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Der große Herstellercheck

Von Johannes Michel. Publiziert am 15. Oktober 2007

Wer baut die besten Handys? Wären die Marktanteile entscheidend, würde Nokia diesen Check ohne Probleme gewinnen. Aber: Viel verkaufen bedeutet noch lange nicht, dass auch die Qualität stimmt. Wir haben uns daher die großen Hersteller genau angeschaut. Gibt es einen klaren Sieger?

Zeitalter der Massenware
Qualität vs. geringe Kosten: Der Spagat der Handyhersteller

Die Produktion soll möglichst billig sein, der erzielte Preis im Handel allerdings nicht. Dazu werden die Produkt-Laufzeiten aktueller Handys immer geringer. Probleme, die die Hersteller meistern müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Gerade Deutschland mit seiner „Handy für einen Euro“-Kultur ist daher ein schwieriger Markt.

Was macht also ein gutes Handy aus? In erster Linie schauen die Kunden auf die Ausstattung. Das mag zwar auf den ersten Blick richtig sein, dennoch gibt es wenige Anwendungen, die nicht Hersteller übergreifend vorhanden sind, meint: Die Technologieunterschiede zwischen den Herstellern sind seit Jahren rückläufig. Viel interessanter sind daher für unseren Herstellercheck Punkte wie Verarbeitung, Design, Bedienbarkeit und nicht zuletzt Markenimage. Hat ein Hersteller über Jahre nicht überzeugt, wird er es selbst mit einem erstklassigen Produkt schwer haben. Als Musterbeispiel dafür gilt Siemens – die mit BenQ produzierten Geräte hätten es unter besseren Voraussetzungen ohne weiteres mit der Konkurrenz aufnehmen können.


Wer gewinnt unseren Herstellercheck? Nokia, Samsung, Motorola, Sony Ericsson und HTC kämpfen um die Auszeichnung.

Beginnen wir mit dem Markenimage. Viele Käufer entscheiden sich bewusst für Geräte derjenigen Marke, die sie kennen und vielleicht schon selbst über Jahre genutzt haben. Auch die Geräte der Freunde spielen dabei eine Rolle: Wer will schon mit einem absoluten Einsteigerhandy ankommen, wenn alle anderen im Freundeskreis auf Highend-Modelle setzen? Zudem haben sich die Handyhersteller über Jahre bestimmte Images aufgebaut – oder auch aufgedrückt bekommen.

Nokia ist seit jeher der Handyhersteller überhaupt. Insbesondere die breite Produktpalette bietet für jeden etwas. Aber: Das Markenimage bröckelt: Nokia-Handys galten immer als robust und einfach zu bedienen. Bis vor zwei Jahren erlaubten sich die Finnen Schwächen und konzentrierten sich zu stark auf Multimedia, was die Geschäftskunden verschreckte. Auch die Qualität litt, teilweise noch bis heute. Zudem galten Nokia-Geräte lange als bieder.
Samsung hat ein ganz anderes Problem: Jeder verbindet die Koreaner mit Klapphandys. Daher konnten Geräte anderer Bauweisen nur schwerlich am Markt platziert werden. Erst durch die neue Ultra-Reihe, die sich durch flache Handys auszeichnet, scheint Samsung hier voranzukommen. Bei Jugendlichen sind Samsungs Handys nach wie vor beliebt. Andere Nutzerkreise halten sich aber, vielleicht gerade wegen des jugendlichen Images, zurück.
Motorola, Pionier in Sachen Handys, wurde in der Vergangenheit ganz schön gebeutelt. Nach einer längeren Durststrecke gelang den Amerikanern mit der RAZR-Serie der Wurf schlechthin. Nur: Mehr kam nicht. Noch heute sehen die meisten Motorola-Geräte dem Ur-RAZR sehr ähnlich. Die Kunden nervts.
Sony Ericsson, 2002 als Joint-Venture gegründet, hat die rasanteste Entwicklung hinter sich. Alles begann mit wenigen Modellen, heute haben die Engländer ein großes Portfolio. Gerade im Bereich Musik- (Walkman) und Kamerahandys (Cyber-shot) konnten sie sich einen Namen machen. Auch hier gelten die Geräte eher als jugendlich, die Smartphone-Reihe (M- und P-Serie) ist aber auch in den Chefetagen beliebt.
HTC ist einer der neuen Sterne am Handyhimmel. Den meisten Kunden ist die Marke wenig geläufig, viel eher kennt man z.B. die MDA- oder VPA-Geräte von T-Mobile oder Vodafone, die von HTC stammen. Mittlerweile verkaufen die Taiwanesen auch Geräte unter eigenem Namen, vor allem im Business-Segment.


Nur RAZRs: Motorola hat in der Vergangenheit die Entwicklung wirklicher Neuerungen verschlafen.

