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Test Motorola KRZR

Von Johannes Michel. Publiziert am 5. März 2007

Motorola hat sich wieder gefangen. Gelungen ist dies größtenteils durch die Razr-Handys, die nun schon seit einigen Jahren für Design stehen wie kein anderes Modell. Mittlerweile wurde die Serie erweitert. Auch Slider- und schmale Klapphandys gehören zum Angebot. Wir haben das schlanke Motorola KRZR durch unser Testlabor geschickt.

Schmale Klappe
Das Design verspricht viel, aber steckt auch was unter der Haube?

Von Anfang an hat sich Motorolas Razr-Serie als Erfolg erwiesen. Einziger Nachteil des ersten Razrs: wenig Ausstattung. Während die Konkurrenz mit Megapixel-Kameras davonzog, fotografierten Razr-Besitzer noch immer mit der veralteten VGA-Auflösung. Bei den Nachfolgern hat Motorola dann konsequent nachgelegt. Das verschlankte KRZR braucht sich jedenfalls vor den Konkurrenten nicht zu verstecken.

Fotostrecke zum Motorola KRZR

Lieferumfang und Verpackung

Ganz Design-like kommt das KRZR in einer mehr oder weniger edlen Verpackung zum Käufer. Deren Besonderheit besteht in einem Schiebemechanismus – auf der einen Seite kommt das Handy, auf der anderen das Zubehör heraus.
Im Lieferumfang befindet sich Handy, Ladegerät, USB-Kabel, Headset sowie Anleitungen und Software auf CD. Für dauerhaften Musikgenuss eignet sich das Headset kaum, Musikfreunde sollten sich aber überlegen, ob sie überhaupt zum KRZR greifen wollen. Ein weiteres Manko: Motorola verzichtet auf eine Speicherkarte. Knapp 20 MByte Speicher stehen dem Nutzer daher nur zur Verfügung, das reicht nicht einmal für ein Musikalbum in schlechter Qualität. Und wer gerne Fotos schießt oder speicherhungrige Klingeltöne mitführt, wird so ohne die zusätzliche Anschaffung einer Karte keinen Spaß haben.

Design und Verarbeitung

Wie die gesamte Razr-Serie kann auch das KRZR in Sachen Design und Verarbeitung leichte Punkte einfahren. Während das Gerät durch sein schlankes Design optimal in der Hand liegt, überzeugt auch die Verarbeitung auf ganzer Linie. Angenehm fühlt sich die kühle Glasfläche auf der Front an, sobald das Handy vom Tisch genommen wird. Nachteil dieser Glasfläche: Es empfiehlt sich die Mitnahme eines Putztuchs, da sich Fingerabdrücke sehr schnell auf dem ganzen Gerät festsetzen. Der Klappmechanismus hat beeindruckend wenig Spiel, rastet aber deutlich hörbar mit einem leichten Knall beim Zuklappen ein.
Im geschlossenen Zustand können Sie mit den Lautstärketasten an der linken Seite das aktuelle gewählte Profil (Laut, leise, Vibration usw.) anzeigen lassen, mit der Kamerataste darunter ist es möglich, die Profile durchzuschalten. Die große Taste an der rechten Seite beleuchtet nach kurzem Druck das Display, so dass sich Uhrzeit, Datum, Netz und Akkustand besser erkennen lassen.
Ungünstig angebracht ist der Kartenslot des KRZR. Um die Speicherkarte zu wechseln, muss zuerst der Akkudeckel entfernt werden. Dies gestaltet sich durch die Lösetaste am unteren Ende des Deckels glücklicherweise einfach.
Eine Anschlussleiste an der Unterseite weist das KRZR nicht auf. Ladegerät, USB-Kabel und Headset werden an die Mini-USB-Buchse an der rechten Seite angeschlossen.


Schmal gebaut: Gerade einmal 16 Millimeter ist das KRZR dick.

