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HTC HD7 (mit Video zum Test)

Von Johannes Michel. Publiziert am 7. Februar 2011

Microsoft hatte es in den vergangenen Jahren nicht einfach im Smartphone-Markt. Schon lange galt das hauseigene System Windows Mobile als hoffnungslos veraltet und bedienerunfreundlich, obwohl es eine große Anhängerschaft aufweisen konnte. Das HTC HD7 mit riesigem 4,3-Zoll-Display präsentiert sich mit Microsofts Neustart Windows Phone 7 – und macht dabei eine ordentliche Figur, lässt aber auch viele Punkte liegen.

Hauseigene Produkte einfach fallengelassen

Ohne Frage ist Windows Phone 7 ein revolutionäres Betriebssystem geworden. Ja, wir würden sogar sagen: Einem wenig technik-affinen Benutzer raten wir eher zu Windows als zu Apple. Dafür verscherzt es sich Microsoft mit den bisherigen „Powerusern“ – größtenteils durch Lücken, die nicht nötig wären.

Übersicht: Die technischen Daten

HTC HD7
Typ Barren
Tastatur nur virtuell
Maße 122 x 68 x 11 mm
Gewicht 162 g
Betriebssystem Windows Phone 7
Display 4,3 Zoll, 800 x 480 Pixel
Bedienung Touchscreen
Datenfunk UMTS, HSPA, WLAN
Kamera 5 Megapixel mit LED
Speicherslot keiner (8 GByte Speicher intern)
Preis (Februar 2011) ab 440 Euro

Das Video zum Test:

Lieferumfang

Das HTC HD7 kommt in einer kleinen Schachtel zum Käufer, die in Breite und Höhe kaum größer als das Smartphone ist. Im Paket liegen das Gerät, ein zugehöriger Akku (1.230 mAh), ein Headset sowie Ladestecker und USB-Anschlusskabel. Auf gedruckte Anleitungen oder eine Software-CD verzichtet der Hersteller komplett – und das, obwohl zur Verbindung des HD7 mit einem PC die Zune-Software von Microsoft nötig ist (das Downloadpaket ist über 100 MByte groß).

Design und Verarbeitung

Optisch hat sich HTC dagegen ordentlich ins Zeug gelegt. Das Smartphone ist zwar mit einer Länge von über zwölf und einer Breite von fast sieben Zentimetern alles andere als klein, und das Gewicht von 162 Gramm trägt schwer in der Tasche auf. Dafür entschädigt HTC mit tadelloser Verarbeitung und einem schicken Äußeren, das aber sehr anfällig für Fingerabdrücke ist.

An der Oberseite bringt HTC lediglich den Ein- und Ausschalter unter, rechts die Wippe zur Lautstärkenregelung und den Kameraauslöser und unten Headset- (3,5 mm Klinke) und USB-/Ladeanschluss. Eigene Musiktasten gibt es nicht. HTC folgt damit dem Trend zu immer mehr Touchscreen und immer weniger Tastatur. Auf der Rückseite steht die Kameralinse mit zugehöriger LED-Leuchte etwas aus dem Gehäuse heraus. Da HTC das Umfeld der Linse in gebürstetem Aluminium ausführt, dürften sich hier schnell Kratzer ansammeln, da das Handy an dieser Stelle immer aufliegt. Die „Linsenumrandung“ beinhaltet einen aufklappbaren Ständer, so dass Sie das HD7 im Querformat aufstellen können.

Ausstattung: Telefonie/Daten

In Sachen Ausstattung macht so schnell kein anderes Gerät dem HTC HD7 etwas vor. Quadband-GSM, HSPA und WLAN sind Standard, GPS zur Ortsbestimmung ebenfalls. Bluetooth gibt’s ebenfalls, allerdings nur in einer sehr abgespeckten Variante. Wie bei Apples iPhone oder den frühen Android-Geräten können Sie über Bluetooth lediglich telefonieren, die Verbindung mit anderen Zubehörteilen oder gar der Dateiversand ist nicht möglich. Ob Microsoft hier mit einem Update nachrüstet, bleibt abzuwarten.

