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Test HTC Hero

Von Johannes Michel. Publiziert am 31. August 2009

Seit Google mit Android ein eigenes Betriebssystem auf den Markt gebracht hat, ist der Smartphone-Markt um einen großen Spieler reicher geworden. Apple, Microsoft und Symbian haben Konkurrenz bekommen. Wie schlägt sich Android auf dem HTC Hero? Und was taugt der jüngste Spross von HTC? Wir haben den „Helden“ einem Test unterzogen.

Schick, schnell, gut
Android entwickelt sich zu einem starken System, schränkt den Nutzer aber (noch) ein

Wenn es über die beiden Betriebssysteme Apple Mac OS X (auf dem iPhone) und Google Android etwas wirklich Negatives zu sagen gibt, dann ist es die Beschränkung der Funktionen. Lieb gewonnene Möglichkeiten wie der Fotoversand per Bluetooth werden zum Geduldsspiel oder funktionieren schlicht gar nicht. Daneben gibt es aber viel Positives zu berichten.


Fotostrecke zum HTC Hero

Lieferumfang und Verpackung

Dass HTC ordentlich bei Apple abgeschaut hat, wird sich mehrfach in diesem Testbericht zeigen. Schon die Verpackung zeigt eine, dezent ausgedrückt, gewisse Ähnlichkeit. In der schlanken Schachtel stecken neben dem Hero selbst ein Akkuladegerät, ein Datenkabel sowie das Headset. Außerdem liegt eine microSD-Speicherkarte mit zwei GByte Kapazität bei. Komplettiert wird der Lieferumfang durch eine Kurzanleitung. Damit fällt das Paket sehr mager aus, sogar auf eine Software-CD verzichtet HTC. Das notwendige Programm, um das Hero mit einem Windows-PC zu synchronisieren, befindet sich auf der Speicherkarte. Für ein Handy, das preislich jenseits der 400 Euro liegt, ist das aber zu wenig. Da es schon aufgrund der Bauform fürs Hero keine Tischstation gibt, dürfte es für viele Business-Kunden ohnehin ausfallen.

Design und Verarbeitung

Auf den ersten Blick scheint das HTC Hero ein kompaktes Handy zu sein. Die Maße betragen 112 x 56 x 14 Millimeter, das Gewicht ist mit 135 Gramm für ein Smartphone ebenfalls recht human. Die 14 Millimeter Dicke allerdings relativieren sich schnell, da HTC unter dem Display einen Knick verbaut, der das Handy stark anschwellen lässt. Liegt es auf dem Tisch, wächst die Höhe um etwa einen halben Zentimeter. Statt 14 sind es also etwa 19 Millimeter Dicke. Zum Vergleich: Das optisch ähnliche Apple iPhone 3GS misst 116 x 63 x 12 Millimeter und wiegt 134 Gramm – somit ist das Hero bis auf die Dicke um einiges kompakter ausgefallen. Durch die weiße Farbe wirkt das HTC Hero sehr edel, obwohl das gesamte Handy aus Plastik besteht. Bei T-Mobile ist es unter der Bezeichnung G2 auch in Schwarz zu haben, außerdem gibt es noch die Farbe Silbergrau. Durch den Knick ist das Hero allerdings nur bedingt Hosentaschen-tauglich.
An der Oberseite des Hero befindet sich der 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer, unten hat HTC die USB-Buchse untergebracht, die sowohl zu Datenübertragung als auch zum Laden dient. Beide Anschlüsse liegen allerdings offen, wodurch Staub eindringen kann. Auf der linken Seite gibt es lediglich einen Wippschalter zum Regeln der Lautstärke, weitere Seitentasten bietet das Hero nicht. Die Rückseite hat HTC schlicht gestaltet. Neben einem Schriftzug und der Kameralinse dominiert Plastik. Die Verarbeitung ist dafür aber erstklassig.
Die Front des Hero wirkt aufgeräumt. Unter dem Display liegen vier Tasten: Abheben, Home-Screen, Menü und Auflegen. Darunter gibt es die obligatorische Such-Taste, die in den meisten Fällen zu Google führt oder beispielsweise im Telefonbuch nach Kontakten sucht. Daneben findet sich eine Zurücktaste. Außerdem verbaut HTC auch wieder einen Trackball, der zum Scrollen durch lange Listen, zum Bestätigen von Aktionen und auch zum Navigieren über die verschiedenen Homescreens zum Einsatz kommen kann. Wer schon einmal einen Blackberry genutzt hat, weiß dieses kleine Tool zu schätzen. Schickes Detail: Der Trackball blinkt bei eingegangenen Nachrichten.
Die Oberfläche des HTC Hero fühlt sich gut an. HTC verwendet eine Teflon-Beschichtung, die nervige Fingerabdrücke größtenteils abhält. Das Display lässt sich außerdem durch einen kurzen Wisch am Ärmel leicht vom gröbsten Schmutz befreien. Bei der T-Mobile-Variante G2 kommt dagegen kein Teflon zum Einsatz.