Hardware und Ausstattung

Display
Das Innendisplay des Schmal-Razrs zeigt 262.000 Farben in einer Auflösung von 176×200 Pixel an. Einzelne Pixel lassen sich in Fotos und auch in den Menüicons aber deutlich erkennen. Auch wenn die Auflösung für ein Display dieser Größe in Ordnung geht, haben wir schon deutlich bessere Displays gesehen. Unter direkter Sonneneinstrahlung ist es nicht möglich, das Handy sinnvoll und sicher zu bedienen.
Eine Enttäuschung ist das Außendisplay. Es kann zwar 4.096 Farben auf 96×80 Pixel darstellen, die Glasscheibe davor nimmt ihm aber jegliche Wirkung, so dass Schriften und Symbole stark verpixelt wirken. Im geschlossenen Zustand dient das Display auch als Sucher für Selbstporträts. Vielleicht wäre es hier besser gewesen, ein ordentliches Grausstufen- oder LED-Display einzubauen. Denn die kleine Flimmeranzeige wirkt nun mal so gar nicht Razr-like.

Tastatur
Aufgrund des Klappdesigns konnte Motorola auch beim KRZR eine ordentlich große und gut bedienbare Tastatur verbauen. Im Vergleich zum Ur-Razr hat sich kaum etwas verändert. Nach wie vor sind die Tasten aus leichtem Metall herausgefräst. Die blaue Beleuchtung ist gleichmäßig verteilt, die Druckpunkte sind erstklassig. Einziges Manko bezüglich der Tastatur: Die Seitentasten. Sie lassen sich nur schwer drücken und sind zudem nicht mit Symbolen gekennzeichnet, so dass der Neuling erst durch Ausprobieren erfährt, welche Funktion aufgerufen wird. Sondertasten für den Musikplayer bietet das KRZR nicht.
Zentrales Steuerelement des KRZR ist eine Fünfwege-Taste, die präzise reagiert und keine Probleme bereitete.

Speicher
20 MByte interner Speicher stehen im Auslieferungszustand dem Nutzer zur Verfügung. Zwar hat Motorola nicht auf einen Speicherkartenslot verzichtet, eine passende Karte des Typs microSD bleibt der Lieferumfang allerdings schuldig. Glücklicherweise sind diese Karten in akzeptablen Größen mittlerweile günstig im Fachhandel erhältlich. Den Speicherplatz verwaltet das KRZR dynamisch.


Bis zu 2.000 Einträge passen ins Telefonbuch.

Telefonbuch
Zwar mag das Telefonbuch des KRZR vom Design her betrachtet nicht gerade beeindrucken, die Funktionen tun dies umso mehr. Es reicht zwar nicht an den Funktionsumfang eines Symbian-Smartphones heran, dennoch lassen sich verschiedenste Telefonnummern, mehrer Mail- und Postadressen und Geburtstage speichern. Bis zu 2.000 Einträge sollen laut Motorola möglich sein. Auch eine Gruppenzuordnung der Kontakte ist möglich, wobei Sie mit den vier vorgegebenen zufrieden sein müssen – eigene Gruppen lassen sich nicht anlegen.

PIM-Funktionen
Der Kalender des KRZR bietet den Standardfunktionsumfang. Zusätzlich dazu lassen sich auch Serientermine im Telefon erstellen. Die Termine können den unterschiedlichsten Kategorien zugeordnet werden, wobei auch hier keine eigenen möglich sind. Dafür können Kalender und Adressbuch mithilfe der PC-Software z.B. mit Microsoft Outlook synchronisiert werden.

Menüführung
Das Hauptmenü des schmalen Motorola-Handys verteilt sich auf neun große Menüpunkte, die in einem Raster dargestellt werden. Über das Einstellungsmenü kann die Anzeige auch als Liste erfolgen, ebenso können Sie die Reihenfolge der Symbole austauschen. Bei Problemen hilft hier das ausführliche Handbuch weiter, dem nur eine detaillierte Beschreibung der Symbole fehlt, die auf dem Display angezeigt werden. Unerklärliche Symbole, gerade im Standby, sorgten im Test immer wieder für Verwirrung.
Die Fünfwege-Taste kann in alle Richtungen frei mit Funktionen belegt werden. Auch für die beiden Softkeys unter dem Display ist dies möglich. Ein eigenes personalisierbares Menü („Activity-Menü“) findet sich nicht.
Etwas altbacken wirken Systemschriftart und Symbole. Es ist eindeutig zu erkennen, dass Motorola ein Kantenglättungsverfahren einsetzt, um die Schwächen des Displays zu verschleiern. Gestandene Motorola-Nutzer werden mit der Menüführung sicher keine Probleme haben, für Umsteiger sind die oft langen und unübersichtlichen Listen oft schwierig zu durchschauen, zumal sich manche Menüpunkte nicht dort finden, wo man sie erwarten würde.