Ausstattung: Hardware

Mit einer Displaydiagonale von 4,3 Zoll (ca. elf Zentimeter) knüpft HTC nahtlos an das bisherige Windows-Flaggschiff HD2 an. Die Auflösung beträgt 800 x 480 Pixel, das ist aktuell bei Windows-Smartphone Stand der Technik und von Microsoft so auch vorgegeben. Die Anzeigequalität ist sehr gut, allerdings kommt HTC mit der LCD-Technik nicht ganz an Samsungs AMOLED- oder Super-AMOLED-Displays heran. Displaykönig unter den Windows-Smartphone ist daher zurzeit Samsungs Omnia 7. Lob verdient HTC dafür für den hervorragenden Touchscreen, der sich durch die kapazitive Ausführung gut bedienen lässt und in jeder Situation direkt anspricht. Ganz Apple-like hat Microsoft auch Multitouch eingebaut, so dass Sie das HD7 mit mehreren Fingern bedienen können, etwa beim Zoomen in Bildern und Webseiten.

Eine echte Tastatur findet sich im HD7 nicht. Unter dem Display verbaut HTC drei Sensortasten, die mit den Funktionen „Zurück“, „Startbildschirm“ und „Suche“ belegt sind. Besonders interessant ist letztere Taste, denn mit ihr können Sie, je nach aktiver Anwendung, im Gerät selbst oder im Internet suchen. Statt einer mechanischen Tastatur blendet das HD7 eine virtuelle QWERTZ-Tastatur ein, die sich sowohl im Hoch- als auch im Querformat nutzen lässt und Wortvorschläge liefert.

In Sachen Speicher muss das HD7 mit acht GByte intern auskommen. Eine Speicherkarte lässt sich zurzeit bei keinem Windows-Phone nachrüsten. Die Netzbetreiber verkaufen teilweise andere Varianten des HD7, bei O2 ist eine mit 16 GByte Speicher zu haben.

Ausstattung: Software

Mit dem neuen Betriebssystem Windows Phone 7 ist Microsoft ein auf den ersten Blick großer Wurf gelungen. Nach Windows Mobile 6.1 und 6.5 ist es eine vollständige Neuentwicklung. Daher laufen bisher verfügbare Programme nicht auf dem neuen System, Entwickler müssen vollständig neu programmieren.

Der Startbildschirm von Windows Phone 7 besteht aus Kacheln, die sich ganz nach Wunsch des Nutzers konfigurieren lassen. Sie sind entweder reine Verknüpfungen zu wichtigen Programmen (zum Beispiel Kontakte, Internetbrowser, Telefonanwendung) oder auch aktive Widgets (zum Beispiel Terminanzeige im Kalender). Ins Hauptmenü kommt der Nutzer durch eine Wischbewegung nach links oder durch Drücken auf den kleinen Pfeil, der im Startbildschirm stets oben rechts anzeigt wird. Hier listet Windows Phone 7 alle installierten Programme in alphabetischer Reihenfolge auf, eine nachträgliche Sortierung ist nicht vorgesehen.

Das spartanische Design von Startbildschirm (lediglich die Farben lassen sich anpassen) und Hauptmenü trägt dazu bei, dass Windows Phone 7 sehr aufgeräumt wirkt. Versteckte Optionen gibt es nicht, in vielen Programmen lassen sich durch einen Druck auf den unteren Bereich des Touchscreens (hier werden oftmals drei kleine Punkte eingeblendet) einige wenige zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten aufrufen. Den Rest bringt Microsoft in den meisten Fällen übersichtlich und mit großer Schrift bestückt in Sichtweite unter.


Datenabgleich eingeschränkt: Das HD7 lässt sich nicht mehr per Kabel oder Bluetooth mit der Bürosoftware Outlook synchronisieren.

SMS und E-Mail gehören ohne Frage zu den Stärken des Systems. Windows Phone 7 kommt sowohl mit gewöhnlichen E-Mail-Accounts (POP3, IMAP) als auch mit Exchange-Servern zurecht. Die Listendarstellung der E-Mails gefällt und macht einen äußerst modernen und schicken Eindruck. Über das Nachrichten-Widget auf dem Startbildschirm wird der Nutzer zudem über ungelesene Nachrichten informiert, falls er den Push-Dienst oder das regelmäßige Abrufen eingeschaltet hat. An Bord ist auch ein vollwertiges Office-Paket, bestehend aus Word, Excel, PowerPoint und OneNote. Dokumente lassen sich nicht nur betrachten, sondern auch bearbeiten und erstellen. Vergessen hat Microsoft aber scheinbar die Unterstützung für Aufgaben und Notizen. OneNote ist zwar ein Notiz-Ersatz, wer aber in Outlook oder auf dem Exchange-Server mit diesen Daten arbeitet, kann sie nicht aufs Smartphone übertragen. Findige Programmierer haben kürzlich zumindest die Aufgaben über eine App integriert, dies funktioniert aber nur in Verbindung mit einem Exchange-Server.