Bezogen auf die Bedienbarkeit stand Nokia meist unangefochten an der Spitze. Einzig die untergegangene Siemens-Handysparte überzeugte in diesem Punkt ebenfalls, weshalb lange Zeit Firmenkunden auf Siemens setzten. Aber auch das hat sich geändert. Mit dem Abschied von Siemens als Handyhersteller hat Nokia wieder hinzugewonnen; und andere Hersteller empfehlen sich als Alternativen. Hinweis: Bezüglich der Betriebssysteme Symbian, Windows Mobile und Linux finden Sie einen eigenen Unterpunkt weiter unten.

Nokia bietet für seine Handys aktuell drei Benutzeroberflächen an: Ein proprietäres Betriebssystem für die Einsteigerklasse, Series 40 für die Mittelkasse sowie Symbian Series 60 (momentan in Version 3) für die Highend- und Businessmodelle. Gerade letzteres Betriebssystem gilt als sehr leistungsstark, aber auch schwer bedienbar. Das liegt weniger an der Konzeption, sondern vielmehr am Funktionsumfang des Systems. Die hohe Personalisierbarkeit ist auf lange Sicht ein großer Pluspunkt, sorgt aber direkt nach dem Kauf erst einmal für eine längere Periode der Verwirrung.
Samsung hat zwei Betriebssysteme im Petto: Ein eigenes sowie Windows Mobile für die Highend- und Businessgeräte. Aufgrund der zumeist logischen Struktur lassen sich Samsung-Handys generell sehr gut bedienen. Allerdings wirkt die Menüstruktur oft zu verspielt, zudem werden lange Funktionsbezeichnungen nicht abgekürzt, sondern wandern als Scrollbalken über den Bildschirm. Dabei kann es gut und gerne einige Sekunden dauern, bis Sie wissen, was sich nun hinter dem Menüpunkt verbirgt.
Motorola musste sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, die Menüs seien unlogisch strukturiert und wenig durchdacht. Mit der RAZR-Serie hat sich das glücklicherweise geändert. Schwächen existieren allerdings noch immer, bei vielen Geräten fehlt zudem die Multitasking-Fähigkeit, meint: Anwendungen wie der Musikspieler können nicht im Hintergrund laufen, während Sie z.B. eine SMS schreiben. Neben dem eigenen Betriebssystem kommen bei Motorola noch Windows Mobile und Linux zum Einsatz.
Sony Ericsson liefert die meisten Handys mit einem proprietären Betriebssystem aus. Nur auf den Businessgeräten kommt Symbian UIQ zum Einsatz. Die „normalen“ Handys mit ihrer leicht verständlichen und nachvollziehbaren Bedienbarkeit haben Sony Ericsson zum heimlichen Marktführer in Sachen Nutzerkomfort gemacht. Besser kann ein Menü kaum aufgebaut sein. Schnelltasten sorgen zudem dafür, dass Sie wichtige Funktionen ohne Umwege erreichen können.
HTC setzt bisher vollständig auf Windows Mobile. Weitere Infos zu den Betriebssystemen folgen sogleich.


Nokia: Die Menüstruktur lässt sich gut anpassen, verwirrt aber am Anfang durch die vielen Funktionen.

Das Betriebssystem kann ebenfalls kaufentscheidend sein: Hatten Sie beispielsweise schon ein Gerät mit Series 60 und haben Zusatzsoftware eingekauft, empfiehlt es sich geradezu, wieder auf das gleiche System zu setzen. Ein Problem ergibt sich aber dennoch: Alle drei Betriebssysteme, die gleich vorgestellt werden, erhalten von Zeit zu Zeit Updates. Daraus folgt dann, dass Programme, die zum Beispiel unter Windows Mobile 5 liefen, nicht unbedingt zu Windows Mobile 6 kompatibel sind.

Symbian ist der Pionier unter den Handybetriebssystemen. Nokia setzt ihn für einen Großteil seiner Handys ein, unter anderem in der N- und E-Serie unter der Bezeichung Series 60. Dieses System lässt sich gut vom jeweiligen Nutzer anpassen und bietet hohen Komfort, sollte man es einmal verstanden haben. Das gleiche gilt für UIQ (aktuelle Version: UIQ3), das bei Sony Ericsson Verwendung findet. Der Unterschied zur Nokia-Variante ist die Bedienung über einen Touchscreen. Für Symbian gibt es viel Zusatzsoftware, aber Vorsicht: Series 60 und UIQ sind, obwohl gleichen Ursprungs, nicht miteinander kompatibel.
Windows Mobile ist der kleine Bruder zu Microsofts großen Betriebssystemen. In den vergangenen Jahren hat Windows Mobile seinen Marktanteil kontinuierlich steigern können. Grund dafür ist unter anderem, dass immer mehr Hersteller auf Windows setzen. Das System gilt als stabil, bringt aber auch einige Nachteile mit: So werden zum Beispiel keine Umgebungsprofile unterstützt. Auch für Windows Mobile gibt es eine ganze Latte an Zusatzprogrammen. Aktuell ist die Version 6.
Linux fristet ein klassisches Nischendasein, erweitert aber seinen Kundenkreis. In Europa ist das alternative System zwar noch wenig bekannt, in den kommenden Jahren werden wir aber auch hierzulande neue Geräte sehen. Aktuell empfiehlt sich Linux bei uns nicht.


