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HTC Desire Z

Von Johannes Michel. Publiziert am 16. Februar 2011

Mittlerweile haben sich Smartphones mit Googles Betriebssystem Android etabliert. Neben dem Apple iPhone stehen sie ganz oben in der Gunst der multimedia-affinen Nutzer. Nicht angekommen sind sie aber in der Businesswelt. Das möchte HTC ändern – und spendiert dem Desire Z eine mechanische Volltastatur. Taugt das Desire Z somit fürs Business? Oder ist es nicht mehr als ein Multimedia-Smartphone mit einer besseren Möglichkeit zur Texteingabe?

Schwerer Klopper mit dezentem Schick

HTC spielt momentan auf den zwei wichtigsten Hochzeiten im Smartphone-Markt. Bei Android-Geräten sind die Taiwanesen führend, bei Windows Phone 7 mit den meisten Modellen mit dabei. Früher war HTC reiner Business-Hersteller. Wie viel davon steckt noch im Desire Z?

Übersicht: Die technischen Daten

HTC Desire Z
Typ Slider
Tastatur Volltastatur QWERTZ
Maße 119 x 61 x 14 mm
Gewicht 180 g
Betriebssystem Android 2.2.1
Display 3,7 Zoll, 800 x 480 Pixel
Bedienung Touchscreen
Datenfunk UMTS, HSPA, WLAN
Kamera 5 Megapixel mit LED
Speicherslot microSD
Preis (Februar 2011) ab 420 Euro

Das Video zum Test:

Lieferumfang

Geiz ist geil. Der bekannte frühere Slogan eines Elektromarktes scheint zurzeit HTC geritten zu haben. Denn neben Gerät, Akku (1.300 mAh), Headset, Ladegerät und USB-Kabel liegt nichts im Paket. Keine Anleitung, keine Software-CD, keine Tasche, keine Tischstation (ja, das wäre heutzutage wirklich Wunschdenken). Damit lässt das Desire Z schon zu Beginn unseres Tests eine Menge Punkte liegen.

Design und Verarbeitung

Eine Schönheit ist das Desire Z nicht gerade. Im Vergleich zur Konkurrenz aus eigenem Hause, wir denken dabei zum Beispiel ans Desire HD oder ans HD7, zieht das Desire Z den Kürzeren. Eines muss man HTC aber lassen: Die Verarbeitung ist optimal, nichts knarzt. Momentan schaffen das nur wenige Hersteller – und HTC prescht vor. Die Maße des Desire Z liegen zwar nicht deutlich unter denen eines Desire HD, dennoch wirkt das Gerät kompakter. Dafür ist es mit 180 Gramm Gewicht etwas zu schwer geraten.

An der Oberseite findet sich traditionell der Ein- und Ausschalter, zudem verbaut HTC hier den Klinkenanschluss für Kopfhörer (3,5 mm). Links bringt HTC die Tasten zur Lautstärkeregelung und den USB- und Ladeanschluss an, auf der rechten Seite sitzt der Kameraauslöser. Die Rückseite ziert ein farblich etwas abgesetzter Akkudeckel, die Kameralinse hat HTC versenkt eingebaut. Der Akkudeckel lässt sich über einen kleinen Schiebeknopf entriegeln, der sich mit Sicherheit bei vielen Nutzern versehentlich auslösen wird. Das wirkt weniger gelungen.

Ausstattung: Telefonie/Daten

Wie es sich für ein Top-Smartphone gehört, hat HTC alle gängigen Daten-Standards verbaut. Mit von der Partie sind Quadband-GSM, HSPA und WLAN. Auch Bluetooth ist an Bord. Da das Desire Z unter Android 2.2 läuft, lässt sich die Bluetooth-Schnittstelle auch zum Datenversand und zum Koppeln von Geräten wie Autoradios oder Uhren nutzen. GPS rundet die Ausstattung ab.

Ausstattung: Hardware

Im Gegensatz zu reinen Touch-Modellen wie Desire HD oder HD7 verzichtet HTC beim Desire Z auf ein Riesendisplay. Mit einer Diagonalen von 3,7 Zoll (ca. 9,5 Zentimeter) spielt das Gerät aber immer noch in der oberen Liga. Die Auflösung von 800 x 480 Pixeln beweist das ebenfalls. Die Anzeigequalität ist zwar gut, kann aber nicht mit Konkurrenzdisplays mithalten, da HTC klassische LCD-Technik verwendet und auf AMOLED bisher verzichtet. Bedienen lässt sich der Touchscreen dennoch hervorragend, auch Multitouch hat den Weg ins Desire Z gefunden.