In der Seitenansicht ist der Knick im Gehäuse deutlich zu erkennen.

Hardware und Ausstattung

Display
Obwohl HTC im Hero noch kein AMOLED-Display verbaut, ist die Anzeigequalität erstklassig. Auch die eigentlich kleine Auflösung von 480 x 320 Pixel fällt nicht auf. Mit 3,2 Zoll Diagonale (44 x 67 Millimeter) ist das Display ausreichend groß – bisher kommen alle Android-Handys mit dieser Größe. Die Helligkeit regelt ein Sensor, der sich im Einstellungsmenü aber auch deaktivieren lässt. Erst dann leuchtet das Display mit voller Kraft und zeigt seine wahre Qualität – auf Kosten der Akkulaufzeit. Eine Standby-Anzeige gibt es beim Hero aber nicht. Um sich über Nachrichten, Anrufe und Uhrzeit zu informieren, muss immer die rechte der vier Tasten unter dem Display gedrückt werden.

Touchscreen
Eine Tastatur hat das HTC Hero nicht, daher wird diese Wertung durch den Touchscreen-Test ersetzt. Nach dem iPhone dürfte der Touchscreen des Hero der wohl beste auf dem Handymarkt sein: Das Android-System ist mit ordentlich großen Symbolen voll auf die Fingerbedienung ausgelegt. Hinzu kommt, dass der kapazitive Touchscreen sehr gut auf die Eingaben reagiert und sich nur sehr selten eine kurze Bedenkzeit genehmigt. Auf Wunsch lässt sich eine Vibration zuschalten, die die Eingaben durch taktiles Feedback bestätigt. Nachteil der kapazitiven Technik ist aber, dass sich das Handy nicht mit einem Stift oder Handschuhen bedienen lässt – Fingerkontakt ist immer Voraussetzung.
Ein weiteres Highlight ist die Multitouch-Unterstützung. Diese Funktion wird zwar teilweise etwas zu hoch bewertet, einen Vereinfachung beim Surfen oder beim Betrachten von Fotos ist sie aber doch: Mit zwei Fingern können Bilder und Webseiten gezoomt werden. Durch Auseinander-Ziehen der Finger zoomt das Hero heraus, Zusammen-Ziehen zoomt hinein. Auch das Anstoßen von langen Listen per Finger funktioniert ausgezeichnet. Wollen Sie beispielsweise viele Einträge im Telefonbuch überspringen, schubsen Sie die Liste einfach an – und schon fließen die Kontakte flott und ohne Verzögerung an Ihnen vorbei. So sollte moderne Touchscreen-Bedienung aussehen.
Im Hochformat blendet das Hero zur Texteingabe eine QWERTZ-Tastatur ein, im Querformat erscheint die Tastatur noch etwas großzügiger. Insgesamt lässt sich gut tippen, die Software erkennt auch Tippfehler und bewahrt so vor Fehleingaben. Kleines Manko: Deutsche Umlaute haben keine eigenen Tasten erhalten, sondern finden sich hinter „a“, „o“ und „u“ und werden durch einen längeren Druck auf die jeweilige Taste aktiviert. Dies reduziert die Tippgeschwindigkeit in manchen Fällen enorm.

