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BenQ Mobile: Insolvenz in Deutschland

Von Johannes Michel. Publiziert am 28. September 2006

Nachdem Siemens seine Handysparte nach Taiwan verschenkte und damit deren Mitarbeiter in eine ungewisse Zukunft entließ, hat der neue Besitzer BenQ nun angekündigt, für seine Handysparte in Deutschland Insolvenz anzumelden. Das bedeutet: Schließung der deutschen Produktionsstätten und Massenentlassungen in Bayern und NRW.

Siemens Mobile: Der Niedergang des einzigen deutschen Handybauers
BenQ schlachtet aus und zieht sich Richtung Asien zurück

BenQ gab heute in Taipei bekannt, dass es keine weitere Zahlungen mehr an seine Mobiltelefonsparte BenQ Mobile GmbH & Co OHG leisten wird. Umsatz- und Margenentwicklung im wichtigen Weihnachtsgeschäft wird deutlich hinter den Erwartungen liegen. Wegen der Einstellung weiterer Finanzhilfen durch den Mutterkonzern BenQ und dem daraus entstehenden Liquiditätsmangel wird BenQ Mobile in Deutschland aufgrund der schwierigen Geschäftssituation in den nächsten Tagen Insolvenz beim Amtsgericht München beantragen.
Davon sind die Zentrale in München und die Standorte in Kamp-Lintfort und Bocholt in Nordrhein-Westfalen mit insgesamt etwa 3.000 Mitarbeitern (1.400 in München und 1.600 in NRW) betroffen. Das Management von BenQ Mobile wird umgehend Maßnahmen treffen, um das laufende Geschäft aufrecht zu erhalten. Mögliche Folgen für die anderen Standorte und regionalen Gesellschaften von BenQ Mobile müssen noch geklärt werden. BenQ plant sein globales Geschäft mit Handys der Marke BenQ-Siemens fortzusetzen und wird dazu seine bestehenden Forschungs- und Entwicklungs-, als auch Fertigungskapazitäten in Asien weiter nutzen.


Hier fing alles an: Siemens C1. Von einem Handy kann man dabei wahrlich noch nicht sprechen.

Es war ein offenes Geheimnis. Als Siemens sich vergangenes Jahr entschied, seine Handysparte abzustoßen und dafür dem taiwanesischen Konzern BenQ etwa 250 Millionen Euro zahlte – wer verkauft schon ein Unternehmen, wenn er dafür bezahlen muss! – blieb ein fader Beigeschmack.

Klar: Die Handysparte von Siemens lief seit Jahren schlecht. Zu wenige Innovationen, Missmanagement, Probleme mit bereits ausgelieferten Telefonen, … Dies führte dazu, dass viele Traditionskunden sowie Unternehmen, die jahrelang auf Siemens-Handys gesetzt hatten, der Marke den Rücken zukehrten beziehungsweise zukehren mussten.

Dennoch: Als Siemens an BenQ „verkaufte“ und der neue Besitzer verkündete, die Marke Siemens zumindest für einige Jahre im Namen mitzuführen, keimte Hoffnung auf. Neue Telefone wie das EF81 oder das S88 sollten die Fähigkeiten der neuen Marke BenQ-Siemens unter Beweis stellen.


Siemens C25: Handy für den Massenmarkt.

Und nun: Vor einer Woche die Absage an die CeBIT in Hannover und dann endgültig das Ende. Schon vor dem für die Mobilfunkbranche so wichtigen Weihnachtsgeschäft meldet BenQ in Deutschland Insolvenz an, wohlgemerkt nur für die Handysparte. Das führt dazu, dass in den kommenden Jahren keine Mobiltelefone mehr in Deutschland produziert werden. Die dafür notwenige Technologie nimmt BenQ natürlich in die Heimat mit, die Arbeitslosen allerdings bleiben natürlich in Deutschland.

Fazit für uns Kunden: Kaufen Sie sich besser aktuell kein BenQ-Siemens-Gerät. Zwar soll die Marke BenQ-Siemens weitergeführt werden, allerdings möchte doch keiner unter diesen Umständen einen Konzern unterstützen, der sich so verhält. Dankeschön an dieser Stelle nochmals an Herrn Kleinfeld von Siemens, der im Endeffekt für diese Entwicklung verantwortlich ist.


Eine Innovation aus dem Hause Siemens: Das Musikhandy SL45.

P.S.: Die obige Presseerklärung offenbart schlechtestes Deutsch und wirkt, wie innerhalb von fünf Minuten verfasst. Vielleicht sollte BenQ einmal ernsthaft über seine PR-Arbeit nachdenken.


Erfolgreich, aber mit vielen Softwarebugs nicht gerade geschont: Siemens S65.

BenQ-Siemens S88: Versuch einer Wiederbelebung.
Johannes Michel, 28. September 2006.

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