Unter dem Display verbirgt sich das eigentliche Highlight des Desire Z, die Volltastatur. Verteilt auf vier Zeilen finden Sie alle wichtigen Tasten, um auch längere E-Mails tippen zu können. Die Tasten sind gut voneinander abgesetzt, Zahlen und Umlaute müssen Sie allerdings über die FN-Taste aktivieren. Alternativ können Sie die doppelt belegte Taste auch kurz halten und dann auf dem Touchscreen die Eingabe bestätigen. Dafür ist aber ein Umgreifen nötig, was den Tippfluss stark beeinträchtigt. Die Tastatur hinterlässt insgesamt einen sehr positiven Eindruck, dennoch bleiben kleinere Kritikpunkte wie die fehlenden eigenen Tasten für Umlaute und die fehlende fünfte Reihe für eigene Zahlentasten. Das macht HTC beim Windows-Modell 7 Pro besser. Der Slidermechanismus wird von vielen Anwendern kritisiert, da er sich nach einer gewissen Nutzungsdauer etwas ausleiern soll. Das konnten wir nicht beobachten, allerdings öffnet er sich nur, wenn Sie beide Daumen zum Anschieben benutzen.

Speicherplatz bietet das Desire Z zu Genüge. Ein GByte steht im Gerät bereit, HTC liefert zudem eine Speicherkarte mit acht GByte Platz mit. Wer mehr will kann mit microSD-Karten jederzeit aufrüsten. Unter Android 2.2 lassen sich übrigens Apps auch auf die Speicherkarte installieren, so dass Sie den internen Gerätespeicher nicht überladen müssen.

Ausstattung: Software

Mit Android 2.2 ist das HTC Desire Z gut gerüstet. Ein Update auf 2.3 ist von HTC zwar noch nicht angekündigt, aber durchaus denkbar.

Als Oberfläche verwendet HTC gewohnt HTC Sense. Das bedeutet: Sieben Startbildschirme, die Sie frei mit Widgets und Verknüpfungen belegen können. Setzen Sie zwei Finger auf den Touchscreen und ziehen Sie diese zusammen, erhalten Sie eine Übersicht über alle sieben Bildschirme und können so auch schnell wechseln. Das Hauptmenü gestaltet HTC als Liste, das Umsortieren ist hier nicht möglich. Wichtige Programme können Sie aber auf einen der Startbildschirme ziehen und dort auch Ordner anlegen.

SMS und E-Mail lassen sich bei Android einfach verwalten. SMS werden in einer Chatansicht angezeigt, so dass Sie jederzeit den Gesprächsverlauf verfolgen können. In Sachen E-Mail unterstützt das Desire Z POP3, IMAP und auch Exchange. Per Exchange können Sie außerdem Kontakte und Kalender synchronisieren. Kontakte und Termine aus Outlook lassen sich per USB auch mit der Software HTC Sync transferieren, die auf der HTC-Webseite kostenlos erhältlich ist. Nicht zum Android-Standard gehören allerdings Aufgaben und Notizen, hier sind Sie auf Zusatzsoftware aus dem Market angewiesen. Für das Betrachten und auch Anlegen von Word- und Excel-Dokumenten installiert HTC Quick-Office. Dass sich die Dokumente auch bearbeiten lassen, ist durchaus eine Besonderheit. Meist ist nur die Viewer-Version der Software installiert. Dies zeigt, dass HTC das Desire Z durchaus auch an Businesskunden richtet.

Multimedia: Kamera

5- Megapixel mit Foto-LED klingen nach Durchschnitt. Erfreut hat uns im Test daher besonders, dass die Bildqualität der Kamera mehr als in Ordnung geht. Im Vergleich zum HD7 wirken die Fotos schärfer und kontrastreicher. Videos zeichnet die Kamera in kleiner HD-Auflösung (720p, 1280 x 720 Pixel) auf und zieht daher mit dem Desire HD gleich.

Multimedia: Internet

Surfen ist eine der Stärken des Android-Systems. Der Browser im Desire Z macht daher einen sehr guten Eindruck. Webseiten werden schnell geladen, mehrere offene Tabs bremsen ihn nicht aus und über die Menütaste à Mehr stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung. Hier können Sie zum Beispiel auf der Seite nach Begriffen suchen, Text auswählen und kopieren oder auch den Seitenlink weiterleiten – per E-Mail, Bluetooth Facebook, Twitter oder über Drittprogramme aus dem Android Market sogar zu Diensten wie Instapaper (Read Later). Vorbildlich.

Multimedia: Player

Auch der Musik- und Videoplayer überzeugt. Er erlaubt die Musiksortierung nach Interpret, Titel und Album und kann auch Playlists verwalten. Wenn verfügbar zeigt der Player auch die CD-Cover an. Als Musikspezialist positioniert sich das Desire Z allerdings nicht, denn dafür fehlt der Equalizer.