Sony Ericsson: Die Smartphones arbeiten mit dem Betriebssystem UIQ.

Ebenfalls nicht zu vernachlässigen sind Design und Verarbeitung. Noch vor wenigen Jahren waren Handys entweder schwarz oder silber. Nur vereinzelt wagten sich die Designer aus der Ecke. Welcher Hersteller setzt heute Trends? Gibt es Enttäuschungen?

Nokia hat sich designtechnisch erholt. Nachdem die Geräte lange Zeit zwar als robust aber langweilig verschrien waren, baut Nokia heute, besonders in der N-Serie, respektable Handys mit gutem Design. Nur in Sachen Verarbeitung scheint diese Entwicklung nicht gut zu tun: Wackelnde Slider, abbröckelnder Lack und große Spaltmaße sind die Schattenseiten der Herstellung in Fernost. Dabei handelt es sich keineswegs um Einzelfälle: In der N-Serie, und sogar in der Business-E-Serie, lassen sich mehrere Beispiele finden.
Samsung ist ebenfalls ein Billigheimer. Die zumeist in Korea und China produzierten Handys sind zwar oft schön anzuschauen, für den Alltagseinsatz allerdings weniger geeignet. Klar: Die Haltbarkeit ist immer davon abhängig, wie der Nutzer das Gerät behandelt. Aber Fehler wie wackelnde Scharniere und Plastikfeeling sind oft schon beim Kauf vorhanden.
Motorola hat mit der RAZR-Serie bewiesen, dass ordentlich designte und stabil gebaute Handys nicht überteuert sein müssen. Das gilt zumeist für die aktuellen RAZRs auch heute noch. Einzig die Wertigkeit wurde schlechter: Statt Metall- kommen nun Plastikgehäuse zum Einsatz. In Sachen Design sollte sich Motorola schnell Neues einfallen lassen, um nicht noch weitere Marktanteile zu verlieren.
Sony Ericsson hat beim Design schon oft überzeugt und den Handys die Farbe zurück gebracht. Orange und grüne Handys sind beim schwedisch-japanischen Joint-Venture keine Seltenheit. Die Verarbeitungsqualität hat aber in letzter Zeit auch bei Sony Ericsson nachgelassen. Auch hier begegneten uns wackelnde Slider, große Spaltmaße und hohe Ausfallquoten. Die Bedienung über einen Joystick, der manchmal schon nach wenigen Monaten ausgeleiert war, wurde inzwischen überdacht. In der Smartphone-Serie hat Sony Ericsson seine Businesskunden mit hoher Wahrscheinlichkeit für immer vergrault: Nach nur einem Jahr auf dem Markt wurde die Softwareentwicklung für die Geräte P990i, M600i und W950i eingestellt, obwohl nach wie vor viele Fehler vorliegen.
HTC weiß, was der Businessman wünscht. So scheint es zumindest. Die Geräte sind zwar allesamt in gesetzten Farben gehalten, aber gerade dieses Konzept überzeugt die angesprochene Käuferschicht. Auch in Sachen Verarbeitung sind bei HTC wenige Klagen zu hören. Einzig Windows Mobile bremst die Geräte gerne aus, klagen Anwender.


Lack ab bei Nokia: Das N76, ein toll designtes Handy, leidet unter Lackproblemen.

Fazit: Das Vieraugen Handy Hersteller-Ranking
Um nun einen Sieger zu ermitteln, vergeben wir pro Rubrik maximal zehn Punkte. Diese erhält der Erstplatzierte. Der Zweite bekommt dann neun Punkte, der Dritte acht und so weiter.

Die Wertungen in der Übersicht (in alphabetischer Reihenfolge):

Kriterium HTC Motorola Nokia Samsung Sony Ericsson
Marke 6 7 10 8 9
Bedienkomfort 8 6 9 7 10
Design und Verarbeitung 10 9 6 8 7
Gesamt 24 21 25 23 26
Platzierung 3 5 2 4 1

Sony Ericsson geht als knapper Sieger vor Nokia über die Ziellinie. Grund dafür ist das aggressive Eindringen in den Markt: Sony Ericsson hat sich binnen fünf Jahren auf Platz vier bei den Verkaufszahlen hochgearbeitet. Den Sieg erkämpft sich Sony Ericsson aber auf Kosten der Qualität. Auch Nokia enttäuscht bei Design und vor allem bei der Verarbeitung. Überraschend: HTC auf Platz drei, noch vor den etablierten Herstellern Samsung (weltweit Platz 2 bei den Verkaufszahlen) und Motorola (Platz 3 weltweit).

Johannes Michel, 15. Oktober 2007.

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