Benutzer von Outlook ohne Exchange schauen bei Windows Phone 7 vollkommen in die Röhre. Denn der Abgleich über ein USB-Kabel oder Bluetooth mit einem Computer ist nicht mehr angedacht. Microsoft treibt seine Smartphone-Nutzer daher in die „Cloud“. Wer keinen Exchange-Server nutzt, kann ja auf die Windows-Live-Dienste zurückgreifen, meint Microsoft. Nachteil: Sämtliche persönlichen Daten wie Kontakte, Termine und gegebenenfalls sogar Dokumente liegen damit auf Microsoft-Servern. So etwas kannten wir bisher nur von Google – doch mittlerweile lassen sich Android-Smartphones mit Zusatzsoftware problemlos am Rechner verwalten und synchronisieren. Microsoft hat hier einen riesigen Schritt nach hinten gemacht.

Multimedia: Kamera

Das HTC HD7 ist zwar ein Multimedia-Bolide, aber keineswegs das perfekte Kamera-Smartphone. Die Kamera löst zwar mit fünf Megapixeln auf und bringt auch eine LED mit, Dynamik und Bildrauschen sind aber nicht akzeptabel. Richtig scharf wurde kaum eines unserer Testfotos. Zudem zeichnet die Kamera Farben gerne falsch auf. Besonders bei abnehmendem Licht ist es mit der Herrlichkeit schnell vorbei. Das gilt genauso für Videos. Die kann das HD7 in kleiner HD-Auflösung (720p, 1280 x 720 Pixel) aufnehmen, schnelle Bewegungen sollten Sie dabei aber möglichst vermeiden.

Multimedia: Internet

Im HD7 werkelt Microsofts Internet-Explorer in einer völlig neu entwickelten Mobilversion. Der Browser leistet insgesamt gute Arbeit und muss den Vergleich mit seinen Android- und iPhone-Konkurrenten keineswegs scheuen. Besonders beeindruckend: Selbst viele offene Tabs bremsen ihn nicht aus. Zoomen können Sie per Multitouch oder Doppeltapp. Kleiner Kritikpunkt: Surfen Sie im Querformat, können Sie keine Internetadressen eingeben, da schlicht das Eingabefeld fehlt. Das blendet das HD7 momentan nur im Hochformat ein.

Multimedia: Player

Die Smartphone- Hersteller und Betriebssystem-Entwickler neigen dazu, viele Funktionen miteinander zu verzahnen. Das gilt auch für Musik- und Videoplayer. Derartige Komponenten hat das HD7 zwar zu bieten, der Nutzer bekommt dies aber nicht mehr mit. Unter dem Menüpunkt „Musik & Videos“ verbirgt sich beim HD7 die Multimedia-Sammlung, die sich über die Zune-Software befüllen lässt. Das bedeutet: Sie müssen auf Ihrem Rechner Zune installieren und können erst dann Musik, Videos und auch Bilder auf HD7 übertragen bzw. vom HD7 herunterladen. Einen Wechseldatenträger-Modus hat Microsoft nicht spendiert. Dieser Zwang zu einer hauseigenen Software kommt uns von einem anderen Hersteller sehr bekannt vor…

Einen Equalizer zur Klanganpassung gibt es bei Windows Phone 7 nicht als Standard, HTC hilft mit der App „Klangverbesserung“ nach. Diese App lässt sich nur über das Hauptmenü starten, Sie sollten den gewünschten Klang also vor dem Musikhören einstellen.