Multimedia: Unterhaltung

Die zentrale Schaltstelle auf dem Desire Z ist der Android Market. Mittlerweile bittet der App-Shop über 100.000 verschiedene Anwendungen. Ob sinnvolles Tool, Spiel oder Scherzprogramm – die Auswahl ist nur schwer zu überblicken. Dennoch lässt sich das Desire Z so aufrüsten und erweitern. Ohne Frage ist dies eine der großen Stärken des Android-Betriebssystems. Somit sei HTC auch verziehen, dass auf dem Desire Z keine Spiele vorinstalliert sind und dass manche Funktion fehlt. Gut ausgestattet ist das Gerät aber in Sachen soziale Netzwerke. Im Friendstream laufen Updates aus Twitter und Facebook zusammen, die Anwendungen lassen sich aber auch einzeln nutzen. Youtube, ein FM-Radio und Google-Dienstprogramme wie Mail und Maps werten das Smartphone weiter auf.

Praxis

Telefonieren können Sie mit dem Desire Z natürlich auch. Und das erledigt das Gerät richtig gut. Verständigungsprobleme hatten wir zu keiner Zeit, der Lautsprecher ist auch laut genug. Lediglich der Freisprecher enttäuscht und beginnt bereits bei halber Lautstärke zu scheppern.

Der Akku leistet ebenfalls gute Arbeit. Einen Arbeitstag übersteht er ohne Schwierigkeiten, Datenfresser sind natürlich das Display und Push-Benachrichtigungen. Dauertelefonieren können Sie laut Chip Handy viereinhalb Stunden. Auch das ist vollkommen im Rahmen.

HTC legt über das Android-System traditionell die eigene Oberfläche HTC Sense. Auf sieben Startbildschirmen können Sie Programmverknüpfungen und Widgets ablegen, die HTC auch in ausreichender Zahl vorinstalliert. Geschmack beweist HTC dabei bei Gestaltung und Farbwahl: Bei keinem anderen Hersteller sehen die Widgets derart gut aus, das Musterbeispiel bleibt die Uhr im Klappwecker-Design mit Wetteranzeige. Zudem lässt sich das Desire Z flüssig bedienen, obwohl HTC keinen Snapdragon-Prozessor mit einem Gigahertz Taktfrequenz einbaut, sondern nur eine Komponente mit 800 Megahertz. Lediglich beim Starten von Programmen lässt sich das Desire Z etwas mehr Zeit als Snapdragon-Geräte.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. HTC Sense ist zwar eine sinnvolle und schicke Oberfläche, Neueinsteiger könnten die sieben Startbildschirme aber überfordern. Zudem gestaltet HTC die Menütaste, die unten links im Display eingeblendet wird, etwas zu klein. Dabei ist sie eine der meist verwendeten Tasten überhaupt.

Im Vergleich zu anderen Oberklasse-Smartphones ist das Desire Z verhältnismäßig günstig zu haben. Zurzeit (Stand: Februar 2011) müssen Sie etwas mehr als 400 Euro einplanen. Ein Preis, der für den gebotenen Funktionsumfang passt.

Fazit

Nein, einen Schönheitspreis gewinnt HTC mit dem Desire Z nicht. Dafür gibt es wenige Android-Smartphones, die mit dem Desire Z konkurrieren können. Klare Stärke: Die Volltastatur. Sie erlaubt einfaches und schnelles Schreiben, ohne nervige Fummelei auf dem Touchscreen. Business-Anwender müssen allerdings damit leben, das Android noch längst nicht die Möglichkeiten bietet, die sie von Windows Mobile 6 oder BlackBerry OS kennen. Hier besteht noch Nachholbedarf.

Pro

  • gute Verarbeitung
  • Vollausstattung mit WLAN, HSPA, GPS
  • gutes Display
  • gelungene QWERTZ-Tastatur
  • ordentliche Kamera

Kontra

  • groß und schwer
  • Oberfläche HTC Sense nicht für Einsteiger geeignet
  • kleiner Lieferumfang
  • beschnittenes Betriebssystem
  • Slidermechanismus wirkt nicht sehr stabil

Testnote HTC Desire Z: sehr gut (82 Prozent)

Information: So testet Vieraugen Handy

Disziplin Prozentpunkte
Lieferumfang 35
Design / Verarbeitung 78
Ausstattung 89
Multimedia 85
Praxis 78
GESAMTERGEBNIS 82
Johannes Michel, 16. Februar 2011.

Bilder vom HTC Desire Z finden Sie in unserer Bildergalerie…


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