Speicher
Von den 512 MByte Datenspeicher sind im Auslieferungszustand noch etwa 140 MByte frei. Zusätzlich liefert HTC eine microSD-Karte mit zwei GByte Platz mit. Das Hero kommt aber mit Karten mit bis zu 32 GByte Speicherplatz zurecht. Der RAM-Speicher des Handys ist mit 288 MByte ordentlich groß dimensioniert, wirkt aber bei vielen gleichzeitig aktiven Anwendungen etwas überfordert. Allerdings könnte dies auch am Prozessor liegen. Die Qualcomm-Komponente taktet mit 528 MHz.

Menüführung
Beim Hauptmenü schaut HTC ebenfalls etwas vom iPhone ab: Gemeinsam ist ein Hauptmenü, das ohne Unterordner auskommt. Alle Anwendungen landen zentral direkt im Menü. Beim HTC Hero erfolgt eine alphabetische Sortierung. Eigene Ordner lassen sich nicht anlegen, so dass das Menü bei vielen installierten Programmen doch recht lang und damit unübersichtlich wird, vor allem dann, wenn der Nutzer einmal nicht den genauen Programmnamen parat hat.
Gegen diese Unordnung lässt sich aber leicht Abhilfe schaffen. Die Lösung heißt HTC Sense und meint die Software-Oberfläche, die HTC dem Hero mit auf den Weg gibt. HTC Sense funktioniert ähnlich wie TouchFLO 3D, das bisher bei Windows-Smartphones der Taiwanesen zum Einsatz kommt. In HTC Sense integriert der Hersteller sieben Startbildschirme, die der Nutzer frei belegen kann. Dafür stehen einfache Programmverknüpfungen oder grafisch ansprechende Widgets zur Verfügung. Auch Ordner lassen sich anlegen. Es empfiehlt sich also zum Beispiel, einen Ordner „Nachrichten“ zu erstellen und in diesem die Verknüpfungen zu den Anwendungen „Nachrichten“, „Mail“ und „Googlemail“ zu schieben. Damit bekommt alles seinen festen Platz.
HTC Sense macht einen insgesamt guten Eindruck, lediglich die Performance dürfte manchmal höher sein. Beim Blättern durch die verschiedenen Startbildschirme sind durchaus Ruckler zu beklagen, auch wenn diese kaum stören. Durch die Startbildschirme hat das Hero dem iPhone einiges voraus, denn auch eine Terminanzeige ist möglich. Wer HTC Sense nicht mag, kann auch auf die Android-Oberfläche wechseln, die Auswahl an Widgets ist dann aber deutlich kleiner. Und auch optisch gefällt HTC Sense deutlich besser als die Standardlösung.


HTC Sense vereinfacht die Menüführung des Hero deutlich.

Telefonbuch
Dem Android-Telefonbuch ist sehr schnell anzumerken, dass das Betriebssystem eher auf Multimedia- als auf Business-Funktionen getrimmt wurde. Zwar lassen sich Kontakte mit vielen Details anlegen, dafür ist eine Sortierung nach Nachnamen nicht möglich. Dies führt dazu, dass die Sortierfunktion in vielen Fällen ad absurdum geführt wird. Es empfiehlt sich, stattdessen auf die Suche auszuweichen. Die findet auch Nachnamen, kann aber mit Orten oder Firmen nichts anfangen. Hier besteht durchaus noch Verbesserungspotenzial.