Das Hauptmenü lasst sich auch als Liste anzeigen.

Profile
Gegenüber Konkurrenzmodellen fällt die Profilverwaltung recht einfach aus. Großes Plus: Verschiedenen Profilen können unterschiedliche Klingeltöne zugeordnet werden. Werte wie Vibration lassen sich nicht allen Profilen eigens zuordnen, hier muss auf die Vorlagen, deren Name sich zudem nicht ändern lässt, zurückgegriffen werden.

Nachrichten

SMS, MMS und E-Mails können Sie mit dem KRZR verschicken. Im Gegensatz zu anderen Handyherstellern verwendet Motorola nach wie vor statt T9 die Eingabesoftware iTAP, die sich zwar positiv weiter entwickelt hat, aber der Konkurrenz noch immer hinterher hinkt. Mit RSS-Feeds kann das KRZR ohne zusätzliche Software nichts anfangen.
Verwirrend: Wollen Sie eine neue MMS schreiben, müssen Sie zuerst über das Menü „Nachrichten“ „Neue Nachricht“ auswählen und dann über „Optionen“ die Nachricht in eine „MMS ändern“. Vorsicht: Dieser MMS-Typ erlaubt nur Text, aber keine Bilder. Soll eine Bild-MMS erstellt werden, müssen Sie über „Optionen“ à „Einfügen“ ein Bild hinzufügen. Dann wird die SMS automatisch in eine MMS konvertiert. Besser wäre hier eine vorige Auswahl, die sich im Nachhinein ändern lässt.
Das Erstellen einer Nachricht gestaltet sich bis auf das beschriebene Problem als einfach. Der E-Mail-Client ist allerdings etwas zu einfach gestaltet. Er erlaubt wenig Einstellungen und kann als Dateianhang nur Fotos verarbeiten.

Kamera

Satte zwei Megapixel stecken im KRZR, nur ist das der Kamera nicht anzumerken. Für Bilder unter schlechten Lichtverhältnissen disqualifiziert sie sich ohnehin aufgrund der fehlenden Leuchte, aber auch die Außenfotos mögen nicht gelingen. Eine hohe Anzahl der Bilder, insbesondere bei nahe gelegenen Motiven, wirkt unscharf, dem Rest mangelt es an Details.
Auch bei den Einstellungsmöglichkeiten hat Motorola gespart. Zwar finden sich ein (überflüssiger) Nachtmodus sowie diverse Möglichkeiten zum Weißabgleich, das wars aber schon. Nicht nur Profinutzer werden z.B. einen Makromodus und vor allem eine LED-Leuchte (oder noch besser: einen Blitz) vermissen. Als Fotohandy taugt das KRZR daher nur bedingt. Für Schnappschüsse, die per MMS versendet werden sollen, reicht auch eine niedrigere Auflösung, die sich speicherbedingt ohnehin empfiehlt.

Beispielfotos finden Sie in unserer Fotostrecke.

