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Kurztest: Palm Pre Plus

Von Johannes Michel. Publiziert am 24. Mai 2011

Palm ist mittlerweile Geschichte. Nachdem das Unternehmen noch einmal alle Kräfte gebündelt und mit webOS ein konkurrenzfähiges Betriebssystem entwickelt hatte, kaufte Hewlett-Packard (HP) Palm auf und integrierte die Smartphone-Sparte in die eigene. Künftig sollen sämtliche mobilen HP-Geräte mit webOS ausgestattet werden. Wer einmal in das Betriebssystem hinein schnuppern möchte, hat zurzeit die Gelegenheit zu einem sehr günstigen Preis – das Palm Pre Plus gibt es für deutlich unter 200 Euro, einige Händler verlangen sogar nur noch etwa 150 Euro.

Infos zum Palm Pre Plus und eine kurze Demo des webOS-Systems können Sie sich auch in unserem Video anschauen:

Günstiges Smartphone mit Potenzial

Klar, das Palm Pre Plus hat schon einige Zeit auf dem Buckel. Die Hardware mit einem recht schwachbrüstigen Prozessor (600 MHz) und dem kleinen Touchscreen (3,1 Zoll) hat weit über ein Jahr auf dem Buckel – mit leuchtstarken Displays à la AMOLED von Samsung oder Dual-Core-Prozessoren kann es das Smartphone selbstverständlich nicht aufnehmen.

Aber das soll es auch gar nicht. Im Fokus steht hier das Betriebssystem webOS, das wir in Kürze auf weiteren Geräten von HP erleben werden. Kurz vor der Auslieferung befinden sich die Smartphones Veer und Pre3 sowie das HP Touchpad, das mit ähnlicher Ausstattung wie das Apple iPad den Tablet-Markt aufmischen soll. In den Grundzügen präsentiert sich webOS auf dem Palm Pre Plus bereits sehr ähnlich wie auf den neuen Geräten – vorausgesetzt, die Firmware wurde aktualisiert. Denn ausgeliefert wird das Pre Plus oft noch mit webOS 1.5. Direkt nach dem Kauf sollte der neue Besitzer also erst einmal Hand anlegen und dem Gerät die aktuelle Firmware 2.1 verpassen. Dies geschieht über USB-Verbindung und Download über die Palm-Homepage (Link; dort den Netzbetreiber auswählen – das Pre Plus gibt es entweder in einer O2- oder einer Vodafone-Variante – und auf der folgenden Seite rechts auf webOS-Update klicken). Eine gute Anleitung finden Sie zum Beispiel hier.

Zentrales Element: Multitasking

Einen Startbildschirm wie zum Beispiel bei Android gibt es bei webOS nicht. Im unteren Bereich bringt webOS vier Verknüpfungen zu wichtigen Programmen mit, das sind in diesem Fall Telefon, SMS, E-Mail und Internet. Rechts befindet sich der Menübutton, der zu weiteren Verknüpfungen führt. Das dann erscheinende Hauptmenü lässt sich vollständig anpassen. Es ist möglich, neue Registerkarten zu definieren und die Programme hin- und herzuschieben, je nach Bedarf. Das bringt eine sehr individuelle Menüstruktur mit sich.

Wird ein Programm geöffnet, genehmigt sich das Pre Plus oft eine Wartezeit. Schuld daran ist der veraltete Prozessor – aber man gewöhnt sich daran. Zum Pausieren eines Programms genügt ein Wisch von unterhalb des Displays (Sensorbereich) nach oben – und schon wird das Programm als eine Art Karteikarte minimiert, aber nicht geschlossen. Zum endgültigen Schließen muss es gepackt und nach oben aus dem Display „geworfen“ werden. So ist es möglich, parallel mehrere Programme offenzuhalten. Ein Spiel beispielsweise pausiert einfach und kann durch einen Druck auf die Karteikarte wieder geöffnet werden. So lässt es sich auch realisieren, wichtige Termine immer im Blick zu haben: Der Kalender bleibt einfach offen. Gleiches ist selbstverständlich auch mit E-Mails oder Aufgabenlisten möglich.

Diese Wisch-Funktionen finden sich im gesamten System wieder. Zum Löschen einer E-Mail aus der Liste wird diese einfach gepackt und nach rechts aus dem Display gezogen. Genauso funktioniert es mit SMS-Nachrichten oder Kontakten. Die nötigen Gesten lernt das Pre Plus seinem Nutzer direkt nach dem Einschalten.

Bürotauglichkeit: Keine Dokumentenbearbeitung, kein Outlook-Sync

Die Schwäche der webOS-Plattform liegt aktuell in der Bürotauglichkeit. Durch seine ausziehbare QWERTZ-Tastatur ist das Pre Plus zwar eine E-Mail-Maschine, Office-Dokumente kann es aber nur betrachten, nicht bearbeiten. Selbst per Zusatzsoftware lässt sich dies noch nicht nachrüsten, eine App ist aber in Arbeit. Auch der Datenabgleich mit Outlook funktioniert nicht direkt, sondern nur über einen Google-Kalender oder per Exchange. Hier sollte HP noch nachrüsten. Per Google oder Exchange unterstützt webOS Elemente wie Kontakte, Kalender und Aufgaben – mit den Outlook-Notizen kann das System aber nichts anfangen.

Fazit

Das Palm Pre ist ein ordentliches Smartphone für alle, die webOS einmal günstig testen wollen, bevor sie 450 Euro in den Pre3 oder 600 Euro in ein Touchpad investieren. Dabei beeindruckt das Pre Plus nicht etwa doch Hardware-Rekorde, sondern setzt auf ein revolutionäres Betriebssystem. Aktuell ist die Plattform durch eine sehr übersichtliche App-Auswahl und fehlende Funktionen allerdings noch stark limitiert. Das soll sich aber schnell ändern. HP hat als Ziel ausgerufen, DER Konkurrent fürs iPad werden zu wollen. Ein sicher ambitioniertes Ziel – die Software-Voraussetzungen hat HP aber auf jeden Fall. Dafür ist es aber auch nötig, schnellstmöglich viele Apps in den App-Catalog zu bringen. Erste Kooperationspartner in der Medienbranche hat HP nach neuesten Mitteilungen bereits gefunden.

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