PIM-Funktionen
Einen ordentlichen Kalender hat das Hero immerhin zu bieten. Er lässt sich, wie auch die Kontakte, mit den Google-Diensten, mit einem Exchange-Server oder auch mit Outlook am PC synchronisieren. Dazu muss die Software HTC Sync installiert werden, die auf der Speicherkarte liegt. Im Test hatten wir allerdings einige Probleme mit diesem Programm, da es auch eine Bluetooth-Software installierte, die in Konflikt mit einen Logitech-Treiber geriet und schließlich unsere Bluetooth-Tastatur lahmlegte.
In der Grundkonfiguration fehlen dem Hero aber Aufgaben und Notizen. Zwar lassen sich über den Android-Market derartige Programme installieren, eine Synchronisation mit Outlook oder Google ist dann aber nicht möglich. Wer seine Aufgabenliste also über Outlook oder eine Exchange-Server pflegt, muss im Hero auf seine Einträge verzichten. Immerhin liefert HTC eine abgespeckte Variante von QuickOffice mit, die aber nur zum Anzeigen von Dokumenten taugt. Wer mehr will, muss im Android-Market eine kostenpflichtige Version erwerben. Dateien im pdf-Format zeigt das Hero ebenfalls mit einem vorinstallierten Programm an.

Profile
Ein großes Manko des Android-Systems sind die fehlenden Profile. Ähnlich wie bei Windows-Mobile-Handys stehen nur „Klingeltonlautstärke“, „Klingelton aus“ und „Vibration“ zur Verfügung. Aktiviert werden die Ersatzprofile über die Lautstärkenwippe an der Seite des Hero.

Nachrichten

Die verschiedenen Nachrichten-Anwendungen hat Google als eigenständige Programme in Android eingebunden. So gibt es einen Clienten für Mails, einen für Googlemails und einen für SMS- und MMS-Nachrichten. Letztere werden in einer Chat-Ansicht dargestellt, so dass empfangene und gesendete Nachrichten keine eigenen Ordner belegen. Zwischen SMS- und MMS-Nachrichten unterscheidet das Hero erst einmal nicht. Wollen Sie eine SMS erstellen, geschieht das einfach, indem Sie ein Bild oder einen Ton zur schon getippten Nachricht hinzufügen. Den Rest erledigt das Hero automatisch. Die Einrichtung des Googlemail-Clienten erfolgt direkt beim ersten Start des Hero. Dort muss der Hero-Nutzer seine Nutzerdaten eingeben und kann dann entscheiden, mit welchen Quellen sich das Hero synchronisieren soll. Problem: Aufgrund eines Software-Fehlers lässt sich nachträglich kein Konto anlegen – dies muss beim ersten Start des Handys geschehen. HTC will aber hier nachbessern.
Für den E-Mail-Abruf unterstützt das Hero die gewöhnlichen POP3- und IMAP-Konten, kommt aber auch mit Exchange-Servern zurecht. Die Ersteinrichtung und auch der anschließende Mailabruf erfolgen sehr schnell und einfach, auch unerfahrene Nutzer dürften damit keine Probleme haben. Selbstverständlich kann das Hero Mails in vordefinierten Intervallen, also zum Beispiel stündlich, abrufen, bei Exchange-Servern wird auch Push-Mail angeboten.
Eine kleine Enttäuschung am Rande: Einen Reader für die allseits beliebten RSS-Feeds bringt Android nicht mit. Zwar gibt es im Market einige Programme, die eine solche Funktion ergänzen, ein deutschsprachiges Angebot existiert aber noch nicht. Diese Grundfunktion sollte Google unbedingt in eine der nächsten Android-Versionen integrieren. Ein empfehlenswerter Feedreader ist zum Beispiel der BeyondPod, der auch Feeds aus Google Reader empfangen kann. So erspart sich der Nutzer, jeden Feed einzeln eintippen zu müssen. BeyondPod kommt zwar auf Englisch, kann aber auch deutsche Umlaute in den Nachrichten anzeigen.

