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Die Qual der Wahl: Handy-Betriebssysteme in der Übersicht

Von Johannes Michel. Publiziert am 17. Dezember 2010

Früher war alles einfacher. Dieses Klischee trifft zumindest auf Betriebssysteme für Handys zu. Während bei Computern lediglich Microsoft, Apple und die Linux-Gemeinschaft eine Rolle spielen, sind auf dem Handymarkt noch mehr Spieler zu finden. Wir bringen Licht ins Dunkel und zeigen die unterschiedlichen Betriebssysteme – mit ihren Stärken und Schwächen.

Für verschiedenen Typen
Nicht nur die Handymarke, sondern auch das Betriebssystem ist ein Kaufargument

Viele Handynutzer, die von proprietären auf „echte“ Betriebssysteme gewechselt sind, hatten sich den Wechsel sicher einfacher vorgestellt. Da finden sich plötzlich wichtige Funktionen erst im vierten Untermenü, da muss erst der Desktop konfiguriert werden oder es fehlen einfach grundlegende Anwendungen wie ein SMS-Zähler. Ja, langjährige Nutzer von Windows Mobile, Symbian und Co. können davon ein Lied singen. Wo liegen also die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme? Und wie haben sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt?

Symbian
Symbian ist ein Grundbetriebssystem der Symbian Foundation, einer mittlerweile eigenständige Stiftung. Neben der bekannten S60-Oberfläche, die vor aktuell ausschließlich Nokia einsetzt, gab es auch UIQ, verwendet von Sony Ericsson und Motorola. Zwischenzeitlich baute auch Samsung Handys mit Symbian-System, und Sony Ericsson brachte immerhin drei Handys mit der auf Touchscreens angepassten Oberfläche S60 5th Edition.
Das Betriebssystem eignet sich sowohl für gewöhnliche Handys, aber auch für Touchscreen-Geräte. Hierfür wurde es, erstmalig fürs Nokia 5800 XpressMusic, extra angepasst. Programme für Symbian tragen das Dateikürzel .sis oder .sisx.
Nachdem Motorola, Samsung und auch Sony Ericsson abgesprungen sind und die Symbian-Foundation insolvent wurde, übernahm Nokia die Geschäftsführung und entwickelt das Betriebssystem auf eigene Faust weiter. Aktuell verwenden einige Nokia-Smartphones das neue Symbian 3, noch 2011 soll bereits Symbian 4 auf den Markt kommen.

Vorteile:
einfache Nachinstallation von Anwendungen
großes Angebot an Zusatzprogrammen, sehr viel Freeware (Ovi Store)
flexibel einsetzbar, auch auf Touchscreen-Geräten
hohe Personalisierbarkeit

Nachteile:
verschiedene Editionen, untereinander nicht kompatibel
teilweise verschachtelte Menüstruktur
langweiliges Look & Feel

Windows Phone 7
Windows Mobile galt Vielen als nicht mehr konkurrenzfähig und wurde aufgegeben (siehe im weiteren Verlauf des Artikels). Microsoft entschloss sich zu einem radikalen Schritt und entwickelte das komplette System neu. Die Folge: Programme, die für Windows Mobile geschrieben wurden, sind mit Windows Phone nicht mehr kompatibel – ein absoluter Neuanfang also.
Die neue Oberfläche ist gut gelungen und setzt auf große Schriften und moderne Farben. Auch die Bedienung wurde vereinfacht. Aber: Fürs Business eigenen sich Windows-Phone-Smartphones kaum noch, denn ein direkter Datenabgleich per Kabel mit dem PC (zum Beispiel Synchronisation mit Outlook) ist nicht mehr möglich. Lediglich über die „Cloud“, also etwa Google, einen Exchange-Server oder die Windows-Live-Dienste, kann das Gerät mit Kontakten und Terminen befüllt werden. Selbst die Erkennung als Wechseldatenträger am PC hat Microsoft abgeschafft, Musik und Videos kommen nur über die Software „Zune“ aufs Handy.
2011 soll das System mehrere Updates erhalten, die dann unter anderem „Kopieren und Einfügen“ und diverse weitere Funktionen hinzufügen sollen.

