschiedene Adressen (z.B. geschäftlich und privat) zu einem Kontakt speichern. Hier erfüllt das 6630 mit dem „Series 60 Betriebssystem“ von Nokia seinen Anspruch als Smartphone erster Güte.
Freunde der mobilen Musik werden sich über das 6630 sehr freuen. Es lässt sich nämlich als eines der ersten Handys des finnischen Herstellers als vollwertiger MP3-Player nutzen, da es Stereosound unterstützt. Zum Abspielen von Mediendateien dient der eingebaute Realplayer, mit dem sich auch Playlisten erstellen lassen. Weiterer Pluspunkt: das Gerät ist multitaskingfähig, meint: es kann während des Musikgenusses eine SMS verfasst oder gespielt werden, ohne die Wiedergabe zu unterbrechen.
Bei den Nachrichtenfunktionen erhielten wir mit dem 6630 ein komplett ausgestattetes Gerät. Neben SMS und MMS lassen sich mit dem integrierten Clienten auch Emails verschicken. Eine Beschränkung beim Versenden von Emails gibt es nicht. Es lassen sich also auch größere Bilder, Videos oder MP3s versenden, was über das UMTS-Netz keine Probleme darstellt.
Businessnutzer werden ihre Freude an diesem Gerät haben. Die eingebaute Sprachwahl macht es zu einem guten Begleiter für die Autofahrt, das Series 60 System ermöglicht die nachträgliche Installation von zusätzlicher Software, die zum Teil kostenfrei im Internet erhältlich ist. Ein Manko fanden wir aber dann doch: Nokia liefert die beiden Anwendungen „Quickword“ und „Quicksheet“ mit, kleine Versionen von Word und Excel. Leider lassen sich Dateien nur betrachten und dann verändern, das Anlegen eines neuen Dokuments ist komischerweise nicht vorgesehen. Keine Probleme hatten wir bei der Synchronisierung mit dem PC über das USB-Kabel. Kontakte und Termine wurden aus Outlook flott übertragen.
Auch fürs mobile Spielen kann das 6630 dienen. Die Grafikengine arbeitet flott und stellt schnelle Anwendungen sehr gut dar. Allerdings könnte hierfür das Display etwas brillanter sein.
Ein Hinweis noch zu den Klingeltönen: aufgrund des Vodafone-Brandings lassen sich nur Dateien als Klingelton verwenden, die einen DRM-Schlüssel aufweisen, sprich: eigene MP3s scheiden aus, einzig aus dem mobilen Internet geladene sind möglich. Genauso lassen sich herunter geladene Klingeltöne nicht an andere Geräte weiter versenden.

Menüführung und Bedienung

Beim erstmaligen Starten des Gerätes stochen uns sofort die von Vodafone bekannten Menüsymbole entgegen. Zum Glück lässt sich dies durch die Auswahl anderer „Designs“ verändern. Nachdem wir dies durchgeführt hatten, machte das Navigieren im sehr übersichtlichen Hauptmenü Spaß. Auch die Belegung des rechten Softkeys lässt sich ändern. Normalerweise führt diese bei gebrandeten Geräten direkt ins mobile Internet. Nokia scheint allerdings wenig Vodafone-treu und erlaubt, diese Belegung zu verändern. Ein weiterer Sicherheitsaspekt: wer sich dennoch entscheidet, diese Taste fürs mobile Internet so zu belassen, wird nach ihrem Drücken noch einmal gefragt, ob er auch wirklich online gehen möchte. Versehentliche Einwahlen sind daher auszuschließen.

Kamera

Die 1,3 Megapixel-Kamera des 6630 liefert überzeugende Bilder, die zwar eine Digitalkamera nicht überflüssig machen, aber zumindest bei Schnappschüssen ersetzen kann. Dennoch hat Nokia hier gespart: es fehlt eine Fotoleuchte sowie ein Spiegel für Selbstporträts, auf eine zweite Kamera für Videotelefonie hat Nokia ebenfalls verzichtet.

Beispielfoto 1
Beispielfoto 2

Empfang und Sprachqualität

Der Empfangsbalken zeigte uns in unserem Testgebiet (maximaler Empfang im UMTS- und GSM-Netz) keinerlei Schwankungen. Einige geführte Testgespräche zeigten uns, dass es sich beim Nokia 6630 um ein ausgereiftes Smartphone handelt. Wir hatten keinerlei Schwierigkeiten, beim Gesprächspartner kamen wir ebenfalls klar und ohne Probleme an.

Akkuausdauer

Mehr als drei Stunden telefonieren und fünf Tage Standby sind nicht drin. Dies liegt insbesondere am Stromfresser UMTS. Das Ladegerät sollte daher auch auf Kurztrips immer mitgenommen werden. Dies sollten die Handyhersteller durch höhere Akkukapazitäten zukünftig noch verbessern.

Fazit

Das Nokia 6630 gehört zu unseren aktuellen Favoriten im UMTS-Bereich. Es ist insgesamt sehr gut ausgestattet und leistet sich nur marginale Schwächen. Das Series-60-Betriebssystem ermöglicht zudem das Nachrüsten von Programmen, die sehr vielfältig angeboten werden.

Johannes Michel, 21. April 2005

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