Kamera

Die Kamera war bei bisherigen Google-Handys nicht unbedingt eine Stärke. HTC möchte das ändern und baut ins Hero eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus ein. Hinzu kommen manuelle Einstellungsmöglichkeiten wie Weißabgleich, Helligkeit, Schärfe und Kontrast sowie die Möglichkeit, Fotos mit dem eingebauten GPS-Chip zu Taggen. Am PC kann dann später der genaue Entstehungsort nachvollzogen werden. Weitere Funktionen wie eine Lächelerkennung oder ISO-Einstellungen gibt es nicht. Auch auf einen LED-Blitz hat HTC verzichtet. Filme kann das Hero auch drehen, allerdings nur mit einer Auflösung von 352 x 288 Pixel. Die Konkurrenz macht es da mit VGA (640 x 480 Pixel) oder sogar mit HD schon besser.
Die Qualität der Bilder und Videos geht in Ordnung, allzu viel dürfen Sie aber nicht erwarten. Bilder erhalten häufig einen Schleier, vor allem bei Landschaftsaufnahmen fällt er verstärkt auf. Der Autofokus hingegen arbeitet meist gut, so dass Personenbilder gelingen. In Innenräumen fehlt dem Hero aber die eine Zusatzleuchte, so dass Bilder in einer dunklen Kneipe nicht möglich sind. Einen Nachtmodus gibt es übrigens auch nicht.

Multimedia

Das Negative vorweg: HTC installiert auf dem Hero nicht ein einziges Spiel. So müssen Sie sich selbst über den Android-Market versorgen. Aufgrund der großen Auswahl an (kostenfreien) Spielen sollte das aber kein Problem sein.
Dank 3,5mm-Buchse können Sie ans Hero jederzeit eigene Kopfhörer anschließen, die mitgelieferten sind eher der unteren Mittelklasse zuzuordnen. Mit guten Kopfhörern klingt der Player des Hero gut, auch wenn sich der Klang mangels Equalizer nicht anpassen lässt. Da das Hero auch CD-Cover anzeigt, wirkt der Player optisch gelungen. Aber: Probleme mit Rucklern treten auf, sobald er viele Cover laden muss oder wenn der Nutzer durch lange Listen navigiert. Ein UKW-Radio hat das Hero übrigens nicht zu bieten.
Einen Schwerpunkt setzt Android in Sachen „Soziale Netzwerke“. Direktzugänge zu Flickr, Facebook und Twitter sind schon vorkonfiguriert, der Nutzer muss lediglich seine Zugangsdaten eintragen. Der Twitter-Client mit dem Namen Peep ist gelungen und aktualisiert sich auf Wunsch auch selbst. Läuft er im Hintergrund, vor allem als Widget in HTC Sense, genehmigt sich Android allerdings desöfteren eine kleine Denkpause.
Herzstück von Android ist der Market. Er ist vergleichbar mit Apple AppStore. Programmierer können hier ihre selbst geschriebenen Programme verkaufen oder auch kostenlos zum Download anbieten. Die Auswahl ist nahezu grenzenlos, nicht nur Anfänger werden am Anfang durch die Vielfalt überfordert. Dies liegt vor allem daran, dass es noch keine Sortierfunktion gibt. Zwar werden die Inhalte in Kategorien eingeteilt, nach speziellen Begriffen kann der Anwender aber nicht suchen. So ist es zum Beispiel nicht möglich, nur deutschsprachige Programme aufzulisten. Hier hat Google noch viel zu tun, um den Market weiter aufzuwerten, das Angebot und die enthaltenen Programme sind aber vielversprechend.
Gut gefallen hat uns auch der Lagesensor des HTC Hero. Er dreht den Bildschirminhalt automatisch mit der Neigung des Handys und dient auch als Kompass. Leider funktioniert der automatische Wechsel ins Querformat nicht in allen Anwendungen, ausgenommen sind auch das Hauptmenü und HTC Sense. Besonders hilfreich ist der Sensor im Browser. Apropos: Komfortabler als mit dem HTC Hero surfen Sie mit keinem anderen Handy im Internet, sehen wir vielleicht einmal vom iPhone ab. Seiten werden in Sekundenschnelle aufgebaut und an den Bildschirm optimal angepasst. Die Fingernavigation in Kombination mit Multitouch trägt das Übrige zum guten Surfgefühl bei.