Vorteile:
sehr übersichtliche Gestaltung
modernes Look&Feel
gute Hardware (Microsoft fordert dies von den Herstellern ein)
wachsender Shop für Apps (Marketplace)

Nachteile:
Beschränkungen ähnlich Apple
für Selbstständige und kleine Unternehmen aufgrund fehlender Synchronisation nicht geeignet
kaum personalisierbar
schwaches Multitasking (mehrere Anwendungen gleichzeitig nutzen)

Windows Mobile
Windows Mobile ist das Business-System schlechthin. Die meisten Handys für Geschäftsleute liefen früher mit diesem Betriebssystem. Durch das große Angebot an Zusatzsoftware gibt es die speziellsten Programme, wie etwa eine Verwaltungssoftware für Gerichtsvollzieher. Windows Mobile basiert in der aktuellen Version 6.5, die aber wegen dem neuen Windows Phone 7 nicht mehr weiterentwickelt wird, noch auf Windows CE und hat damit schon einige Jahre auf dem Buckel. Das ist auch an teilweise schlichten und langweiligen Symbolen zu erkennen, die oftmals zu klein für die Fingerbedienung sind. Daher setzen Handyhersteller wie HTC eine eigene Oberfläche auf, um die Fingerbedienung zu vereinfachen.

Vorteile:
viel Zusatzsoftware, auch Freeware
flexibel anpassbar
hohe Office-Funktionalität
einfacher Abgleich mit Windows-Rechnern

Nachteile:
kleine Symbole, schlecht geeignet für Fingerbedienung
veraltete Multimedia-Funktionen (Mediaplayer, Browser)
nicht immer intuitive Menüstrukturen
Software kaum über den Marketplace zu finden, Suche im Internet nötig

Android
Google goes Handy. Nachdem Google in den vergangenen Jahren das Internet erobert hat und zur weltweit gefragtesten Suchmaschine aufgestiegen ist, wurde 2009 nu der Handymarkt erschlossen. Dafür hat Google mit Android ein eigenes System programmiert. Es läuft aktuell auf Geräten von HTC, LG, Samsung und Sony Ericsson sowie bei weiteren Herstellern. Android arbeitet sehr eng mit Google-Diensten zusammen, ein Google-Nutzerkonto wird damit Pflicht.
Da das System eigens für die Nutzung per Touchscreen programmiert wurde, schleppt es keine Altlasten mit wie etwa Symbian. Achtung: Da Google immer wieder neue Versionen bringt, laufen viele Smartphones noch mit älteren Versionen, die dann nicht alle Funktionen oder Programme aus dem Android Market unterstützen.

Vorteile:
sehr flexibel
verschiedene Startbildschirme
gute Internetfunktionen und toller Shop(Android Market)
viele verschiedene Geräte verfügbar

Nachteile:
hohe Abhängigkeit von Google-Diensten
schwache Office-Unterstützung (meist keine Outlook-Synchronisation)
geringe Geräteauswahl
Versions-Wirrwarr (zurzeit zu haben: 1.6, 2.1, 2.2 und 2.3)

Apple iOS
Die mobile Version von Mac OS X kommt aktuell nur auf dem iPhone zum Einsatz – und das wird sicher auch so bleiben. Undenkbar, dass Apple sein Betriebssystem anderen Herstellern zur Verfügung stellt. Dafür ist iOS sehr einfach zu bedienen und stellt selten vor Fragen. Wer schon mit einem Mac-Computer arbeitet, für den ist das iPhone sicher optimal, da die Synchronisation von Daten so am besten abläuft. Für die Musiknutzung sind ohnehin ein iTunes-Konto und die zugehörige Software Pflicht.
Im Gegenzug schränkt Apple die Nutzer aber sehr stark ein. Ohne iTunes geht nichts, unliebsame Programme verschwinden aus dem AppStore und die Preispolitik gibt immer noch Anlass für Luft nach unten.