Multimedia

Gleich zwei Musikplayer hat Motorola ins KRZR eingebaut. Der Standardplayer taugt nur bedingt zum Anhören und schon gar nicht zum Sortieren einer größeren Musiksammlung. Im „Games & More“-Ordner findet sich der zweite Player auf Java-Basis. Dieser reagiert auf die Eingaben des Nutzers zwar recht träge, ermöglicht aber eine bessere Verwaltung der Musikdateien. Aber: Er ist nicht multitasking-fähig. Sie können zwar die Klappe schließen und weiter Musik genießen, aber nicht nebenher eine SMS tippen. Dazu muss der Player erst geschlossen werden. Ein UKW-Radio fehlt.
Nur ein Spiel hat Motorola von Werk integriert: Sudoku. Wer nicht dem Sudoku-Hype zum Opfer gefallen ist, wird sich schnellstmöglich nach anderen Zeitvertreibern umschauen müssen. Im „Games & More“-Ordner findet sich zudem eine wenig ausführliche Variante des Benutzerhandbuchs. Wir empfehlen Motorola dringend, dieses – wie es z.B. Nokia und Sony Ericsson schon seit Jahren tun – direkt ins Menü einzubauen, so dass eine Hilfefunktion dann zur Verfügung steht, wenn sie notwendig wird. Denn was nützt eine im anderen Ordner versteckte Hilfe?
Weitere nennenswerte Multimedia-Features hat das KRZR nicht zu bieten: Kein Programm zum Komponieren von Musikstücken und nur ein proprietäres Programm zum Bearbeiten von Fotos (mit zwei Megapixel aufgenommene Bilder müssen Sie zuvor auf 400×300 Pixel verkleinern!) sind nur Beispiele, woran Motorola in Zukunft noch zu arbeiten hat.


In Sachen Multimedia ist das KRZR eher schwach auf der Brust.

Datenfunktionen

USB und Bluetooth bietet das KRZR aus Datensicht. UMTS zum schnellen Download, Surfen und Video-Telefonieren, wurde nicht eingebaut. In Sachen USB gibt’s nicht zu Meckern. Einzig die Übertragungsgeschwindigkeit zwischen Rechner und Telefon könnte etwas schneller sein.
Musikfreunde werden sich über das A2DP-Profil freuen. Damit kann Musik in Stereo-Qualität drahtlos zwischen Handy und einem optionalen Headset übertragen werden.

Akustik

Die Akustikwerte des KRZR überzeugen. Mit Smartphones hatten wir zuletzt deutlich schlechtere Erfahrungen gemacht. Auch der integrierte Freisprecher leistet gute Dienste, auch wenn der Lautsprecher bei zu hoher Lautstärke zum Übersteuern neigt.

Standby- und Gesprächszeit

14 Tage Standby gibt Motorola für das KRZR an. Dies mag zwar hoch angesetzt sein, ist aber nicht unrealistisch. Wir kamen bei durchschnittlicher Nutzung auf etwas über eine Woche. Das Handyportal Xonio hat bei maximaler Sendeleistung die Gesprächszeit getestet und kam auf 3 Stunden und 17 Minuten. Das geht gerade noch in Ordnung, ist aber im Vergleich zu anderen Handys unterer Durchschnitt.

Besonderheiten

Nicht zwangsläufig muss das Menü zur Steuerung des Telefons verwendet werden. Über die eingebaute Spracherkennungssoftware können viele Funktionen per Sprache angesteuert werden. Sogar die Wahl einer Rufnummer ist so möglich. Im Test funktionierte das in den meisten Fällen recht gut, nur bei der Namenserkennung gab es vereinzelte Probleme.

Fazit

Um ehrlich zu sein: Wir hatten uns mehr erwartet. Als wir das KRZR erstmalig in Händen hielten, waren wir überrascht vom tollen Design und der optimalen Verarbeitung. Die inneren Werte des KRZR sind zwar nicht schlecht, weisen aber doch einige Schwächen und Unzulänglichkeiten auf. Motorola mag zwar in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gemacht haben, u.a. bei der Menüführung, insgesamt überzeugt das Gesamtkonzept aber nicht vollständig. Designfans sei das KRZR aber ans Herz gelegt.

Fotostrecke zum Motorola KRZR

Information: So testet Vieraugen Handy.

Disziplin Prozentpunkte
Lieferumfang / Verpackung 75
Design / Verarbeitung 90
Ausstattung 74
Nachrichtenfunktionen 74
Kamera 44
Datentransfer 100
Akustik 90
Standby- / Gesprachszeit 96
GESAMTERGEBNIS 76
Johannes Michel, 05. März 2007.

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