Im Internet surft es sich am besten im Querformat.

GPS-Funktion

GPS steht zunächst einmal fürs Geotaggen von Fotos sowie für die vorinstallierte Software Google Maps zur Verfügung. Über den Android-Market sind mittlerweile zahlreiche Navigationsprogramme erhältlich, mit denen sich aus dem Hero ein richtiges kleines Navigationssystem machen lässt.

Datenfunktionen

HSPA (HSDPA und HSUPA), WLAN, EDGE und GRPS stehen auf der Habenseite beim HTC Hero. Auf Wunsch lässt sich die mobile Datenübertragung auch deaktivieren, so dass sich das Hero außer bei eigenen WLAN-Netzen nicht mit dem Internet verbindet. Dies ist vor allem dann hilfreich, wenn der Nutzer keinen oder nur einen begrenzten Datentarif gebucht hat. Bluetooth steht nur für die Kommunikation mit einem Headset zur Verfügung, Daten können Sie nicht versenden. Dies schränkt den Nutzer doch ordentlich ein, vor allem beim Austausch von Kontakten oder Fotos im Freundeskreis.

Akustik

Ein Akustikwunder ist das Hero zwar nicht, dennoch geht die Gesprächsqualität in Ordnung. Etwas störend ist die niedrige Lautstärke, sowohl im normalen Telefonmodus als auch über den Freisprecher. In lauten Umgebungen tut man sich sehr schwer, sein Gegenüber noch gut zu verstehen.

Standby- und Gesprächszeit

Die Standbyzeit von 20 Tagen, die HTC angibt, dürfte mit dem Hero wohl niemals zu erreichen sein. Bei normaler Nutzung sind zwei bis drei Tage realistisch. Am Akku zieht natürlich vor allem das brillante Display, aber auch die ständige aktive Datenverbindung (abschaltbar) kostet ordentlich Strom. Die Chip-Handywelt hat als maximale Dauergesprächszeit etwa dreieinhalb Stunden gemessen, das dürfte in etwa hinkommen. Der Akku hat übrigens eine Kapazität von 1350 mAh.

Fazit

Mit dem Hero ist HTC ein großer Wurf gelungen, der Android noch weiter befeuern dürfte. Das Handy eignet sich aber nicht für Business-Nutzer, dafür fehlen Anwendungen wie Aufgaben und Notizen sowie eine sinnvolle Kontaktverwaltung mit besseren Sortiermöglichkeiten. Wer auf Multimedia wert legt und ein einfach zu bedienendes Smartphone sucht, ist beim Hero genau richtig. Es ist durchaus eine Alternative zum iPhone – alleine schon aus preislicher Sicht. Dennoch erreicht es in unserer Wertung nur knapp über 80 von 100 Punkten. Dies liegt vor allem an der schwachen Kamera und an den Einschränkungen, mit denen der Nutzer zwangsläufig leben muss.

Pro:

  • schlicht-schickes Gehäuse mit guter Verarbeitung
  • HSPA und WLAN
  • GPS
  • 3,5mm-Klinkenanschluss
  • hervorragender Touchscreen mit Multitouch und HTC Sense

Kontra:

  • Knick unter dem Display
  • schwache Kamera
  • kaum Business-Funktionen
  • kein anpassbares Hauptmenü
  • Einschränkung des Nutzers in Sachen Bluetooth

Fotostrecke zum HTC Hero

Information: So testet Vieraugen Handy

Disziplin Prozentpunkte
Lieferumfang 35
Design / Verarbeitung 87
Ausstattung 81
Multimedia 83
Praxis 85
GESAMTERGEBNIS 80,6
Johannes Michel, 31. August 2009

Hinweis: Lesen Sie zu diesem Thema auch: Das HTC Hero im Dauertest (externer Link)

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