Multimedia: Unterhaltung

Punkte möchte Microsoft mit dem XBOX-Live-Dienst sowie mit dem Marketplace sammeln und Windows Phone 7 als die mobile Spieleplattform etablieren. Dafür hat sich Microsoft vor allem bei der Gestaltung der Zugangsprogramme mächtig ins Zeug gelegt. Der Marketplace füllt sich langsam aber sicher mit vielen Anwendungen, aktuell sind es mehrere tausend. XBOX-Live bietet zudem schon einige interessante Spiele. Im Gegensatz zu Android sind wenige wirklich gute Apps kostenlos, für Spiele werden gut und gerne fünf Euro fällig. Der Einkauf kann momentan nur über eine Kreditkarte abgewickelt werden. Und einen Bug konnten wir im Marketplace noch entdecken: Ab und zu stehen Updates für Apps bereit. Mehrere Updates kann das HD7 aber nicht gleichzeitig ausführen, obwohl diese Option ausdrücklich angeboten wird.


Trotz großer Gehäusemaße bleibt das HD7 in der Dicke recht kompakt. Zum Vergleich im Bild: HTC Desire Z und Sony Ericsson Xperia X10.

Praxis

Auch wenn das HD7 ein vollwertiger Minicomputer ist, kann es natürlich auch noch telefonieren. Hierbei hinterließ das HD7 einen durchweg positiven Eindruck: Gesprächspartner klingen sehr natürlich, die Lautstärke passt. Zu kritisieren ist lediglich der Freisprecher, der auf maximaler Lautstärke übersteuert und stark scheppert.

Ein Manko moderner Smartphones ist die Akkulaufzeit. Und das HD7 ist hier keine Ausnahme. Nach spätestens einem Tag ist Feierabend. Wenn Sie Mails per Push abrufen, telefonieren und surfen, kann sogar eher Schluss sein. Es zeigt sich, dass HTC einen viel zu schwachen Akku verbaut hat (siehe Lieferumfang). Telefonieren können Sie laut Chip Handy etwa vier Stunden am Stück.

Wie schon erläutert: Die Bedienung des HD7 geht einfach vonstatten. Nichts ruckelt, Befehle werden zügig ausgeführt. Das haben wir so noch bei keinem Smartphone erlebt. Das große Aber: Die Personalisierbarkeit bleibt etwas auf der Strecke. Zwar können Sie den Startbildschirm frei mit Kacheln belegen, das Hauptmenü lässt sich aber nicht sortieren. Und in einem Punkt ist das System nicht eingängig: Manchmal finden sich Zusatzmenüs im unteren Bereich, ein andermal erst durch einen langen Druck auf den Touchscreen.

Beim Preis müssen Sie nicht mehr derart stark in die Tasche greifen wie beim Marktstart im Spätherbst 2010. Aktuell bekommen Sie das HD7 für weniger als 450 Euro. Das geht aufgrund des riesigen Funktionsumfangs in Ordnung. Ein vergleichbares Android-Handy rangiert auf ähnlich hohem Niveau.

Fazit

Windows Phone 7 und das HTC HD7 gefallen. Dennoch bleiben viele Lücken, für die allerdings HTC nichts kann: Fehlender Outlook-Sync, kein Wechseldatenträger-Modus – um nur einige zu nennen. Fürs Business taugt das HD7 daher nicht, Multimedia-Nutzer können sich aber über einen riesigen Touchscreen und ein schickes Äußeres freuen. Unsere Empfehlung: Warten Sie, bis Microsoft per Update einige Funktionen nachgerüstet hat. Vieraugen Handy wird darüber zeitnah informieren.

Pro

  • hervorragende Verarbeitung
  • vollständige Datenausstattung mit WLAN und HSPA
  • riesiges Display
  • einfache Bedienbarkeit
  • schneller Prozessor

Kontra

  • groß und schwer
  • beschnittenes Betriebssystem (z.B. kein Outlook-Sync, PC-Anschluss nur über Zune-Software)
  • schwache Kamera
  • kleiner Lieferumfang

Testnote HTC HD7: gut (77,1 Prozent)

Information: So testet Vieraugen Handy

Disziplin Prozentpunkte
Lieferumfang 35
Design / Verarbeitung 83
Ausstattung 75
Multimedia 85
Praxis 79
GESAMTERGEBNIS 77,1
Johannes Michel, 7. Februar 2011.

Bilder vom HTC HD7 finden Sie in unserer Bildergalerie…

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