Vorteile:
einfache und logische Menüstruktur
schickes Design
hohe Performance, keine oder kaum Wartezeit beim Start von Programmen
riesige Auswahl im Shop für Anwendungen (AppStore)

Nachteile:
Bindung an iTunes
unflexibles Multitasking (mehrere Anwendungen gleichzeitig nutzen)
restriktive Software-Politik (nur Programme aus dem AppStore laufen)
läuft nur auf dem iPhone

BlackBerry OS
BlackBerry OS läuft nur auf Blackberrys des US-Herstellers RIM. Daher ist das System eher auf die Business-Anwender aufgelegt, mit neuen Modellen wie Storm2 und Pearl 3G hat RIM aber auch an der Multimediaunterstützung gearbeitet. An die teilweise unübersichtlichen Menüs muss sich der Nutzer aber erst gewöhnen, in Sachen E-Mail-Nutzung ist der Blackberry-Besitzer an die hauseigene Lösung gebunden.
Nötig zur Nutzung ist ein BlackBerry-Tarif bei den Netzbetreibern, der etwa fünf Euro pro Monat extra kostet. Dafür bekommen Sie eine einfache und schnelle E-Mail-Lösung mit Direktzustellung – die E-Mail kommt dann an wie eine SMS. Zunehmend setzt RIM nun auch auf Privatkunden. Das neue System BlackBerry OS 6 könnte der Startschuss sein.

Vorteile:
hohe Business-Funktionalität
Push-Mail über den Blackberry-Dienst
eigener Shop für Anwendungen (AppWorld)
verbesserte Multimedia-Anwendungen

Nachteile:
teilweise unübersichtlich mit verschachtelten Menüs
Zusatztarif nötig
läuft nur auf den Geräten eines Herstellers (Research In Motion = RIM)

webOS (Palm, HP)
Kurz vor dem Aus entwickelte Palm das Betriebssystem webOS – und erkaufte sich damit die Übernahme durch den Computerriesen Hewlett Packard (HP). webOS wurde vollständig auf die Bedienung per Touchscreen ausgelegt und setzt einen etwas anderen Fokus als iOS, Windows Phone 7 und Android.
Bisher kommt es nur auf HP- bzw. Palm-Geräten zum Einsatz, soll aber auch auf Tablet-PCs laufen. Besonders hervorzuheben sind die Mulittasking-Fähigkeiten: Per Fingerwisch schließen Sie Anwendungen oder wechseln zwischen ihnen.

Vorteile:
schicke Oberfläche
revolutionäre Gestensteuerung
gutes Multitasking

Nachteile:
schwach bestückter Shop für Anwendungen(App Catalog)
rudimentäre Multimedia-Funktionen
geringe Geräteauswahl (lediglich Palm Pre, Palm Pre 2 und Pixi)

Bada
Bada ist ein junger Spieler auf dem Smartphone-Markt. Entwickelt wurde das System von Samsung. Somit läuft es lediglich auf Geräten des südkoreanischen Herstellers.
Besonderen Wert hat Samsung auf die Multimedia-Funktionen gelegt, Business spielt kaum eine Rolle. Die Geräteauswahl nimmt zurzeit stark zu, in Testberichten namhafter Medien erhalten die Geräte gute Noten. Bisher sind lediglich Touchscreen-Geräte im Angebot.

Vorteile:
übersichtliche Menüs
bis zu zehn Startbildschirme mit Verknüpfungen und Widgets möglich
Synchronisation mit vielen Diensten, auch mit Outlook (per PC-Software)

Nachteile:
noch geringe Auswahl an Programmen im Shop
lediglich Geräte eines Herstellers

Johannes Michel, 27. Juni 2009 / 17. Dezember 2010. Die Rechte an den Logos liegen bei den erwähnten Unternehmen.

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